Bundesamt für Naturschutz

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Yalden, D.W. (1992) The influence of recreational disturbance on common sandpipers Actitis hypoleucos breeding by an upland reservoir, in England


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Angeln

 

INHALT

Regionale Bestandsrückgänge des Flussuferläufers in Großbritannien wurden teilweise auf von Anglern ausgehende Störungen zurückgeführt, die in den Brutbiotopen anwesend waren. Es soll empirisch geprüft werden, ob diese Annahme zutrifft.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Anwesenheit von Anglern in den Brutbiotopen führt dazu, dass sich die potenziell mögliche Populationsgröße nicht aufbauen kann. Unmittelbar nachweisbare Störungen führen zwar nicht zu einer Reduktion des Reproduktionserfolges der Brutpaare, jedoch sind die Störungen in Teilbereichen des Untersuchungsgebietes so stark, dass ein Brutversuch nicht unternommen bzw. abgebrochen wird. Dieser Eingriff in die Population ist von signifikanter Bedeutung, da er zu einem Rückgang der Gesamtpopulation des Flussuferläufers beiträgt.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2685) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Ladybower Reservoir, Peak District National Park, England

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

1989 und 1990 wurden an Wochenenden während der Brutsaison jeweils an einem Tag die Angler und am darauffolgenden Tag die Anzahl der Flussuferläufer ermittelt. An ausgewählten Brutpaaren wurden Verhaltensbeobachtungen gemacht. Verhalten und von Menschen ausgehende Störungen wurden protokolliert. Die Dauer der Flüge wurde genau gemessen und die Fluchtdistanz (als Abstand zu dem Ort, an dem der Flussuferläufer Alarmrufe äußerte) gemessen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Fluchtdistanz. Bruterfolg (Vergleich von ungestörten Habitaten mit dem im Untersuchungsgebiet; Vergleich von Bereichen im Untersuchungsgebiet mit höherem und niedrigerem Störungsdruck). Habitatnutzung. Ermittlung des Nutzungsanteils potenziell geeigneter Brutbiotope. Störungsbedingte Energiekosten.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Anwesenheit von Angler (und Wandern/Picknickern) im Brutrevier von Flussuferläufern.


EINWIRKUNGSART

Angler

Besucher

Picknick

 

EINWIRKUNGSGRAD

Die Angelsaison beginnt in der dritten April-Dekade bevor die Flussuferläufer aus dem Winterquartier zurückgekehrt sind. (Dies kann dazu führen, dass geeignete Brutbiotope aufgrund der Anwesenheit von Störquellen nicht genutzt werden (können))

Angler sind während der gesamten Brutsaison im Gebiet, an jedem Tag und besonders gegen Abend anwesend.

Ihre Anzahl erreicht zu Beginn der Saison 40-80, und gegen Ende im Juli ca. 25 Personen.

An einem Tag waren gleichzeitig 79 Angler entlang des Ufers verteilt, dies entspricht einem Angler auf 128 m Uferlinie. Jedoch verteilen sich die Angler nicht gleichmäßig, sondern geklumpt. So wurde an einem bevorzugten Uferabschnitt alle 25,5 m ein Angler gezählt.

Die Anzahl anderer Besucher übertraf an Feiertagen gelegentlich die Anzahl der Angler, in der Regel (>50 % der Zählungen) waren nur etwa 10 "Gelegenheitsbesucher" anwesend.

Manche Wochentage waren ohne Besucher, bei Anwesenheit traten sie meist in den Mittagsstunden auf und ihre Anwesenheit wurde (positiv) von der (guten) Witterung beeinflusst.

Angler waren eher witterungsunabhängig anwesend.

Insgesamt wurden während der Untersuchungstage 851 Angler und 440 andere Besucher gezählt.

Hunde begleiteten die Besucher oder Angler nur selten.

Picknick fand überwiegend nahe der Parkplätze statt.

 

TIERART

Flussuferläufer

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Anstieg der störungsbedingten Flüge um 29 % gegenüber spontanen Flügen, die nicht auf Störungen zurückzuführen waren. Folge ist ein Verletzen der Reviergrenzen von benachbarten Flussuferläufern, wodurch die Anzahl der Kämpfe zunahm (störungsbedingte Flüge verursachten diese Kämpfe, während Reviernachbarn unter ungestörten Bedingungen aufgrund der eindeutigen Reviergrenzen kaum miteinander kämpfen). Wenn Angler oder Picknicker in das Brutrevier eindrangen, versuchten die Eltern die Küken wegzuführen, wobei es immer wieder zu Revierüberschreitungen benachbarter Brutpaare mit teilweise intensiven Auseinandersetzungen kam.

Freizeitbedingte Störungen veranlassten den Vogel zu einem zusätzlichen Flug alle 50 Min. (An einem 8 h Tag wären dies 9,6 Extraflüge, die zusätzlichen Energiegewinnungskosten (+0,5 %) wären durch eine etwas intensivierte Nahrungsaufnahme leicht auszugleichen; das Problem ist jedoch, dass die Flüge oft in Nachbarterritorien führen. 24 Min. pro Tag sind die Individuen in Kämpfe verwickelt. Hierdurch entstehen zusätzliche Energiekosten von 3,7 %. Vergleiche mit ungestörten Flussuferläufern zeigen, dass die Flussuferläufer im Untersuchungsgebiet 8% mehr Zeit zur Nahrungssuche aufwenden.)

In 37,5 h Gesamtbeobachtungsdauer erfolgten 59 mal Störungen von Junge-führenden Elterntieren, die in 57 % der Fälle auf Angler oder Wanderer und in 43 % der Fälle auf natürliche Störungen (Rabenkrähe etc.) zurückzuführen waren. Hierdurch wurde das normale Aktivitätsmuster (in Perioden von 7-8 min werden die Kücken gefüttert und gewärmt) gestört. Solche Unterbrechungen dauerten im Durchschnitt 3,1 Min., in einem Extremfall 34 Min.

Fluchtdistanz gegenüber sich nähernden Menschen vor dem Schlüpfen der Küken: 27 m (4-165 m, SD 18,9, n=180) Fluchtdistanz bei Anwesenheit von Küken gegenüber sich nähernden Menschen: 75 m (29-144 m, SD 35,4, n=49)

Störungen durch Angler sind besonders während des Beginns der Brutsaison hoch, und sie halten dauerhaft, aber etwas abnehmend an, während andere Störungen eher zufällig auftreten.

Am Nordufer des Reservoirs meiden Flussuferläufer die bevorzugten Angelplätze, am Südufer ziehen sie sich in die Fichtenaufforstungen zurück. (Jedoch muss berücksichtigt werden, dass am Nordufer eine Straße die i