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Skilanglauf


© Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Foto: Skilangläufer © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Skilanglauf zählt zu den klassischen Wintersportarten und gilt als idealer Freizeit- und Familiensport. Der Reiz der Sportart liegt im lautlosen Gleiten durch die verschneite Winterlandschaft und dem Genießen der Ruhe und Umgebung. Der Skilanglauf ist eine vergleichsweise naturverträgliche Form des Wintersports, das Konfliktpotential gegenüber dem Naturschutz ist auf wenige Bereiche beschränkt – kann aber dort gravierend sein, wo wildlebende Tierarten in ihrer Winterruhe gestört werden.

Skilanglauf und Natur

Beschreibung der Sportart

Als eine Ausdauerdisziplin des Nordischen Skisports ist Skilanglauf sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport sehr beliebt. Man unterscheidet zwei Techniken: Beim klassischen Stil erfolgt die Bewegung im Diagonalschritt wie beim normalen Gehen, jedoch mit einer langen Gleitphase auf jedem Ski. Beim Skating, das sich erst in den letzten Jahren etabliert hat, werden die Füße wie beim Eisschnelllauf schräg nach vorne abgestoßen. Dadurch erlebt der Sportler ein anderes Fahrgefühl und erreicht wesentlich höhere Geschwindigkeiten.

Skilanglauf ist eine der gesündesten Ausdauersportarten, da durch den Ganzkörpereinsatz sämtliche Muskeln des Körpers gefordert und die Herz-Kreislauf-Funktion sowie die Atemleistung trainiert werden. Der Gesundheit förderlich sind außerdem die koordinativen Anforderungen und der winterliche Klima- und Temperaturreiz.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Der Anreiz für jeden Skilangläufer liegt in der Kombination von naturnaher Aktivität und Erholung. Die Aussicht Ruhe genießen zu können und die Winterlandschaft auf sich wirken zu lassen, motivieren viele Langläufer zu ausgedehnten Touren durch oftmals kontrastreiche Landschaften.

Anforderungen an den Naturraum

Skilanglauf wird bevorzugt in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland, in Alpentälern, oder auch im Flachland durchgeführt. Am besten geeignet sind Bereiche mit möglichst wenig Steigungen oder Gefälle. Loipen sind häufig nicht an Wegstrukturen gebunden und erschließen damit Flächen, die im Sommer wegen der Feuchteverhältnisse oder der landwirtschaftlichen Nutzung nicht betretbar sind.

Auswirkungen auf den Naturraum

Konflikte treten dann auf, wenn die Loipentrassen gespurt werden, ohne auf die im Winter erforderlichen Ruhe- und Rückzugsräume für wild lebende Tierarten Rücksicht zu nehmen. Außerdem kann es bei Präparierung und Nutzung von Loipen bei zu geringer Schneelage zu Schäden an der Vegetation oder von empfindlichen Böden kommen. Verstärkte Konflikte entstehen, wenn Skilangläufer gespurte Strecken verlassen und damit unwissentlich zur Beunruhigung des Lebensraumes empfindlicher oder gefährdeter Tierarten beitragen. Sind nicht ausreichende Rückzugsmöglichkeiten vorhanden, kann die Überlebensfähigkeit ganzer Populationen ernsthaft beeinträchtigt werden. Besonders empfindlich gegen Beunruhigung sind die  Raufußhühner, die in ihrem Bestand aufgrund von Lebensraumverlusten stark gefährdet sind. So flüchten  Birkhühner bei Annährung des Menschen und für ihn unmerklich, bereits ab einer Distanz von 300 m. Daher ist es entscheidend, dass Loipentrassen in Raufußhuhn-Habitaten vermieden und die gespurten Loipen von den Langläufern nicht verlassen werden. Gute Beispiele für ein naturverträgliches Loipenangebot gibt es z.B. im Naturpark Südschwarzwald.



Naturverträglicher Skilanglauf

Insgesamt bilden Absperrungen, Hinweisschilder und die überlegte Trassierung von Loipen eine effektive Möglichkeit, die Sportler so zu lenken, dass empfindliche Vegetationskomplexe und Rückzugsräume von Tieren nicht gestört werden.
Generell sollten die allgemeinen  Verhaltensregeln für Wintersportler beachtet werden.
Jeder Langläufer hat die Möglichkeit, durch verantwortungsbewusstes Handeln die mit dem Skilanglauf verbundenen Umweltprobleme nicht unnötig zu erhöhen. Dazu gehören z. B. die umweltbewusste Anreise, die Auswahl umweltfreundlicher Unterkünfte oder die Beachtung spezifischer Hinweise zum Schutz von Wald und Wild im Bereich der Loipen.

