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Snowboarden


Snowboarder in den Alpen © Caroline Emonts, piclease
Foto: Snowboarder in den Alpen © Caroline Emonts, piclease

Snowboarden ist das winterliche Pendant zum Surfen. Der Fahrer steht an beiden Füßen fixiert seitlich zur Fahrtrichtung auf dem Brett (Snowboard) und gleitet die Pisten hinab. Snowboarden ist mittlerweile ein etablierter Massensport und keine junge Trendsportart mehr. Snowboarder nutzen die gleichen Gebiete und somit die gleiche Infrastruktur wie Skifahrer, weshalb diese Sportart weitgehend identische Auswirkungen auf die genutzten Landschaftsräume hat.

Snowboarden und Natur

Beschreibung der Sportart

Hohes Tempo, starke Kurvenlagen und das Fahren auf der Kante (Carving) sind die typischen Merkmale beim Snowboarden, ganz gleich ob man mit dem linken Bein vorne steht (Regular) oder mit dem rechten (Goofy). In der sogenannten Halfpipe, einem extra errichteten Schneekanal in der Form einer halben Röhre, werden von Könnern interessante Sprünge, sogenannte Jumps, vorgeführt.
Gute Fitness, Gleichgewichtsgefühl und Motivation sichern den Stand auf dem Schnee. Um auf der Piste auch um die Kurve zu kommen, muss man die Techniken des Driftens und Carvens beherrschen. Driften bezeichnet dabei die Technik, die Kurven mit einem gewissen Rutschanteil zu fahren, so dass es zu einer Schneeverschiebung kommt. Beim Carven dagegen werden die Kurven ohne Driften geschnitten und es wird ausschließlich auf der Kante des Snowboards gefahren, sodass eine dünne Spur im Schnee zurückbleibt. Die Technik beim Snowboarden ähnelt insgesamt sehr stark den Bewegungsabläufen beim Skateboardfahren und Surfen. Ohne großen Krafteinsatz kann durch eine einfache Gewichtsverlagerung der nächste Schwung ausgelöst werden. Rein technisch betrachtet sind die ersten Schwünge auf dem Snowboard sogar leichter zu erlernen als das klassische Skifahren.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Aus Lift und Gondel heraus die Weite der Berge zu genießen und mit gekonnten Schwüngen in frischem Schnee zur Talstation des Liftes zu boarden, sind sicherlich attraktive Aspekte des Sports. Nicht selten spielt jedoch auch das Austesten des nicht präparierten, neben der Piste befindlichen Bereichs eine nicht unerhebliche Rolle beim Boarden. Gerne wird dabei ein hindernisreiches und auch für kleine Sprünge geeignetes Gelände genutzt. Kicker (kleine Schanzen) werden gebaut und man zeigt den anderen, wie gut man darüber springt. In seltenen Fällen dringen Boarder im alpinen Bereich aber auch in sehr steiles und für andere Nutzer kaum befahrbares Gelände ein. Sie gefährden sich dabei selbst und stören ggf. ansonsten nicht genutzte Lebensräume von Wildtieren.

Anforderungen an den Naturraum

Snowboarden ist prinzipiell überall, wo es Aufstiegshilfen und/oder schneebedeckte Hänge gibt, möglich. Da das Boarden immer wieder Pausen erforderlich macht, spielt die Länge der Abfahrten nicht die entscheidende Rolle bei der Wahl der Gebiete.

Auswirkungen auf den Naturraum

Erschließung und Erhaltung eines Wintersportgebietes verursachen schon vor der eigentlichen Sportausübung deutliche und, je nach Höhenlage, lokal auch schwerwiegende  Belastungen für die Pflanzen- und Tierwelt. Die für das Snowboarden notwendige Infrastruktur resultiert in einem hohen Landschaftsverbrauch und führt vor allem im Sommer zu einer optischen und ästhetischen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.
Pistenplanierung und -präparation, technische Beschneiung, Infrastruktur und der Pistenbetrieb können folgende Auswirkungen herbeiführen:

