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Yalden, P.E.; Yalden, D.W. (1990) Recreational disturbance of breeding Golden Plovers Pluvialis apricaria


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Das Untersuchungsgebiet wird von bis zu 8000 Besuchern während der Brutsaison (Mitte April bis Mitte July) des Goldregenpfeifers besucht. An manchen Wochenenden sind Besucher ununterbrochen im Gebiet. Besucher verlassen auch die vorgesehenen Pfade, in manchen Teilbereichen (v. a. im offenen Moor) wurden mehr als 30 % der Besucher abseits der Pfade angetroffen. Oft (1 auf 25 Besucher) werden sie von Hunden, von denen 60 % ncht angeleint sind, begleitet.

In den 15 vergangen Jahren hat der Brutbestand des Goldregenpfeifers im Gebiet abgenommen. Es wird untersucht, ob die (zunehmende Frequenzierung durch) Wanderer für diesen Bestandsrückgang verantwortlich sind. Im Fokus der Studie steht die Frage, welche Faktoren im Detail den Rückgang verursachen.

Besonderes Augenmerk wird darauf verwandt zu klären, wie sich Störreize in der Vorbrutphase, während des Brütens und nach dem Schlupf der Küken auswirken.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Entgegen der Erwartungen ist die Störungstoleranz der Goldregenpfeifer während des Brütens am größten; jedoch war der Bruterfolg gering (nur aus 50 % der Eier schlüpften Junge), was auf die teilweise langandauernden Brutunterbrechungen zurückgeführt wird.

Adulte Goldregenpfeifer werden v. a. nach dem Schlupf der Küken von Wanderern gestört. Vor allem innerhalb einer Zone von 200 m zum Störreiz steigt die Anzahl der Alarmrufe stark an. Bis sich ein Störreizgeber (Wanderer) aus dem 200 m-Störradius bzw. Revier entfernt hatte, dauerte bis zu 15-20 min. die Autoren vermuten, dass der Energieverbrauch hierdurch um 15 % anstieg. Um den Energieverlust zu kompensieren ist es notwendig, zusätzlich 58 min Nahrung zu suchen. Nahrungsbiotope liegen bis zu 5 km abseits der Brutbiotope. In dieser Zeit können die Küken nicht von den adulten Goldregenpfeifern bewacht werden. Während die Autoren bei den Adulti davon ausgehen, dass der zusätzliche Nahrungsbedarf zu realisieren ist, wird vermutet, dass die Küken Probleme haben, störreizbedingte Zeitverluste bei der Nahrungsaufnahme zu kompensieren. Wahrscheinlich wird durch die reduzierte Nahrungsaufnahme die Mortalität jedoch nur während schlechter Witterungsphasen erhöht.

Gravierend werden Störungen in der Reviergründungsphase eingeschätzt, in der Störungen dazu führen, dass der Versuch, ein Revier zu besetzen, abgebrochen wird. Sollten in der Umgebung geeignete Brutbiotope vorhanden sein, so sind keine Effekte auf der Populationsebene zu befürchten, da Vögel aus gestörten in ungestörte Bereiche ausweichen können. Jedoch zeigen die Untersuchungen der Autoren, dass auch angrenzende Gebiete vertriebene P