Bundesamt für Naturschutz

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Yalden, D.W.; Yalden, P.E. (1989) The sensitivity of breeding Golden Plovers Pluvialis apricaria to human intruders


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Regionale Bestandsverschiebungen der Brutpopulation im Untersuchungsgebiet werden auf eine zunehmend intensivere Erholungsnutzung (durch Wanderer) in dem Bereich zurückgeführt, in dem der Goldregenpfeiferbestand abnahm. Die Studie soll die Annahme prüfen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Aufgrund eines Radius von etwa 200 m um den Neststandort, in dem Goldregenpfeifer mit heftigen Alarmrufen gegenüber menschlichen Eindringlingen reagieren, nehmen die Autoren an, dass regelmäßig genutzte Fußwege erst ab einer Distanz von 200 m die Etablierung von Revieren möglich machen. Dies hat Wirkungen auf die Qualität und die Anzahl potenzieller Brutreviere, so dass die Kapazitäten des Raumes nicht, nur unvollständig oder in suboptimalen Bereichen genutzt werden können.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2146) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Peak District National Park, England

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Messen der Alarmruf-Distanz des Goldregenpfeifers in der Küken-Führungs-Zeit, ab der ein Altvogel intensiv zu warnen anfängt, wenn sich ein menschlicher Eindringlich ihm bzw. den Küken nähert. Zum Vergleich wurden auch die Alarmruf-Distanz beim Alpenstrandläufer ermittelt.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Entfernung zwischen einem Eindringling (Störreiz) und Erfolgen des Alarmrufes (Störreaktion)

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Goldregenpfeifer bewachen ihre Jungen. Wanderer nähert sich dem Goldregenpfeifer


EINWIRKUNGSDAUER

Maximal so lange, wie ein Wanderer benötigt, den Aktionsbereich des Goldregenpfeifers zu durchqueren (ca. 400 m).

 

EINWIRKUNGSART

Silhouette eines Eindringlings wird sichtbar

 

EINWIRKUNGSGRAD

333 Störreize

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Goldregenpfeifer:

Alarmdistanz zwischen 43 m und 560 m, im Durchschnitt 187 m.

Mit zunehmendem Alter der Jungen stieg die Distanz an.

Alpenstrandläufer:

Alarmdistanz im Durchschnitt 30 m.

Auf der Ebene der Populationsebene werden für den Goldregenpfeifer folgende Anmerkungen gemacht:

Alarmrufe kosten Energie und führen dazu, dass die Nahrungsaufnahme (sowie Putzen und Ruhen) unterbrochen wird.

Die Küken werden an der Nahrungsaufnahme gehindert, da sie sich bei Alarmrufen verstecken.

Bei schlechtem Wetter kann es zu Unterkühlungen kommen, wenn Störreize wirken.

Durch die Alarmrufe werden Prädatoren angelockt.

Es besteht das Risiko, dass Küken, die sich bei Alarm im Gelände verteilen, nicht mehr zu ihren Eltern zurückfinden.

Diese Faktoren wirken umso stärker, je größer die Anzahl der Störreize ist, also mit zunehmender Penetranz der Habtiate durch Wandererer.

In der Summe führen diese Faktoren zu einer Reduktion des Reproduktionserfolges und - wie im Gebiet beobachtet - zu einer Aufgabe der gestörten Bereiche als Brutbiotop.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Autoren untersuchten zwei Moorkomplexe. Die Alarmrufdistanzen in beiden Gebieten unterschieden sich im Durchschnitt um etwa 40 m. Diese Unterschiede waren jedoch primär auf die unterschiedliche Topographie der beiden Moore zurückzuführen, die zu einer unterschiedlich guten Sichtbarkeit von Wanderern in Abhängigkleit vom Relief führten. Die Autoren können deshalb so interpretiert werden, dass die Alarmrufdistanz im Grundsatz auch für andere Habitate des Goldregenpfeifers gilt.

 

BEMERKUNGEN

Die Unterschiede der Alarmdistanzrufe bei wenige Tage alten Jungen, die von den Eltern geführt werden, und mehr selbständigen Jungvögeln wird auf die Tatsache zurückgeführt, dass die Altvögel die unmittelbare Gefahr für die Jungvögel einschätzen. Da sie den Aufenthaltsort der jungen Küken genau kennen, reagieren sie später, während bei den älteren, selbständig sich im Gelände fortbewegenden Küken das potenzielle Risiko mit einen Eindringling zu kollidieren, zu einer "Vorverlegung" der Alarmrufdistanz ("Vorwarnstufe") führt.

Alpenstrandläufer nutzen Goldregenpfeifer als "alarm clocks", d. h. die Warnrufe der Goldregenpfeifer erhöhen die Aufmerksamkeit der Alpenstrandläufer. Erst bei Unterschreiten einer Entfernung von ca. 30 m erfolgt eine eigene, intensive Reaktion. Jedoch scheinen Alpenstrandläufer gegenüber Wanderern weniger empfindlich zu reagieren als Goldregenpfeifer.

Die hier angewandte Methode (Zählen der Schritte bei Näherung, bis eine Reaktion erfolgt) führte Beim Großen Brachvogel nicht zu Ergebnissen, da diese bereits Eindringlinge auf etwa 1 km Entfernung wahrnehmen und intensiv warnen.