  • Pistenplanierungen sind die schwerwiegendsten und auf lange Zeit sichtbaren Eingriffe in die Natur der Berggebiete. Sie führen zur kompletten Zerstörung der Pflanzendecke und der ursprünglichen Bodenschichten. Planierungen führen zu einer Verdichtung des Bodens und damit zu einer deutlichen Erhöhung des Wasserabflusses. Damit steigt die Erosionsgefahr und die Möglichkeit von Schlamm- und Gerölllawinen bei Starkregen und Schneeschmelze signifikant an.
  • Nach Planierungsmaßnahmen geht der Deckungsgrad der Vegetation gegenüber nicht planierten Flächen mit zunehmender Höhe deutlich zurück. Es kann zu einem Artenschwund kommen (vor allem bei Zwergsträuchern und Seggen), was den Rückgang von pflanzenfressenden Insekten (z.B. Schmetterlingen und Blattkäfern) bedeuten kann.
  • Während unterhalb von 1.500 – 1.700 m (Waldgrenze) eine weitgehende Renaturierung möglich ist (was allerdings bis zu 20 Jahren dauert), besteht oberhalb der Waldgrenze kaum Hoffnung für eine standortgerechte Wiederbegrünung von planierten Flächen.
  • Wildtiere können durch Snowboardfahren abseits der Piste (Variantenfahren/Freeriden) zur Flucht veranlasst werden. Dies führt einerseits zu einem erhöhten Energieverbrauch, andererseits zum Verlassen geeigneter Überwinterungsgebiete bis hin zur Aufgabe von Futterplätzen und Nahrungsquellen, somit zur Reduzierung der Energiezufuhr. Weil Nahrung im Winter nur spärlich vorhanden ist und die Fett- und Energiereserven der Tiere knapp sind, kann dies fatale Folgen haben. Störungen können zu einem erhöhten Mortalitätsrisiko führen.
  • Besonders sensibel reagieren dabei die Raufußhühner (Auerhuhn, Birkhuhn, Schneehuhn). Diese Tiere können im Winter nur in den Stunden unmittelbar vor und nach der Dämmerung ihre Nahrung aufnehmen. Da sie keine Fettreserven anlegen, führt der erhörte Energieverbrauch bei Beunruhigung zu einem raschen Ansteigen des Mortalitätsrisikos, bei Störungen während der Balzzeit zur Schwächung der Population.
  • Wenn das Schalenwild (Hirsch, Reh, Gams, Steinbock) von den Futterplätzen vertrieben wird, flüchtet es und richtet im Bergwald Verbissschäden besonders an Jungbäumen an. Dies kann langfristig zur Beeinträchtigung der Schutzfunktionen des Bergwaldes führen.
  • Der Einsatz von Schneekanonen führt während der verhältnismäßig wenigen Beschneiungstage im Jahr zu großen Lärmbelastungen (ähnlich einer stark befahrenen Straße) sowie Wasser- und Energieverbrauch. Die Einrichtung und der Betrieb von Beschneiungsanlagen erhöhen insgesamt die Eingriffsauswirkungen im Bereich von Pisten, angefangen von den Bodeneingriffen für die Versorgungsleitungen, über den Schneibetrieb und die Schneiteiche bis hin zu den regelmäßig erforderlichen Wartungsarbeiten. (Aus Schneiteichen wir das Wasser zur Herstellung des Kunstschnees gewonnen.)Eine zusätzliche Mehrbelastung erfahren beschneite Skiabfahrten durch das nächtliche Tourengehen auf den Pisten. Die Frage der negativen Auswirkungen des Wasserbedarfs ist insbesondere vom räumlichen Umfang der Beschneiung, der Höhenlage und von der jährlichen Niederschlagsmenge im Einzugsbereich eines Skigebiets abhängig. Regelmäßig überschätzt wird zumindest in den niederschlagsreichen Gebieten der Alpen die für die Beschneiung erforderliche absolute Wassermenge im Verhältnis zum Jahresniederschlag.
  • Technisch hergestellter Schnee führt in Abhängigkeit der Höhenlage sowohl durch die lange und ununterbrochene Schneebedeckung des Bodens und der Vegetation, durch seine hohe Dichte und den in aller Regel erhöhten Nährstoffgehalt langfristig zu einer Nivellierung der Vegetation und der Bodenlebewesen im Bereich der beschneiten Pisten. Andererseits hat sich gezeigt, dass die verbleibende Vegetation durch vom Skibetrieb verursachte Kantenrasurschäden auf beschneiten Pisten besser geschützt ist. Eine Erhöhung von Schäden durch Erosion konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden.
  • Generell führen Bergbahnen, die infrastrukturelle Erschließung und Ausstattung von Skigebieten sowie die zunehmende touristische Nutzung von Skigebieten für Sommersportaktivitäten zu einem spürbaren Landschaftsverbrauch, der sich durch versiegelte Flächen und der optischen und teilweise akustischen Beeinträchtigung der Landschaft widerspiegelt.
  • Durch die Erschließung von Gletschern für den Snowboardbetrieb entstehen zusätzliche umweltrelevante Probleme. Sie beginnen mit der Verkehrsbelastung der ab- und hochgelegenen Täler und enden mit der unnatürlichen Verschmutzung der Gletscher, die derzeit noch als Trinkwasserreservoir für Mitteleuropa von besonderer Bedeutung sind.

