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Skifahren


Skifahrer in den Alpen © Uschi Euler, piclease
Foto: Skifahrer in den Alpen © Uschi Euler, piclease

Skifahren ist in den Alpenländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien eine der beliebtesten Wintersportarten und von großer wirtschaftlicher Bedeutung für den Wintertourismus. Aber auch in Skandinavien und anderen europäischen Gebirgen wie den Karpaten, Pyrenäen, dem Apennin sowie den Rocky Mountains (USA und Kanada) hat Skifahren viele Fans. Die Erschließung der Gebirge für den Skisport und die große Anzahl der Wintersportler hat große Auswirkungen auf die Lebensräume der dort beheimateten Pflanzen und Tiere.

Skifahren und Natur

Beschreibung der Sportart

Die Skifahrer gelangen mit Seilbahnen und Liften zu den Gipfeln bzw. Bergstationen und fahren von dort aus rasant oder gemächlich in Richtung Tal. In Skigebieten gibt es Pisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die durch Schilder farblich gekennzeichnet sind. Diese Markierungen finden sich sowohl auf der Piste als auch auf Infotafeln im Skigebiet. Sie funktionieren wie ein Wegesystem und leiten die Sportler durch das gesamte Terrain. In den Alpen gibt es blaue Pisten (leichte Neigung; geeignet für Kinder und Anfänger), rote Pisten (mittlere Schwierigkeit) und schwarze Pisten (meist steile Hänge oder Buckelpisten, nur für Geübte und Fortgeschrittene). Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich bei schlechten Sicht- und Schneeverhältnissen.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Die schöne Fernsicht auf den Gipfeln bei klarer Sicht oder die weiträumige Landschaft, die in den Liften und Gondeln genossen werden kann, sind zwar Reize, die das Skifahren verschönern, aber möglicherweise nicht das Hauptmotiv dieser Sportart. Vielfach wichtiger sind steile, attraktive und abwechslungsreiche Pisten sowie das Erleben von Natur und Bewegung draußen in einer positiv stimmenden Umgebung mit viel Licht (Schnee und UV Licht) – das, was man in der dunklen grauen Jahreszeit in Städten und im Flachland selten findet.

Anforderungen an den Naturraum

Der Abfahrtsskilauf ist zwar auch in Mittelgebirgen möglich, der Schwerpunkt liegt jedoch vorwiegend in den  Alpen, wo längere und steilere Hänge und Pisten vorzufinden sind.

Auswirkungen auf den Naturraum

siehe  Snowboarden

 



Naturverträgliches Skifahren

siehe  Snowboarden

Wichtige Hinweise über naturverträgliches Skifahren gibt es auch vom  Deutschen Ski Verband, vom  Alpenverein und auf der Internetseite  www.respektiere-deine-grenzen.ch.

Skifahren im Detail

Geschichte

Ursprünglich wurden Ski hauptsächlich als Transport- und Fortbewegungsmittel verwendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der alpine Skilauf zu einer sehr populären und weitverbreiteten Sportart entwickelt. In Europa und Amerika entstanden zahlreiche Wintersportorte, die tausende Touristen und Wintersportler aufnehmen konnten.

Voraussetzungen

Eine gewisse Grundkondition und Grundgesundheit des Sportlers ist wichtig, da man sich in alpinen Regionen mit weniger Sauerstoff in der Höhenluft aufhält. Schon Vorschulkinder können Skifahren erlernen. Die Ausrüstung besteht aus speziellen Ski, Stöcken, Skischuhen und warmer Funktionskleidung. Eine Ski- oder Sonnenbrille sollte immer getragen werden, da die Sonneneinstrahlung im Gebirge sehr intensiv ist. Die Ausrüstung (vor allem die Skibindung) ist für jeden einzelnen Skifahrer individuell durch einen Fachhändler einzustellen, um das Verletzungsrisiko in Grenzen zu halten.

In den letzten Jahren hat eine neue Fahrtechnik den Skisport revolutioniert – das „Carving“, eine Weiterentwicklung des „geschnittenen Schwungs“ beim Skifahren, bei dem die Schwünge vollständig auf den Stahlkanten gefahren werden. Beim Carving zeichnet der Ski mit den Kanten deutliche Spuren in den Schnee. Hierfür wurden neue Skier entwickelt. Carving-Ski sind breiter und kürzer als klassische Alpinski und tailliert, so dass sich engere Radien fahren lassen. Zudem ist mit Carving-Ski das Skifahren für Anfänger leichter zu lernen, da sie drehfreudiger sind.

Mit Betreten eines Skigebietes werden Skifahrer auf Infotafeln darauf hingewiesen, welche Verhaltensregeln zu beachten sind, um sich und andere nicht zu gefährden. Die  Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbandes FIS sind Pflicht und weltweit bindend.

Organisation der Sportart

Internationaler Dachverband im Skisport ist der  Internationale Skiverband FIS.
Der  Deutsche Skiverband (DSV) ist der Dachverband und gleichzeitig Vertreter für in Deutschland organisierte Skisportler. Die Mitglieder setzen sich aus 20 Landes­skiverbänden (15 Bezirke, 11 Gaue) als ordentliche Mitglieder und mit Freunde des Skisports (FdS), Deutscher Schützenbund und Snowboardverband Deutschland als drei außerordentliche zusammen. Über die Landesskiverbände sind rund 650.000 Skisportler im DSV organisiert. Mit etwa 35.000 ausgebildeten Skilehrkräften verfügt der DSV über das weltweit größte Skilehrwesen. Insgesamt gibt es in Deutschland 7,39 Mio aktive Alpin-Skifahrer, 2,36 Mio Langläufer und 1,98 Mio Snowboarder (Stand 2013,  Quelle).

