Bundesamt für Naturschutz

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Natursport


Gleitschirmflieger © Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Gleitschirmflieger © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Sport in der freien Landschaft macht Spaß, fördert die Gesundheit, bietet Entspannung und einmalige, intensive Naturerlebnisse – der Erhalt der Naturräume darf dabei aber nicht zu kurz kommen. Besonders beim Natursport wird das enge Verhältnis zwischen Mensch und Natur deutlich: Es liegt im ureigenen Interesse der Sportler, die Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten, zu schonen und zu schützen.
Natursport verlangt einen bewussten Umgang mit natürlichen Lebens- und Landschaftsräumen.

Das Kuratorium Sport und Natur e.V. ist der Zusammenschluss der Natursportverbände in Deutschland mit über 3,5 Mio Mitgliedern.
Allerdings ist nur ein Bruchteil der Menschen, die Naturräume zur Sportausübung nutzen, in Vereinen organisiert. Die weitaus größere Nutzergruppe sind die individuellen Sportler.
Alle Natursportler aber teilen das wunderbare Erlebnis von Bewegung in Natur und Landschaft und sollten sich deshalb für naturverträgliches Sporttreiben einsetzen.

Die Überzeugungen und Anliegen des Kuratoriums sind:

  • Naturschutz und Natursport sind keine Gegensätze, sondern sich ergänzende Ziele, die partnerschaftlich erreicht werden können.
  • Förderung des Naturverständnisses und der naturschonenden Sportausübung unter den Mitgliedern und Förderung eines besseren Verständnisses von Sport in der Natur in der Öffentlichkeit.
  • Sicherung des Rechts auf eine naturverträgliche Sportausübung in der freien Natur.

Das Kuratorium setzt dabei auf die Einbeziehung aller Beteiligten aus Sport und Naturschutz, um eine größtmögliche Akzeptanz zu erreichen. Viele Verbände haben erfolgreiche Konzepte für eine natur- und landschaftsverträgliche Sportausübung entwickelt.

Auswirkungen von Natursport auf die Natur

Natur ist eine endliche Ressource.
Natursport kann zu Konflikten zwischen Sport- und Naturschutzinteressen führen, da sich Sportler oftmals ursprüngliche und naturnahe Räume zur Ausübung ihres Sports suchen. Gerade diese Naturräume sind besonders schützenswert.

Die Auswirkungen der Sportausübung in der Natur können erheblicher sein als vermutet. Beispiele für Konfliktpotentiale sind:

  • Störung der Tier- und Pflanzenwelt in empfindlichen Lebensräumen, insbesondere während der häufig von Wildtieren zur Nahrungsaufnahme bevorzugten Morgen- oder Abenddämmerung bzw. während der Brut- und Aufzuchtszeit
  • Zerstörung von Lebensräumen durch für Natursport geschaffene Infrastruktur
  • Gefährdung von Arten bzw. Artenverschiebung
  • Schädigung von Boden und Vegetation durch hohe Trittbelastung, was zu Erosion und schließlich irreversiblen Schäden und einer Gefährdung der Artenvielfalt führen kann

Naturverträglicher Sport

Handlungs- empfehlungen

In den letzten Jahren haben sich Natursportler und Naturschützer verstärkt darum bemüht, gemeinsam Konzeptionen zu erarbeiten, welche den Interessen beider Seiten gerecht werden und eine neue Qualität im naturverträglichen Sport hervorgebracht haben. Der Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesumweltministerium hat den Begriff der natur- und landschaftsverträglichen sportlichen Betätigung in der freien Natur als solche definiert, wenn Sportler:

  • sich vor und während der Sportausübung über die vorhandenen Vorschriften zum Schutz von Biotopen und Tier- und Pflanzenarten informieren und diese beachten. Möglicherweise bestehen auch Vereinbarungen oder Verträge zwischen Sportverbänden, Behörden und/oder Naturschutzverbänden, die eingehalten werden müssen.
  • die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft schätzen und achten, um gerade auch den Erlebnis- und Erholungswert in ihrem eigenen Interesse nicht zu schmälern.
  • sich leise und rücksichtsvoll in der Natur verhalten und ausreichenden Abstand zu gefährdeten Pflanzen und Tieren halten.
  • sich vorab über vor Ort vorkommende wildlebende Tiere und schützenswerte Pflanzen informieren, um diese nicht erheblich zu stören bzw. dauerhaft zu schädigen.
  • bei der Auswahl des Natursportplatzes vorhandene Infrastrukturen (z.B. Wege, Bootsanlegestellen, Lagerplätze) miteinbeziehen, statt unberührte Natur zu nutzen.
  • durch ihre Sportausübung nichts dauerhaft und erheblich in und an den Lebensräumen der heimischen Tiere und Pflanzen verändern.
  • weder Abfälle noch naturschädigende Materialien (oder Stoffeinträge) in der Natur zu hinterlassen.
  • zur Sportausübung auf den Einsatz von Verbrennungsmotoren (außer Hilfsgeräte) verzichten. Die Anreise sollte möglichst umweltschonend erfolgen (z.B. durch Fahrgemeinschaften oder Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel).
  • im Zweifelsfall freiwillig auf die Sportausübung verzichten, wenn absehbar ist, dass ihr Tun Schäden verursachen könnte oder der Naturraum offensichtlich überfüllt ist.

Darauf basierend wurden die folgenden allgemeinen Regeln für Natursportler vom Kuratorium Sport und Natur e.V. entwickelt, die jeder Sportler, ob im Verband oder solo in der Natur unterwegs, beherzigen sollte:

Die 7 Outdoor-Regeln für Natursportler

Die Natur ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Nur wenn wir Menschen bereit sind, die natürlichen Lebensräume zu schützen und zu bewahren, haben wir das Recht, sie für unsere Freizeit zu nützen.

  • Informiere Dich über die Natur und darüber wie Du sie schützen kannst. Natursport erfordert eine sorgfältige Planung. Informiere Dich also vorab über die lokalen Gegebenheiten, die Anforderungen der Tour und wie Du dich dort umweltgerecht verhalten kannst.
  • Rüste Dich sport- und umweltgerecht aus. Die Ausrüstung soll zweckmäßig, also auf die Anforderungen des jeweiligen Natursportes abgestimmt und langlebig sein.
  • Fahre möglichst mit Bussen und Bahnen oder bilde Fahrgemeinschaften. Wenn möglich, sollte das Auto zu Hause bleiben. Wer nur mit dem Zug fährt, kommt sicherer und oft genauso schnell zu seinem Ausgangspunkt. Jedenfalls läuft man nicht Gefahr, im Stau zu stehen. Falls dennoch das Auto benutzt werden muss, so ist die Bildung von Fahrgemeinschaften eine Selbstverständlichkeit.
  • Nutze markierte Wege, Routen, Park- und Lagerplätze. Nutze die ausgewiesenen Wege und Routen. Beim Abstellen des Autos sind bestehende Park- und Halteverbote unbedingt zu respektieren. Feuer dürfen nur an offiziellen Feuerstellen entzündet werden.
  • Vermeide Müll. Unvermeidbaren Abfall immer mit nach Hause nehmen. Im Erlebnisraum Natur ist dafür kein Platz.
  • Beachte Sperrzeiten und Schutzbereiche. Beachte die aktuellen Zugangsregelungen für das jeweilige Gebiet. Berücksichtige darüber hinaus die gekennzeichneten Schutzbereiche für Tiere und Pflanzen. Aktuelle Informationen hierzu gibt es bei den zuständigen Mitgliedsverbänden.
  • Respektiere den Lebensbereich von Tier und Pflanze sowie die Rechte anderer Menschen. Dass man Blumen nicht pflückt, Wildtiere nicht stört und nicht herumschreit, ist eine Selbstverständlichkeit. Beachte aber auch die Interessen der Anwohner und anderer Nutzergruppen und übe Deinen Sport rücksichtsvoll aus.

Weitere Informationen

Einen guten Überblick und Hinweise zur umweltgerechten Ausübung von Freizeitaktivitäten gibt auch der Ratgeber „Freizeit und Natur“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit.
Daneben gibt es bei zahlreichen Natursportverbänden Informationen über die natur- und umweltverträgliche Ausübung ihrer Sportart.