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Zeidenitz, Christina (2005) Freizeitaktivitäten in der Schweiz - wegen oder gegen Natur und Landschaft? Eine umweltpsychologische Studie zu Motiven, Einstellungen und Lenkungsstrategien


Diese Auswertung wurde erstellt von: Christina Zeidenitz

 

SPORTARTEN

Andere Freizeitaktivitäten, Canyoning, Helikopterskiing, Jagd, Kanu, Kajak, Klettern, Landgebundener Sport, Laufen, Motorboot/Wasserski/Parasailing, Mountainbiking, Naturbeobachtung, Pistenskilauf (Ski Alpin), Radfahren, Reitsport, Segeln, Skilanglauf, Snowboarden, Spaziergang mit Hund, Surfen, Tourenskilauf, Wandern/Geländelauf, Wassersport, Wintersport

 

INHALT

Ausgangspunkt dieser Studie ist die grundlegende Problematik, dass die Ausübung von Freizeitaktivitäten im Freien diverse negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft haben kann sowie die der bisherigen Unkenntnis über die Effektivität von behördlichen Lenkungsmassnahmen. Die Studie stellte sich Fragen zur Rolle von Natur und Landschaft bei der Ausübung von Outdoor-Freizeitaktivitäten, nach den zugrundeliegenden Motiven sowie der Effektivität von konkreten Lenkungsmassnahmen zur Unterstützung von naturverantwortlichem Verhalten. Auf der Grundlage eines Verhaltensmodells wurden verschiedene Faktoren untersucht, die Einfluss haben auf naturverantwortliches Verhalten im Bereich unorganisierter und alltäglicher (Trend-und klassischer) "Outdoor"-Freizeitaktivitäten. Dies mittels qualitativer (Interviews), quantitativer (schweizweite Fragebogenerhebung) und (feld-)experimenteller Methoden.
Die Studie gibt einen aktuellen Gesamtüberblick über das schweizweite (Outdoor-)Freizeitaktivitätsverhalten: der Wichtigkeit sowie der Frequenz von insgesamt 31 repräsentativen Outdoor-Freizeitaktivitäten in der Schweiz.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

 

 

  • Die Mehrzahl der befragten Personen verbringen ihre Freizeit v. a. in alltäglicher und „klassischer“ Art wie Spazierengehen, Wandern, Velo/Fahrradfahren, Schwimmen und Picknicken.
  • Häufig ausgeübte Aktivitäten werden auch als wichtig eingestuft.
  • Die Motivation ist ein entscheidender Verhaltensfaktor, den es bei der Planung und Durchführung von Lenkungsmassnahmen zu beachten gilt.
  • Hoher Stellenwert von Naturerleben/Erleben von schöner Landschaft, neben Erholung und Entspannung.
  • Nur für die Trendaktiven wichtig: Das Erleben von Abenteuer, Risiko und Nervenkitzel.
  • Es zeigen sich Differenzen zwischen den unterschiedenen "klassischen" und "Trend"-Aktivitäten: Bei Trend-Aktiven steht z. B. das Bedürfnis nach Freiheit und Selbstkontrolle ganz klar im Vordergrund. In ihrer Einstellung zur Natur ist den Befragten vorrangig der Schutz, aber auch das Spüren und Erleben sowie die Unberührtheit und die Artenvielfalt von Natur wichtig.
  • Wesentliche Anreize sind die Suche nach Freiheit und Flucht vor Gängelung/Bevormundung. Dies drückt sich im Bedürfnis nach Selbstkontrolle und der Aufrechterhaltung von Freiheit aus.
  • Bei der Entwicklung von verhaltensändernden Massnahmen kann man sich vermehrt auf den Wunsch zur Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft stützen.
  • Ein sensibler Punkt in der vorliegenden Problematik: Die Stigmatisierung von Freizeitaktiven als "Umweltsünder" kann unkooperatives Verhalten erzeugen. Man kann aber davon ausgehen, dass Freizeitaktive ein grosses Interesse an der Möglichkeit zur Ausübung ihrer Aktivität haben. Diese Konsens-Grundlage sollte für eine Umsetzung naturverantwortlichen Vehaltens berücksichtigt werden.
  • Es zeigen sich Unterschiede zwischen der Bewertung von Lenkungsmassnahmen und der selbstberichteten Berücksichtigung dieser Massnahmen: Informationsbroschüren werden sehr positiv bewertet, aber selten gelesen, Gebots- und Verbotsschilder negativ bewertet, aber sehr häufig berücksichtigt, saisonale Sperrungen nur wenig positiv bewertet, aber stets eingehalten. Zudem erhobene Massnahmen wie Ehrenkodizes, Infrastruktur und Errichtung von Naturschutzgebieten wurden ebenso positiv eingestuft wie auch berücksichtigt.
  • Bei der Entwicklung von Massnahmen sollte man an das Interesse an Natur und Landschaft bei gleichzeitigem sehr hohen Interesse an einer selbstbestimmten Ausübung der Aktivität anknüpfen.
  • Der Einsatz von Sprache sollte zielgruppenorientiert, v. a. aber kurz und klar sein, verbunden mit einem klaren (handlungslenkenden) Appell.
  • Ein gewisses Grundwissen ist für einen partnerschaftlichen Umgang mit den Aktiven vorauszusetzen und in den Appellen zu berücksichtigen.


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