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Laufen


© Michael Pütsch
Foto: Läufer am Strand © Michael Pütsch

Das Laufen als Freizeitsport zur Verbesserung der Fitness entstand erst im 20. Jahrhundert. Aus ihm entwickelten sich weitere Disziplinen, wie z.B. das Nordic Walking. Der Reiz des Laufens stellt für viele die einfache Form der Ausübung dar, ohne dass große Voraussetzungen mitgebracht werden müssen, weshalb sich der Laufsport auch einer weiten Verbreitung erfreut. Die Auswirkungen des Laufsports auf die Natur sind generell sehr gering. Belastungen tauchen hauptsächlich durch falsche Verhaltensweisen und bei Großveranstaltungen auf.

Laufen und Natur

Beschreibung der Sportart

Der Laufsport beruht wie das  Wandern auf der Fortbewegung zu Fuß. Laufen kann individuell oder als vereinsgebundener Leistungs- und Breitensport ausgeübt werden. Laufen kann man zu jeder Jahreszeit, alleine oder in der Gruppe. Die Laufart, die Geschwindigkeit, die Beschaffenheit der Strecke (flach oder mit Steigungen) und ihre Länge bestimmt der Läufer je nach Leistungsgrad selbst.

Wirkung der Natur auf den Sportler

Der Läufer bevorzugt Strecken in landschaftlich attraktiver Umgebung. Neben dem Erleben der Natur stehen beim Laufen oft Gesundheitsaspekte oder Trainingsziele im Vordergrund.

Anforderungen an den Naturraum

Laufen kann man in nahezu jedem Naturraum, der den Ansprüchen des Läufers genügt. Favorisiert werden unbefestigte Wege. Die Strecke durch die Landschaft wird entweder selbst gewählt oder der Läufer orientiert sich an vorgegebenen Laufwegen. Für manche Läufer stehen Naturerleben und der Aufenthalt an der frischen Luft im Vordergrund; sie legen ihre Strecken bewusst in besonders ansprechende Landschaftsabschnitte. Andere Läufer konzentrieren sich eher auf Lauftechnik und Geschwindigkeit und versuchen einen bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen; für sie ist die Strecke eher Kulisse. Während Jogger relativ ebenen Untergrund ohne große Hindernisse bevorzugen, wählen Cross- oder  Orientierungsläufer Strecken mit abwechslungsreichem Untergrund.

Auswirkungen auf den Naturraum

Die Auswirkungen des Laufens auf den Naturraum sind sehr gering. Störungen durch Jogger werden am ehesten durch falsches oder verbotenes Verhalten verursacht, wie z.B. das Beunruhigen scheuer Tiere durch das Mitführen von Hunden ohne Leine, Parken in der Natur und das Verschmutzen der Landschaft durch Müll.
Beim Cross- und  Orientierungslauf sind die Einwirkungen auf die Umwelt höher, da hauptsächlich querfeldein gelaufen wird.



Naturverträgliches Laufen

Bei der Planung von Laufstrecken durch geschützte Gebiete muss das Wegegebot beachtet und ggf. eine Genehmigung eingeholt werden. Den Läufern sollte klar vermittelt werden, dass die ausschließliche Benutzung der Wege vorgeschrieben ist. Hierdurch kann die Störung bzw. Beschädigung von bedrohten Tier- und Pflanzenarten minimiert werden.

Bei Veranstaltungen wie Orientierungs- oder Crossläufen, deren Strecken bis zu 90% abseits von Wegen liegen, sollte unbedingt auf folgende Rahmenbedingungen geachtet werden:
1. Möglichst keine geschützten Gebiete durchqueren. Vorher über den Schutzstatus informieren.
2. Wenn in geschützten Gebieten gelaufen wird, dann nur auf vorgegebenen Wegen (Wegegebot in Naturschutzgebieten beachten!)
3. Veranstalter müssen Läufe bei den zuständigen Behörden anmelden und genehmigen lassen. Die Teilnehmerzahl den Strecken und Wegen anpassen.

Laufen im Detail

Voraussetzungen

Zum Laufen sind keine besonderen körperlichen oder konditionellen Voraussetzungen notwendig. Der Sport kann so gut wie überall ausgeübt werden und unterliegt keinen grundsätzlichen alters-, zeit- und wetterabhängigen Voraussetzungen. Der Materialaufwand ist im Gegensatz zu anderen Sportarten sehr gering. Man benötigt lediglich ein Paar Laufschuhe, die allerdings eine gute Dämpfung zur Gelenkschonung aufweisen sollten. Dies gilt besonders, wenn häufig auf Asphalt gelaufen wird.

Organisation der Sportart

Das Laufen ist sehr weit verbreitet, wobei nur ein geringer Teil der Sportler Mitglied eines Vereins ist.
In Deutschland werden die Interessen der Läufer hauptsächlich durch den  Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vertreten, in der Schweiz z. B. durch  Swiss Athletics und den Fachverband für Leichtathletik. Das Laufen ist nach Radfahren die zweitliebste Sportart der Deutschen mit 17 Mio. regelmäßigen Läufern und ca. 1 Mio. Nordic Walkern. 2010 fanden in Deutschland über 3.700 organisierte Volksläufe mit über 2 Mio. Teilnehmern statt.

Varianten der Sportart

Laufen hat viele Varianten, vom einfachen Joggen bis zu Marathonläufen, Bergläufen oder anspruchsvollen Orientierungsläufen.

Joggen

Laufen als Freizeit- oder Gesundheitssport hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Massenphänomen entwickelt, nicht zuletzt durch eine immer größere Bandbreite an Sportartikeln und prominente Werbeträger. Entstanden in den USA wurde Joggen auch hierzulande immer beliebter. An den heutigen Massenveranstaltungen nehmen regelmäßig Tausende Läufer teil. Wesentliche Gründe für die Verbreitung des Joggens sind die einfache Sportausübung, der relativ geringe Materialeinsatz, die nahezu völlige Ungebundenheit an bestimmte Zeiten und Anlagen. Trotz Laufbänder in Fitnessstudios sind die meisten Jogger eher an der Sportausübung im Freien interessiert. Aus gesundheitlichen Aspekten sollte ein weicher Untergrund (z.B. Gras oder Sand) einem asphaltierten vorgezogen werden. Die Strecke, die ein Läufer beim Joggen zurücklegt, ist individuell bestimmt.
Viele Jogger nehmen mit zunehmendem Trainingsstand aber auch an organisierten Volksläufen teil, die i.d.R. über 5 km, 10 km (die am häufigsten gelaufene Strecke), und die Halbmarathon-Distanz bis zur 42,195 km langen Marathon-Strecke und bei “Ultraläufen“ sogar noch mehr betragen (bis 100 km).

Crosslauf

Im Gegensatz zum Joggen wird beim Crosslauf in freier Natur auf unebenen Wegen oder querfeldein gelaufen. Die Bewältigung der Natur mit ihren unterschiedlichen Geländestrukturen und die intensivere Naturerfahrung sind die Motivation für das Crosslaufen. Die Unterschiede zwischen Strecken- und Crosslaufen sind vergleichbar mit denen zwischen Fahrradfahren und Mountainbiking.

Orientierungslauf

siehe Menüpunkt  Orientierungslauf

Konfliktlösungen

Weitere Konfliktlösungen