Bundesamt für Naturschutz

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Vidal, A. (1996) Der Einfluß von Wasserfahrzeugen auf die Wasservogelbestände an der ostbayerischen Donau


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Motorboot/Wasserski/Parasailing

 

INHALT

Die Donau wird ganzjährig als Rast- und Nahrungsbiotop von Wasservögeln genutzt. Die Anzahl der Vögel zeigt jedoch eine ausgeprägte saisonale Dynamik im Jahresverlauf. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt während des Vogelzuges im Frühjahr und Herbst. Nebengewässer (u. a. Altarme, Baggerseen) der Donau haben eine hohe Bedeutung als Brutbiotope. Im Winter erhöht sich mit zunehmender Vereisung der Nebengewässer der Wintervogelbestand auf der Donau zwischen Kelheim und Passau auf bis zu 50.000 Individuen. Aufgrund des hohen Energiebedarfs sind Vögel in dieser Zeit besonders störempfindlich.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Motorboote und Wasserscooter führen in erheblichem Maße - im Gegensatz zu kommerziellen Schiffen (Lastkähne etc.) - zu Störungen bei Wasservögeln. Eine weitere Zunahme der motorsportlichen Aktivitäten auf der Donau wird befürchtet, die zu einer weiteren Zunahme der Störungen auch auf bisher weitgehend unbeeinträchtigten Strecken führen wird. Dies wird als umso gravierender eingeschätzt, als bereits ein Motorboot über ein enormes Störungspotenzial verfügt und aufgrund der typischen Fahrweise auch ausreicht, um große Gewässerabschnitte zu stören.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2062) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Donautal zwischen Regensburg und Vilshofen, Bayern, Deutschland

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Deskription

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Fluchtreaktion von Wasservögeln gegenüber verschiedenen Bootstypen.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Vogelkontingente bei Näherung von Booten.


TIERART

Wasservögel

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Rastende Wasservögel tolerieren die "relativ leisen und langsamen Frachtschiffe, Schleppzüge und Schubverbände, ebenso Personenschiffe weitgehend". Sie weichen diesen Schiffen schwimmend oder auffliegend aus. Dabei werden in der Regel aber nur Strecken von max. wenigen hundert Metern zurückgelegt, häufig weniger als 100 Meter. Ufernah rastende Enten oder Blässrallen reagieren in vielen Fällen überhaupt nicht. Dies gilt ähnlich für Reiher und Limikolen. Schellenten neigen "am ehesten zu Ortsveränderungen". Langsam fahrende, vollkommen geschlossene Boote (Patroulienboote der Strompolizei oder Messschiffe) werden toleriert. Die Fluchtdistanzen sind gering. Schnell und mit erheblichem Lärmpegel fahrende Motorboote (im Regelfall nur mit teilweise geschlossenen oder fehlenden Aufbauten und somit frei sichtbaren Personen) werden von Wasservögeln nicht toleriert. Die Vögel reagieren in der Regel mit "plötzlicher Flucht" (Abfliegen und Verlassen der betroffenen Flussstrecke, was meist zu einem kilometerlangen Flug führt). Besonders betroffenen sind jungeführende Taucher, die dem von Motorbooten verursachten hohen Wellenschlag nicht mehr ausweichen können. Es wird vermutet, dass hierdurch eine Erhöhung der Jungenmortalität erfolgt. Vor allem Wasservogelscharen werden von Freizeit-Motorbooten (und Wasserscootern) bereits über Distanzen von 300 bis 500 m aufgescheucht und zu kilometerlangen Ausweichflügen in Fahrtrichtung des Bootes veranlasst. Eine Rückkehr zum ursprünglichen Rastplatz wird - wenn überhaupt - nur nach längerer zeitlicher Verzögerung beobachtet. Ein Ausweichen auf Nebengewässer findet nur ausnahmsweise statt, da diese aufgrund ihrer ökologischen Ausstattung die Funktionen der Donau nicht kompensieren können.

 

BEMERKUNGEN

Der Aufbau der Arbeit lässt meist nicht erkennen, wo eigene Beobachtungen und wo Ergebnisse anderer Studien eingebracht bzw. diskutiert werden. Empirische Daten werden nicht dokumentiert, sondern nur generelle Beobachtungen, die jedoch durch andere - empirische - Studien im Grundsatz bestätigt werden.