Bundesamt für Naturschutz

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Weston, M.A. (1997) Disturbance of Common Sandpipers Actitis hypoleucos by motor-boats


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Motorboot/Wasserski/Parasailing, Naturbeobachtung

 

INHALT

Ziel der Notiz ist es, auf freizeitbedingte Störungen von Vögeln aufmerksam zu machen, um das Risiko solcher Interaktionen in das Bewusstsein von "Managern und Planern" zu rufen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Der Autor verfolgt rein dokumentatorische Ziele bei der Publikation der Beobachtung. Jedoch verweist er darauf, dass eine Gewöhnung an die Motorboote (noch) nicht stattgefunden hat, und dass Störungen nicht nur auf Ästuare oder Ufer beschränkt sind.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2103) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Taman Negara, Nationalpark, Malaysia

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

August 1996, Dokumentation von Beobachtungen

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Kriterien

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Flussuferläufer nutzen am Fluss Tebeling, der als Zugangswasserstraße mittels lauter, motorbetriebener Boote zum Nationalpark genutzt wird, Sandbänke (zur Nahrungsaufnahme oder Rast). Diese zählen zu den Minimumbiotopen im Nationalpark, da die Ufer des Flusses überwiegend stark bewaldet und somit für die Flussuferläufer nicht nutzbar sind. Meist werden nur die größeren Sandbänke in der Flussmitte genutzt.


EINWIRKUNGSDAUER

kurz

 

EINWIRKUNGSART

Motorbootlärm; Bewegung

 

EINWIRKUNGSGRAD

Verhaltensänderung

 

TIERART

Flussuferläufer (Actitis hypoleucos)

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

"Normalerweise" würde ein Individuum bei Annäherung eines Bootes zur nächsten geeigneten Sandbank fliegen; dieses Verhalten wird vom Autor für einen dokumentierten Fall beschrieben. Aufgrund der Seltenheit dieses Biotoptyps mussten die Flussuferläufer auf eine Störung im Regelfall anders reagieren: sämtliche weiteren Flussuferläufer (9 von 10 auf einer Flussstrecke von 60 km) flogen nicht auf, sondern liefen vom Boot aus gesehen zur entferntesten Seite der Sandbank.

 

BEMERKUNGEN

Dieses Verhalten kann nicht als Anpassung an einen Störreiz charakterisiert werden. Es zeigt nach Einschätzung des Referenten vielmehr den Konflikt auf, in dem sich das Individuum zum Zeitpunkt des Störreizes befand: Würde es auffliegen, so wäre die Wahrscheinlichkeit gering, eine geeignete Sandbank (zur Nahrungsaufnahme oder zum Ruhen) zu finden; die Energiekosten wären sehr hoch. Bleibt es trotz des Störreizes, muss es dem Fluchtinstinkt widerstehen, wodurch das Individuum wahrscheinlich in eine sehr starke Stresssituation gerät, welche ebenfalls mit erhöhten Energiekosten verbunden ist. Diese sind wahrscheinlich aber niedriger, als bei einer Flucht "ins Ungewisse".