Generell sollten die allgemeinen Verhaltensregeln für Wintersportler beachtet werden.
Jeder Snowboarder hat die Möglichkeit, durch verantwortungsbewusstes Handeln die mit dem Sport verbundenen Umweltprobleme nicht unnötig zu erhöhen. Dazu gehören z. B. die umweltverträgliche Anreise, die Auswahl umweltfreundlicher Unterkünfte oder die Beachtung spezifischer Hinweise zum Schutz von Wald und Wild in den Randbereichen der Wintersportgebiete und deren Pisten.



Snowboarden im Detail

Geschichte

1900 erfand der Österreicher Toni Lenhardt mit dem „Monogleiter“ den ersten Vorläufer des Snowboards. Er war damit so erfolgreich, dass ab 1914 in Bruck an der Mur Monogleiterwettbewerbe veranstaltet wurden. Es heißt, dass sich der US-Amerikaner Jack Burchett 1929 als erster Gedanken darüber machte, wie man aus Spanplatten, Pferdezügeln und Wäscheleinen eine fahrbare Unterlage bastelt, die Tauglichkeit für Schnee besaß. Seine Idee war aber rein privat und erreichte nie den Markt.

Das erste snowboardähnliche Brett baute 1965 der amerikanische Wellenreiter Sherwin Poppen aus zwei Wasserskis und verschenkte es als Weihnachtsgeschenk an seine Kinder. Er verbesserte seine Erfindung und im Winter 1966/67 ging sein „Snurfer“ in die Produktion. Die ersten Modelle gingen für 10 Dollar über den Ladentisch, und innerhalb von zehn Jahren wurden fast 1 Mio Snurfer verkauft. Den richtigen Durchbruch schafften die kaum kontrollierbaren und gefährlichen Snurfer von Popper aber nie. 1977 entwickelte die Firma von Burton Carpenter schließlich Holzbretter mit aufgeschraubten Wasserskibindungen und brachte damit den Stein ins Rollen. Auch wenn im Laufe der Jahre immer bessere Snowboards entwickelt wurden, weigerten sich Wintersportgeschäfte zunächst diese zu verkaufen, weil sie als zu gefährlich galten. Lifte und Pisten wurden den amerikanischen Snowboardern gänzlich versagt, sie durften nur wenige Bergbahnen für ihren Ritt auf dem Schnee benutzen.

Die Begeisterung für das Snowboarden verbreitete sich auch zunehmend in Europa, sodass man auf den Pisten in Deutschland und Frankreich gegen Ende der 1970er Jahre außergewöhnliche Selbstbauten auf den Pisten entdecken konnte. 1983 begannen etablierte Skihersteller schließlich, Snowboards serienmäßig herzustellen. Bis Anfang der 1990er Jahre erregte der durch Surfen, Skateboarden und Skifahren beeinflusste Snowboardsport jedoch immer mehr Aufsehen, so dass in den Skigebieten zunehmend Halfpipes errichtet wurden. 1998 erreicht die Sportart schließlich ihren Durchbruch und wurde als olympische Disziplin anerkannt.