Skifahren kommt in der Schweiz nach dem  Radfahren, Schwimmen und  Wandern an vierter Stelle in der Rangliste der beliebtesten Sportarten. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 1,4 Mio SchweizerInnen mehr oder weniger regelmässig Skifahren. Swiss-Ski ist der Dachverband des Skisportes in der Schweiz. Dieser ist zuständig für die Sparten Ski alpin (Alpin, Freestyle, Telemark), Ski nordisch und Snowboard. Das Hauptengagement des Verbandes liegt im Leistungssport. Swiss- Ski zählt rund 106.000 Mitglieder in knapp 900 Clubs. Für die Ausbildung der Schneesportlehrer ist in der Schweiz der Verband Swiss Snowsports zuständig. Die Ausbildung erfolgt in den Disziplinen Ski, Snowboard, Langlauf und Telemark. Die Schneesportschulen sind ebenfalls Swiss Snowsports angeschlossen.

Die Loipen Schweiz ist ein Verein, welchem über 120 Langlauforganisationen in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz angeschlossen sind. Die Loipen Schweiz hat die Aufgabe die Organisationen aktiv zu unterstützen, die Zusammenarbeit zu koordinieren und den Langlauf als Breitensport zu fördern.

Varianten der Sportart

Wettkampf- disziplinen

Folgende Diszilpinen werden als Wettkampfsport ausgeübt:

Abfahrt

Ist die Königsdisziplin des alpinen Skisports und gilt zugleich als älteste Disziplin. Sie verlangt von den Athleten Ausdauer, technisches Können und Mut, wobei die Strecke mit anspruchsvollen Kurven, Sprüngen und Gleitphasen bei hohem Tempo möglichst fehlerfrei absolviert werden muss.

Super-G

Steht für „Super Giant Slalom“, zu deutsch „Super-Riesenslalom“, und stellt neben der Abfahrt die zweite Speed-Disziplin im Ski Alpin dar. Der Super-G verlangt Mut zur Geschwindigkeit und eine saubere Technik beim Absolvieren der Tore, Sprünge und Gleitphasen innerhalb des gesteckten Kurses. Obwohl die Strecke kürzer und langsamer ist als bei der Abfahrt, ist sie technisch anspruchsvoller, da es mehr und enger gesetzte Tore gibt. Jeder Athlet fährt einen Lauf, der Schnellste wird zum Sieger gekürt.

Riesenslalom

Gehört zu den technischen Disziplinen. Der Kurs ähnelt dem Slalom, allerdings sind weniger Tore gesetzt, sodass die Kurven weicher ausfallen. Jeder Athlet absolviert zwei Läufe, den ersten gewöhnlich am Morgen, den zweiten am Nachmittag. Die Zeiten der beiden Läufe werden addiert und so die schnellste Gesamtzeit ermittelt.

Slalom

Ist die alpine Disziplin mit der kürzesten Strecke und den schnellsten Drehungen. Wie beim Riesenslalom gehen die Athleten zweimal an den Start. Gewonnen hat der Läufer mit der schnellsten Gesamtzeit.

Kombination

Besteht aus einer Abfahrt und einem Slalom-Wettbewerb. Die Zeiten der beiden Disziplinen werden zusammengezählt: Gewinner ist der Läufer mit der schnellsten Gesamtzeit.

Freizeitskisport

Folgende Varianten des Skifahrens werden als Freizeitaktivitäten ausgeübt:

Variantenfahren (Freeriden)

Skifahren und Snowboarden außerhalb markierter und präparierter Pisten wird als Variantenfahren bezeichnet. Besonders reizvoll ist das Variantenfahren nach Neuschneefällen, wenn frische Spuren in den Schnee gelegt werden können. Im Unterschied zum Skitourengehen werden beim Variantenfahren Skilifte und Bahnen als Aufstiegshilfe verwendet. Somit sind weder Laufbindung noch Steigfelle notwendig; kurze Aufstiege oder Traversen werden zu Fuß mit geschulterten Skiern bewältigt. Dringend empfohlen wird die Verwendung von Lawinen-Notfall-Ausrüstung (Lawinenverschütteten-Suchgerät, Schaufel, Sonde).

Das Variantenfahren ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, was zu vermehrten Konflikten mit Wildtieren geführt hat. Behörden, Bergbahnen und Sportverbände arbeiten gemeinsam an Maßnahmen, um Wildeinstandsgebiete besser vor Variantenfahrern zu schützen. Absperrungen und markierte Sperrgebiete sind unbedingt zu beachten, Zuwiderhandlungen bei Willdschutzgebieten werden bestraft.

Heliskiing

Eine sehr exklusive, und nach Umweltgesichtspunkten nicht mehr zeitgemäße Variante des Skifahrens, bei der die Skifahrer von einem zentralen Punkt aus mit einem Hubschrauber in interessante, meist unberührte Gebiete geflogen werden.
In vielen Gebieten ist diese Form des Skifahrens verboten, da sie mit einer hohen Lärmentwicklung und dem Aufscheuchen von Wild verbunden ist. Die Stresssymptome, die durch den Geräuschpegel bei den Tieren ausgelöst werden, können bis zu deren Tod führen.
In zahlreichen Ländern wie Kanada oder in Asien ist das Heliskiing dennoch sehr beliebt. Aber auch in den Alpenregionen wird der Hubschrauber oftmals als Aufstiegshilfe genutzt, ist jedoch auf behördlich festgelegte Gebiete begrenzt.

Konfliktlösungen

Weitere Konfliktlösungen