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Trekking


Einsame Landschaften genießen beim Trekking © Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Foto: Einsame Landschaften genießen beim Trekking © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Beim Trekking handelt es sich um eine der natürlichsten Arten der Fortbewegung, bei der man alles Nötige zum Nächtigen und sich Verköstigen selber mitführt. Einst von Händlern und Schmugglern ausgeübt, haftet auch heute dem Trekking samt Biwak (ein behelfsmäßiges Nachtlager im Freien) etwas Abenteuerliches an: Eine gute Grundkondition, Orientierungsvermögen und die Freude an der freien Natur gehören zu den Voraussetzungen.
Die Ansprüche des Trekkers an den Naturraum sind bescheiden – außer einer attraktiven Umgebung wird von den meisten nur Grundlegendes entlang des Trekkingpfads, wie z.B. Brücken über  Flüsse, erwartet.
Die Auswirkungen des Trekking auf die Natur sind grundsätzlich identisch mit denen des  Wanderns, wobei beim Trekking in der Wildnis durch das Übernachten in der Natur ein zusätzliches Störungspotential auftreten kann. Dies ist beim Wandern fast ausgeschlossen, da Wanderer in der Regel tagsüber unterwegs sind und bei Mehrtagestouren in Pensionen und Hotels übernachtet wird. Weil Trekking nur von sehr wenigen Sportlern betrieben wird, sind die Auswirkungen vergleichsweise niedrig. Wenn Trekking allerdings massenhaft betrieben wird, z.B. an punktuellen Naturattraktionen, sind die negativen Auswirkungen immens (Beispiel: das Basislager am Mount Everest).

Trekking und Natur

Beschreibung der Sportart

Streng genommen bezeichnet der Begriff Trekking eine besondere Form des  Wanderns: Das Zurücklegen einer Strecke über längere Zeit und im Verzicht auf eine Infrastruktur. Die Übernachtung erfolgt unter freiem Himmel, im Zelt oder in einem Biwak – beispielsweise einem Blachen- (Zeltplane), Schnee- oder Steinbiwak. Dadurch unterscheidet sich Trekking vom Weit- oder Fernwandern (z.B. entlang des Jakobswegs), da dort eine Infrastruktur wie Hütten oder Herbergen genutzt wird. Heute hat sich aber der Begriff Trekking oder Trek als Sammelbegriff für Wanderungen von Ort zu Ort durchgesetzt. Man ist mit Rucksack unterwegs, übernachtet und verpflegt sich in Hütten und zieht am nächsten Tag wieder weiter. Man kann drei Tage lang unterwegs sein oder oder auch monatelang.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Der Reiz des Trekkings besteht im Leben in und mit der Natur sowie dem sich Fortbewegen aus eigener Kraft. Naturgenuss, Wohlbefinden, Freiheit und Unabhängigkeit sind wohl die größten Anreize.  Waldgebiete,  Gebirgsstrukturen und  Gewässer, aber auch Hochebenen und wüstenartige Gebiete werden gerne für Trekkings ausgewählt – je ferner der Zivilisation desto beliebter. Teilweise suchen Trekker auch die sportliche und mentale Herausforderung angesichts körperlich anstrengender oder technisch schwierig zu begehender Strecken. Die Belohnung ist sicher: einmalige Tierbeobachtungen und grandiose Naturschauspiele.

Anforderungen an den Naturraum

Trekking ist in nahezu jedem Naturraum, der den Ansprüchen der jeweiligen Personen genügt, möglich. Neben der Attraktivität der Landschaft sollte das Trekkinggebiet möglichst abgeschieden liegen, fern der Zivilisation. Jeder, der sich auf eine Trekkingtour begibt, sollte in der Lage sein, sich mit Kompass und Karte oder auch GPS zu orientieren. Man ist nicht auf eine Wegeinfrastruktur, Orientierungshilfen oder markante Geländepunkte angewiesen, nutzt sie jedoch gerne. Der Hauptgedanke ist jedoch: Man möchte sich in der „Wildnis“ wähnen und sucht seinen eigenen Weg.

Auswirkungen auf den Naturraum

Im Allgemeinen gehört Trekking samt Biwakieren zu den Natursportarten, die den Naturraum sehr wenig beeinflussen. Die  allgemeinen Verhaltensregeln sollten beachtet werden.



Naturverträgliches Trekking

Querfeldein und in abgelegenen Gebieten unterwegs zu sein erfordert aber, dass man auf die Tier- und Pflanzenwelt Rücksicht nimmt und das Biwak nicht in einem Naturschutz- oder Wildschutzgebiet einrichtet.
Der Bau von Trekking-Pfaden kann zwar bei schlechter Standortwahl ökologisch bedenklich sein, andererseits können sie die Funktion eines Besucherlenksystems erfüllen. Dadurch werden Fernwanderer weniger in ökologisch sensible Bereiche, sondern eher in die belastbareren Gebiete gelenkt. Die örtlichen Ge- und Verbote in Bezug auf besonders ausgewiesene Gebiete (Natur- und Wildschutzgebiete, militärische Sperrgebiete, bewilligungspflichtige Gebiete) müssen beachtet werden. Standortabhängig darf man auf privaten Grundstücken nicht biwakieren oder braucht die Genehmigung des Besitzers.
Beim Anlegen von Feuerstellen ist darauf zu achten, dass sie so klein wie möglich gehalten werden. Eine Umrandung mit Steinen ist sinnvoll, um die Ausdehnung des Feuers zu unterbinden. Feuer wie auch Glut sind vor dem Verlassen unbedingt mit Wasser zu löschen. Bei trockener und windiger Witterung sind Feuer ganz zu unterlassen: das Entstehungsrisiko eines Waldbrandes, der verheerende Folgen haben kann, ist niemals zu unterschätzen! Zudem dürfen beim Biwakieren keine Bäume in Mitleidenschaft gezogen werden: In der Schweiz ist das Fällen von Bäumen auch zwecks Biwak-Bau gänzlich untersagt.

