Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ulbricht, J.; Krull, A.; Nowald, G. (1996) Untersuchungen zum Einfluß von anthropogenen Störreizen auf das Verhalten und die Habitatnutzung von Gänsen und Kranichen in ihren Sammel- und Rastgebieten


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Rastende Kraniche und Gänse benötigen zur Nahrungsaufnahme möglichst ungestörte und große Flächen. Eine zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrstrassen verbessert die Erschließung für Freizeitaktivitäten und damit die Wahrscheinlichkeit, dass Störreize durch Freizeitsportler ausgesendet werden. Die Studie - hier werden nur einige wenige Einzelergebnisse publiziert - fragt, welche Auswirkungen die Anwesenheit von Freizeitaktivitäten bzw. anthropogenen Strukturen (u.a. Windenergieanlagen) auf die Habitatnutzung rastender Vögel hat, und wie die Vögel auf Präsenz und Aktivitäten reagieren.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Aus Mecklenburg-Vorpommerns überregionaler Bedeutung als Sammel- und Rastgebiet für Kraniche sowie verschiedene Gänsearten ergeben sich internationale Verpflichtungen (siehe u.a. Bonner Konvention). Eine Aufgabe des Naturschutzes muss es sein, zumindest in definierten Gebieten Bedingungen zu erhalten bzw. zu schaffen, die einen weitgehend ungestörten Aufenthalt dieser Vogelarten möglich machen. Zu diesen Bedingungen gehören neben der Ungestörtheit der Ruhe- und Schlafgewässer vor allem Nahrungsflächen, die den artspezifischen Raum- und Sicherheitsansprüchen genügen. Eine zunehmende intensive Benutzung und Zersiedlung der Offenlandschaft durch den Menschen steht dem genannten Naturschutzziel zumeist entgegen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2047) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Mecklenburg-Vorpommern: Langenhänger Seewiesen bei Goldberg, Rügen, Güstrow; Schleswig-Holstein: Warder See

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Protokollierung von Störreaktion gegenüber anthropogenen Störreizen (Zufallsbeobachtungen). Auf Nahrungsflächen standardisierte Beobachtungen. Zuordnung von Rastkontingenten zu 1 ha großen Rasterflächen und Messen der Distanzen zu Störquellen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Beschreibung der Störreaktion.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Die Studie zeigt nur exemplarisch auf, wie anthropogene Störreize das Verhalten von Vögeln beeinflussen.


TIERART

Kranich

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Ein Trecker passiert einen Kranichtrupp in ca. 200 m Entfernung: Eine Fluchtreaktion wird nicht ausgelöst. Es kommt jedoch zu einer leichten Reduzierung des Anteils fressender Individuen und der Erhöhung des Anteils der Individuen, die Aufmerken oder sich gehend fortbewegen. Nach ca. 10 min fressen die meisten Tiere wieder bzw. der Anteil der fressenden Tiere ist gegenüber dem Vorstörungs-Zeitraum erhöht. Möglicherweise erfolgt eine Kompensation der verlorenen Nahrungsaufnahmezeit.