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Offenland


Strukturreiche Agrarlandschaft in Schleswig-Holstein © Thorsten Schier, piclease
Foto: Strukturreiche Agrarlandschaft in Schleswig-Holstein © Thorsten Schier, piclease

Als Offenland bezeichnet man Gebiete, die nicht von Gehölzvegetation dominiert sind. Dieses Merkmal trifft auf eine Vielzahl von Gebietseinheiten zu, die ansonsten jedoch sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. In Abgrenzung zum Offenland werden Flächen mit einem Waldanteil von mehr als 70% bzw. 40-70% als Waldlandschaften und waldreiche Landschaften bezeichnet. Bei einem Waldanteil von unter 40% spricht man von strukturreichen, bei unter 20% von offenen Kulturlandschaften. Neben den natürlichen waldfreien Gebieten ( alpine Bereiche,  Blockhalden,  Hochmoore und Meeresküsten) sind im Offenland anthropogene Ersatzgesellschaften wie  Acker,  Wiesen und Weiden,  Magerrasen,  Heiden,  Hecken und Gebüsche sowie vereinzelter  Bäume oder kleinere Haine zu finden. Sie sind durch die Nutzung des Menschen entstanden, das heißt es sind überwiegend kulturlandschaftlich geprägt und/oder landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Lebensraum Offenland

Entstehung

Ihre Entstehung begann mit dem Neolithikum, dem Sesshaft werden der Menschen, dem Ackerbau und der Weidewirtschaft, später dann auch mit der Gartenkultur und der Forstwirtschaft. Die ehemalige Naturlandschaft, die überwiegend eine Laubwaldlandschaft war, wurde durch diese Entwicklung zur Kulturlandschaft. Die Holzentnahme und Rodung führte zu einer Differenzierung der Landschaft, da kleine Standortunterschiede im Offenland Auswirkungen auf die Nachfolgevegetation haben. Schon kleine Geländeunterschiede beispielsweise wirken sich im Offenland auf den Wasserhaushalt oder das Mikroklima aus, während diese im Wald ausgeglichen werden. Innerhalb der Entwicklung der Kulturlandschaft entfalteten sich neue Habitatverhältnisse für in der Naturlandschaft nicht konkurrenzfähigen Tier- und Pflanzengesellschaften. So wanderten zum Beispiel Steppenarten ein oder der Mensch führte bewusst oder unbewusst Arten ein, wie z.B. Ackerbeikräuter, Früchte, Gemüse u.v.m. Den Arten dienten dabei zum Teil auch Verkehrswege als Ausbreitungspfad, so dass die Ausbreitung oft auch linienhaft zu verfolgen ist.

Landwirtschaft

Die extensive Bewirtschaftung bis zum Einsetzen der industriellen Revolution führte zwar zum Waldrückgang, hatte jedoch zu einer Erhöhung der Diversität geführt. Durch die Intensivierung im Agrarbereich seit den 50er-Jahren und der Nutzungsaufgabe von Grenzertragsstandorten verschwanden jedoch vor allem extensiv genutzte Agrarökosysteme und mit ihnen die an sie angepassten Tier- und Pflanzenarten.

Die Intensivierung der Landwirtschaft durch den Anbau von Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, Fungiziden, Kunstdüngern und Landwirtschaftsmaschinen führt heute zu häufig großflächigen landwirtschaftlichen Flächen mit gleichförmiger Nutzung. Insektizide dezimieren Fraßinsekten, Herbizide beseitigen Konkurrenzpflanzen und Fungizide Schmarotzer. Diese Bewirtschaftung hat eine Reduktion der Biotopvielfalt zur Folge.

Folgelandschaften

Bei den Folgelandschaften nach der Nutzungsaufgabe handelt es sich im Sinne des Naturschutzes meist um wertvolle Landschaften, da diese gute Bedingungen für die Ansiedlung von selten gewordenen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten bieten. Die ehemals extensiv genutzten Kulturlandschaften sind heute fast nur noch in Schutzgebieten zu finden. Aus einem Offenland entwickeln sich ohne den Einfluss des Menschen Folgelandschaften. Dabei entsteht in einer langfristigen Abfolge verschiedener Vegetationstypen eine Schlussgesellschaft, in der Regel Wald. Zur Erhaltung und Pflege von Offenlandschaften bedarf es einer koordinierten Biotoppflege durch forstliche Methoden oder extensive Landwirtschaft.

Gefährdung

In Deutschland nehmen die Offenlandflächen stetig ab. Die Zunahme von Wald, Siedlungs- und Verkehrsflächen gehen in erster Linie auf Kosten von Landwirtschaftsflächen und anderen offenen Kulturlandschaften. Dieser Nutzungsdruck führt zu einem Verlust an wertvollen Biotopen. Die Offenlandflächen verlieren nicht nur insgesamt an Fläche sondern werden in isolierte Einzelteile zerlegt. Die verbleibenden Biotopinseln sind für viele Arten zu klein und ihre Isolation erschwert den Austausch von Individuen zwischen den Gebieten. Insgesamt geht mit dem Verlust der Offenlandschaften auch Biologische Vielfalt verloren.

Natursport in Offenlandschaften

Für den Natursportler bieten Offenlandschaften und strukturreiche Kulturlandschaften vielfältige Räume für unterschiedlichste Sportarten. Diese Vielfältigkeit macht den besonderen Reiz für alle Landsportarten aus. Dem Sportler wird ein abwechslungsreiches Naturerlebnis zuteil. Doch auch  Luft-,  Wasser- und  Wintersportler benötigen Offenland zur Ausübung ihres Sports. Für den Luftsport bedarf es großer Flächen für Starts und Landungen. Aber auch der Flug selbst wird durch den Strukturreichtum der Offenlandschaften spannender. Wassersportler nehmen zum Ein- und Ausstieg am Gewässer Offenland in Anspruch. Und letztlich findet Wintersport überwiegend auf unbewaldeten Flächen statt.

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