Voraussetzungen

Technische Voraussetzungen
Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand ist das Snowboard. Grundsätzlich lassen sich mehrere Boardtypen unterscheiden, je nachdem für welchen Einsatzbereich sie konstruiert werden. Die harten und schmalen, vorn abgerundeten Race- und Alpinboards sind exakt und schnell beim Kanten. Das gesamte Spektrum des Snowboardfahrens lässt sich beim weicheren Freerideboard ausnutzen, vom Tiefschnee fahren bis zum Carven auf harter Piste. Wer lieber Sprünge in der Halfpipe testen möchte, der sollte zu einem Freestyleboard greifen.
Um auf den Pisten nicht auszukühlen, sollte der Witterung entsprechende Kleidung im Zwiebelsystem getragen werden: Lange Funktionsunterwäsche, Snowboardhose und –jacke sowie Mütze, Schnee- oder Sonnenbrille und Handschuhe. Bei Temperaturen unter – 5°C eignen sich zusätzlich Fleecepullover, Windbreakerwesten, Schals und Sturmmasken, um den Körper vor Auskühlung zu schützen. Wichtig ist auch ein Sonnenschutz mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor und über den Tag verteilt die Einnahme von ausreichend Flüssigkeit (mindestens 1,5 l Wasser, Tee oder Mineralgetränke).
Um bei Stürzen schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden, sind Hand-
gelenksprotektoren und ein Helm zu tragen. Aus Sicherheitsgründen sollte auch das richtige Fallen unter professioneller Anleitung erlernt werden.

Körperliche Voraussetzungen
Beim Snowboarden sind die Belastungsphasen relativ kurz, so dass wegen der Stoßbewegungen weniger die Ausdauer als vielmehr der gesamte Bewegungsapparat gefordert wird. Wer über genügend Schnellkraft, Kraftausdauer, Bewegungsgefühl, Gleichgewicht und Koordinationsvermögen verfügt, ist eindeutig im Vorteil. Zur Vorbereitung auf den Snowboard-Urlaub wird die Verbesserung der allgemeinen Fitness generell empfohlen.
Da Snowboarder oft auch in den hohen Alpenregionen fahren, ist eine Anpassung an die Höhenlage erforderlich. Aller Anfang ist daher schwer, so dass eine geringere Leistungsfähigkeit als zu Hause ganz normal ist. Ein „Leistungsloch“ am dritten Tag kann von den meisten von vornherein mit eingeplant werden und sollte nicht frustrieren.

Witterungsbedingte Voraussetzungen

Da man beim Snowboarden genau wie beim Skifahren der Gefahr von Lawinen ausgesetzt ist, sollten nur markierte Pisten befahren werden.
Für das Snowboarden im Tiefschnee abseits der Piste werden eine alpine Ausbildung, eine fachkundige Führung sowie eine vollständige Lawinen-Notfall-Ausrüstung als erforderlich angesehen. Fahrer sollten auf Lawinenwarnungen und mögliche Schneebretter achten. Bei Lawinenwarnungen sollte das gesicherte Gelände auf keinen Fall verlassen werden.
Generell gelten Pistenregeln für Ski- und Snowboardfahrer gleichermaßen.

Organisation der Sportart

Nachdem sich der Snowboardsport Mitte der 1980er Jahre rasant ausbreitete, bestand seitens der Snowboarder ein großer Bedarf, sich in Vereinen zu organisieren. Da zu diesem Zeitpunkt Skivereine und –verbände dem Snowboardsport noch äußerst kritisch gegenüberstanden, war eine eigenständige Strukturierung notwendig. 1991 hat sich schließlich aus dem Zusammenschluss der nationalen Snowboardverbände und der Vereinigung der Profis die als Dachorganisation weltweit agierende International Snowboard Federation ISF gebildet, die über Büros in Amerika, Europa und Japan das internationale Geschehen koordiniert.

Mit der zunehmenden Akzeptanz der neuen Sportart erklärten zu Beginn der 1990er Jahre schließlich auch der Internationale Skiverband und der Deutsche Skiverband ihre Zuständigkeit für den Snowboardsport. Da sich das Snowboarden jedoch zu einer eigenen Sportart entwickelte, gliederte der DSV den Snowboardbereich im Herbst 2000 aus und verselbstständigte diesen zu einem eigenen Verband. Der neu gegründete Snowboarder Verband Deutschland SVD begann seine Tätigkeit 2003 und ist Mitglied im DSB, im nationalen Olympischen Komitee und ist über den Deutschen Skiverband im Internationalen Skiverband vertreten. Der SVD nimmt sowohl DSV-Snowboarder als auch freie Snowboarder auf und weist zur Zeit 45.000 Mitglieder auf. Im Vergleich dazu sind über 1,5 Millionen Snowboarder nicht organisiert. Größter Snowboardverein in Deutschland ist die German Snowboard Association GSA.