Skilanglauf im Detail

Geschichte

Schon vor Tausenden von Jahren banden sich die Menschen Bretter an die Füße, um damit über den Schnee zu gleiten. Diese Ski-Vorläufer waren unverzichtbare Fortbewegungsmittel für die Jagd im schneereichen nordischen Winter.
Erste Langlaufwettbewerbe wurden bereits um 1550 in Telemarken in Norwegen veranstaltet. Der erste bedeutende Wettkampf fand 1892 am Holmenkollen in der Nähe von Oslo statt und seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 gehört Skilanglauf zum festen Bestandteil des olympischen Programms.
Hatte das Langlaufen vor wenigen Jahren noch den Touch einer Seniorensportart („... für alle, denen die Abfahrtspisten inzwischen zu steil sind“), so hat sich das inzwischen geändert. Auf den Loipen entdeckt man einen bunten Mix von Menschen aller Altersklassen, die die Bewegung in der freien Natur schätzen.

Voraussetzungen

Diese eher ruhige und „sanfte“ Skisportart wird auf Loipen ausgeführt; der Bedarf an weiterer Infrastruktur ist bescheiden. Eine Loipe für den Skilanglauf ist eine maschinell gewalzte bzw. gespurte, markierte, unterhaltene und vor (z.B. alpinen) Gefahren gesicherte Strecke.

Die Ausrüstung für den klassischen Langlauf und das Skating besteht aus speziellen Ski, Stöcken, Skischuhen und warmer Funktionskleidung. Meist ist das Tragen einer Ski- oder Sonnenbrille angebracht, da die Sonneneinstrahlung im Gebirge sehr intensiv ist.

Beim Skilanglauf ist eine langsame Steigerung des Trainings von großer Bedeutung, da die Anpassung von Gelenken und Bändern langsamer erfolgt als von Herz, Muskeln und Kreislauf und somit die Gefahr von Verletzungen besteht. Bei Erkältungen oder Grippe sollte auf das Skilanglaufen verzichtet werden.
Drei bis vier Laufeinheiten über 30 – 40 min pro Woche sind aus gesundheitlicher Sicht optimal. Jeder Freizeitsportler sollte möglichst nach der Pulsuhr laufen und die Belastung nicht zu hoch wählen. Die Faustregel für den maximalen Pulswert lautet: 180 minus Lebensalter. Dies gilt selbstverständlich nur bei absoluter Gesundheit.

Organisation der Sportart

Internationaler Dachverband im Skisport ist der  Internationale Skiverband FIS.
Der  Deutsche Skiverband (DSV) ist der Dachverband und gleichzeitig Vertreter für in Deutschland organisierte Skisportler. Die Mitglieder setzen sich aus 20 Landes­skiverbänden (15 Bezirke, 11 Gaue) als ordentliche Mitglieder und mit Freunde des Skisports (FdS), Deutscher Schützenbund und Snowboardverband Deutschland als drei außerordentliche zusammen. Über die Landesskiverbände sind rund 650.000 Skisportler im DSV organisiert. Mit etwa 35.000 ausgebildeten Skilehrkräften verfügt der DSV über das weltweit größte Skilehrwesen. Insgesamt gibt es in Deutschland 7,39 Mio aktive Alpin-Skifahrer, 2,36 Mio Langläufer und 1,98 Mio Snowboarder (Stand 2013,  Quelle).

Skifahren kommt in der Schweiz nach dem  Radfahren, Schwimmen und  Wandern an vierter Stelle in der Rangliste der beliebtesten Sportarten. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 1,4 Mio SchweizerInnen mehr oder weniger regelmässig Skifahren. Swiss-Ski ist der Dachverband des Skisportes in der Schweiz. Dieser ist zuständig für die Sparten Ski alpin (Alpin, Freestyle, Telemark), Ski nordisch und Snowboard. Das Hauptengagement des Verbandes liegt im Leistungssport. Swiss- Ski zählt rund 106.000 Mitglieder in knapp 900 Clubs. Für die Ausbildung der Schneesportlehrer ist in der Schweiz der Verband Swiss Snowsports zuständig. Die Ausbildung erfolgt in den Disziplinen Ski, Snowboard, Langlauf und Telemark. Die Schneesportschulen sind ebenfalls Swiss Snowsports angeschlossen.

Die Loipen Schweiz ist ein Verein, welchem über 120 Langlauforganisationen in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz angeschlossen sind. Die Loipen Schweiz hat die Aufgabe die Organisationen aktiv zu unterstützen, die Zusam-menarbeit zu koordinieren und den Langlauf als Breitensport zu fördern.

Konfliktlösungen

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