Bundesamt für Naturschutz

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Schwarzkopf, Julia (2002) Mountainbiker und Natur(schutz). Naturbilder und Akzeptanz von Naturschutz in einer extremen Zielgruppe


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Mountainbiking

 

INHALT

Um Naturbilder sowie Einstellungen zum Naturschutz einer Gruppe der modernen Freizeitgesellschaft zu untersuchen, wurden im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projektes zum Thema „Lebensstile und Naturschutz" Teilnehmer eines Internationalen Mountainbike-Marathons befragt.
Mit der Befragung von Mountainbikern wollte man exemplarisch ein jüngeres, im Wachstum begriffenes Segment der modernen Freizeitgesellschaft untersuchen, welches intensiv mit der Natur interagiert und somit ein zum Teil hohes Konfliktpotenzial hinsichtlich naturschutzfachlicher Belange darstellt.

Grundlage zur Konzeption eines unter den Marathonteilnehmern verteilten Fragebogens waren einige im Vorfeld aufgestellte Hypothesen zur Charakterisierung des Mountainbikers „an sich". Diese basierten auf medial transportierten Fremdwahrnehmungen durch Zeitungen, Zeitschriften und sonstige Berichterstattungen, welche die Mountainbiker als jungen, lauten und schrillen sowie furcht- und rücksichtlosen Teil der Bevölkerung darstellen. Ihnen zufolge sollte für Mountainbiker gelten, dass sie

  • keine Verbindung zum Naturschutz haben
  • die Natur zur Ausübung ihres Sports nur als Hintergrund benötigen und deshalb
  • die Natur durch die Ausübung ihres Sports in gewisser Weise schädigen und
  • die Bezwingung des „MountEgo“ (also die sportliche Herausforderung und das Kennen lernen der eigenen Grenzen) klar in den Vordergrund stellen

Mit Hilfe der gewonnen Ergebnisse werden abschließend Möglichkeiten und Ansatzpunkte einer verbesserten und zielgruppenspezifisch ausgerichteten Naturschutzkommunikation aufgezeigt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Auswertung ergab, dass es den Mountainbiker nicht gibt und die eingangs aufgestellten Vermutungen revidiert werden müssen, da

  • die soziodemographische Zusammensetzung vielfältiger als erwartet ist
  • eine Ignoranz bezüglich Natur und Naturschutz nicht bestätigt werden konnte
  • das in den Medien als extrem dargestellte Mountainbiking nicht der Alltagsrealität entspricht
  • Natur und Landschaft nicht zu alleinigen Geräten einer sportlichen Betätigung herabgesetzt werden

Somit stellen Mountainbiker aufgrund ihrer positiven Einstellung zur Natur und zum Naturschutz sogar eine aussichtsreiche Zielgruppe für Naturschutzmaßnahmen dar, welche jedoch zielgerichtet und angemessen kommuniziert werden sollten. Ein vielversprechender Ansatz scheint eine nutzenorientierte, ökonomische Argumentation zu sein, die die zukünftige Lebensgrundlage und genügend Ressourcen als Naturschutzargument betont. Darüber hinaus sollte außerdem verstärkt auf das Argument der Erhaltung landschaftlicher Schönheit und der Eigenart der Heimat eingegangen werden, welches allgemein in der Bevölkerung auf hohe Akzeptanz stößt.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3027) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).