Im Jahr 2010 gab es rund 580.000 Personen in Deutschland, die in ihrer Freizeit häufig Snowboard fuhren.

In der Schweiz verläuft die Geschichte des Snowboardsportes sehr ähnlich. Nachdem während langer Zeit ein unabhängiger Verband für Wettkampfsport und Ausbildung verantwortlich war, wurde der Snowboardsport im Frühjahr 2004 in den Skiverband Swiss-Ski (für den Leistungssport) und in den Verband Snowsports (für die Ausbildung der Snowboardlehrer) integriert. Als Dachverband des Skisports in der Schweiz ist Swiss-Ski für die Sparten Ski alpin, Ski nordisch und Snowboard (Alpin, Snowboardcross, Freestyle) zuständig. Swiss-Ski zählt rund 106.000 Mitglieder in knapp 900 Clubs.

Varianten der Sportart

Alpin/Race

Ist eine extrem rasante, pistenorientierte Variante. Dieser Fahrstil heißt Carving und fordert Snowboards mit Plattenbindungen, die eine optimale Kraftübertragung gewährleisten und hohe Geschwindigkeiten sowie extremen Kanteneinsatz auch auf eisiger Piste erlauben.

Freestyle

Elemente, Manöver und Bewegungen des Surfens und des Skateboardens wurden auf das Snowboard übertragen. Die Freestyler boardeten zunächst nur in natürlichen, meist zu niedrigen und damit schwer zu findenden Naturhalfpipes oder über Schneeverwehungen. Erst später griff man dann zur Schaufel und baute sich Jumps oder eigene, maßgeschneiderte Pipes.

Freeride

Ist das Mischen von Alpin und Freestyle Riding während einer Abfahrt.

Variantenfahren

Skifahren und Snowboarden außerhalb markierter und präparierter Pisten wird als Variantenfahren (Freeriden) bezeichnet. Besonders reizvoll ist das Variantenfahren nach Neuschneefällen, wenn frische Spuren in den Schnee gelegt werden können. Im Unterschied zum Ski- oder Snowboardtourengehen werden beim Variantenfahren Skilifte und Bahnen als Aufstiegshilfe verwendet. Somit sind weder Laufbindung noch Steigfelle notwendig; kurze Aufstiege oder Traversen werden zu Fuß mit geschultertem Board oder Ski bewältigt. Dringend empfohlen wird die Verwendung von Lawinenrettungs-Ausrüstung (Lawinenverschütteten-Suchgerät, Schaufel, Sonde).
Das Variantenfahren ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, was zu vermehrten Konflikten mit Wildtieren und Vegetationsschäden insbesondere im Jungwald geführt hat. Behörden, Bergbahnen und Sportverbände arbeiten gemeinsam an Maßnahmen, um Wildeinstandsgebiete besser vor Variantenfahrern zu schützen. Sperrgebiete sind unbedingt zu beachten, Zuwiderhandlungen bei gesetzlich erlassenen Betretungsverboten werden bestraft.

Backcountry

Ein großes Naturerlebnis in der winterlichen Bergwelt und die schönste Form des Snowboarden ist sicherlich das Backcountry Riding über ausgedehnte Tiefschneepulverhänge. Beim Backcountry Hiking geht es mit Schneeschuhen oder teilbaren Boards, die zum Aufstieg wie Tourenski mit Fellen versehen werden können, Richtung Gipfel – alpine Erfahrung, Rücksichtnahme gegenüber den Natur und Sicherheitsdenken vorausgesetzt.

Olympische Disziplinen

Bei den Olympischen Spielen ist Snowboarden mit den Disziplinen Halfpipe, Riesenslalom und Snowboardcrossing (direkter Vergleich in einem Parcours) vertreten.