Bundesamt für Naturschutz

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von Arx, Manuela (2000) Wachsamkeitsverhalten und Distanz zur nächsten Nachbarin von weiblichen Gämsen (Rupicapra r. rupicapra) bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen


Diese Auswertung wurde erstellt von: Andreas Boldt

 

SPORTARTEN

Drachenflug/Gleitschirmflug (=Hängegleiter), Luftsport, Motorflug

 

INHALT

Am Männlichen und in Gebieten des Simmentals im Berner Oberland, wurde das Wachsamkeitsverhalten und die Distanz zur nächsten Nachbarin von Gämsgeissen bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen untersucht. Dabei wurde von der Hypothese ausgegangen, dass Gämsen im Simmental wegen des Luchsvorkommens in Waldnähe wachsamer sind und kleinere Distanzen zum nächsten Nachbartier aufweisen als entfernt von ihm. Demgegenüber sollten sie am Männlichen, einem Gebiet mit Flugbetrieb (Gleitschirme, Helikopter), im Offenen wachsamer und näher beisammen sein als in der Nähe des Waldes.
Die Untersuchung wurde in der Zeit von Mitte Februar bis Mitte Mai 2000 an weiblichen Gämsen durchgeführt. Das Wachsamkeitsverhalten (Sichern) wurde in 20-minütigen Fokustieraufnahmen bei Tieren in Waldnähe (<20 Gämslängen vom Wald entfernt) und im Offenen (deutlich >20 Gämslängen vom Wald entfernt) erhoben. Zusätzlich wurde am Morgen und am Abend von allen sichtbaren Gämsgeissen in Waldnähe und im offenen Gelände der Abstand zur nächsten Geiss bestimmt.

Im Simmental sicherten die Gämsgeissen in der Nähe des Waldes signifikant häufiger als im offenen Gelände. Da die mittlere Dauer des einzelnen Sicherns, unabhängig vom Aufenthalt in Waldnähe oder im Offenen und vom Gebiet konstant war, ergab auch die Dauer des Sicherns in Waldnähe höhere Werte als im Offenen. Die Tiere waren hier in Waldnähe also wachsamer als im offenen Gelände. Was die Distanz zur nächsten Nachbarin betrifft, so konnten keine Unterschiede zwischen Tieren in Waldnähe und solchen im Offenen festgestellt werden.
Am Männlichen war die Häufigkeit und Dauer des Sicherns der Gämsgeissen im offenen Gelände nicht verschieden von denjenigen in der Nähe des Waldes. Somit waren sie in Bezug auf die beiden Aufenthaltsorte nicht unterschiedlich wachsam. Des weitern wiesen sie im Offenen, entgegen der Erwartung, signifikant grössere Distanzen zur nächsten Nachbargeiss auf als in Waldnähe. Allerdings kamen diese Unterschiede in erster Linie am Morgen zustande, zu Zeiten, in denen normalerweise kein Flugbetrieb herrscht. Abends waren dann auch im offenen Gelände die Distanzen deutlich geringer.
Inwieweit die Ergebnisse mit den unterschiedlichen Bedingungen in den beiden Gebieten (Luchs im Simmental, Flugbetrieb am Männlichen) zusammenhängen, wird diskutiert.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

S. Zusammenfassung

 

BEZUG/QUELLE

Dr. Andreas Boldt
WildARK
Tillierstrasse 6a
CH-3005 Bern
andreas.boldt@wildark.ch

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2928) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Wengen-Männlichen, Berner Oberland, Schweiz
Simmental, Berner Oberland, Schweiz