Trekking im Detail

Geschichte

Mehrere Tage unterwegs sein, ohne auf eine Infrastruktur angewiesen zu sein, ist nichts Neues. Seit Jahrhunderten bewegen sich Handelskarawanen durch unwegsames oder unwirtliches Gelände, etwa entlang der Seidenstrasse, durch Wüsten oder über Gebirgspässe. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Trekking („eine Last ziehen“) hat der Sport nur noch in speziellen Fällen, etwa wenn man mit Langlaufskiern unterwegs ist und einen Schlitten hinter sich herzieht. Trekking als Freizeitvergnügen ist erst im 20. Jahrhundert populär geworden. Attraktiv für heutige Trekkingsportler sind natürlich Ziele in nicht erschlossenen Regionen der Erde, welche ausschließlich zu Fuß erreicht werden können. Im Trend liegen etwa Himalaya-Trekkings, aber auch die Gebirge in Süd- und Nordamerika und die Alpen locken mit vielen Trekking-Routen.

Voraussetzungen

Trekking inklusive Übernachtung unter freiem Himmel, in Zelten, Biwaks oder Hütten, bei dem alles nötige Material samt Proviant mit sich getragen wird, ist nicht für jedermann geeignet. Erstens verlangen Laufen und Tragen eine gewisse Grundkondition. Zweitens ist mentale Stärke von Vorteil, denn je nach Trekkingtour hält man sich tagelang fern der Zivilisation auf. Drittens benötigt man gutes Wissen über das Verhalten in der freien Natur (Witterung, Gewässer u.a.) und Kenntnisse darüber, was in einem Notfall zu tun ist.
Trekking mit Biwak erfordert eine relativ umfangreiche Ausrüstung: Wanderschuhe, Wanderstöcke, Regenschutz und ein bequemer Wanderrucksack. In den Rucksack gehört nebst Wasser, Notfallproviant, (warmer) Ersatzkleidung und Kartenmaterial auch eine Notfallapotheke. Je nach Tour und Übernachtungsmöglichkeiten sind Schlafsack, Isoliermatte, Zelt, Kocher mit Brennsprit, genügend Proviant und eine Thermosflasche dienlich. Alles sollte möglichst klein und leicht sein. Der Rucksack sollte nie mehr als 15-20 Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen.
In Geländen mit erhöhtem Unfallrisiko (Schluchten, Gletscher etc.) ist eine entsprechende Ausbildung oder die Betreuung durch einen Bergführer anzuraten. Eine gründliche Routenplanung (Schwierigkeit der Tour, Wegverlauf, Übernachtungsmöglichkeit, Wasserstellen, Wettervorhersage) schützt vor unliebsamen Überraschungen.

Organisation der Sportart

Trekking samt Biwak ist in den Alpen längst nicht so verbreitet wie der große Bruder, das  Wandern. Die meisten Trekking-Freunde wandern auch gerne, denn eine Trekkingtour braucht Zeit – eine Mangelware heutzutage. Wer eine längere Tour plant, den zieht es oft in ferne Gefilde statt der heimischen Berge. Da der Sport eine gewisse Fitness und den Verzicht auf jeglichen Komfort voraussetzt, wird er eher von jüngeren Menschen ausgeübt.
Da es im Verhältnis zu den Wanderern wenige Trekker gibt und diese Aktivität besonders von Individualisten durchgeführt wird, sind Trekker kaum organisiert oder sind einfache Mitglieder in einem Wanderverein oder in einem Alpenverein.

Varianten der Sportart

Trekking beinhaltet neben dem üblichen Trekkingwandern auch folgende Fortbewegungsformen:

In schneefreiem Gebiet

Trekking in schneefreiem Gebiet zu Fuß, ohne jedoch das Gepäck selber zu tragen. Je nach landesüblichen Gepflogenheiten und Größe der Trekkingtour (Teilnehmerzahl, Dauer) wird die Ausrüstung von menschlichen Trägern oder Lasttieren (z.B. Kamele, Maulpferde oder Esel), manchmal auch von geländegängigen Begleitfahrzeugen mitgeführt.

In schneebedecktem Gelände

Trekking in schneebedecktem Gelände mit Skiern oder Schneeschuhen: das Gepäck wird getragen oder auf einem Schlitten (Pulka) gezogen.

Expedition

Die extremste, vorwiegend professionelle Form des Trekkings in schwierigem Gelände. Expeditionen geht eine lange und genaue Planung durch erfahrene Trekkingsportler voraus, wodurch Risiken wie Höhenkrankheit, Infektionen oder Wetterumschläge vermindert werden können. In zivilisationsfernen Gegenden kommen manche Menschen – bewusst oder unbewusst – an ihre körperlichen Grenzen. Expeditionsvarianten sind Höhlenexpeditionen, Bergsteigen im Hochgebirge, Urwald- und (Eis-)Wüsten-Durchquerungen.

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