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Tanner, Rob A.; Gange, Alan C. (2005) Effects of golf courses on local biodiversity


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

 

SPORTARTEN

Golf

 

INHALT

Ebenso wie in Deutschland erfreut sich auch in England der Golfsport stetig wachsender Beliebtheit, was zur Neuanlage immer weiterer Golfplätze führt. Um den Einfluss dieser Plätze auf die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen zu ermitteln, wurden Vergleichuntersuchungen an mehreren Plätzen und ihren angrenzenden Landwirtschaftsflächen im Süden Englands durchgeführt. Im Rahmen der Studie sollte außerdem untersucht werden, ob das Alter der Golfplätze dabei eine tragende Rolle spielt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Obwohl das Alter der untersuchten Golfplätze von einem bis zu über 90 Jahren variierte, konnte kein Einfluss auf die Artenvielfalt festgestellt werden. Im Vergleich zu den umliegenden Weideflächen ließ sich aber insgesamt eine positive Entwicklung feststellen, die zeigt, dass Golfplätze aufgrund ihrer größeren Lebensraumvielfalt im Vergleich zu intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen ein größeres Potenzial für die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten darstellen und diese die neu geschaffenen Flächen auch relativ schnell besiedeln.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3019) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Studie bezieht sich auf neun Golfplätze und ihr angrenzendes Weideland in der englischen Grafschaft Surrey im Süden Englands.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Anhand ausgewählter Tier- und Pflanzenarten wurden Vergleichsuntersuchungen auf den Golfplätzen und dem angrenzenden Schaaf- und Rinderweideland zur Ermittlung der Artenvielfalt durchgeführt. Ziel war die Beantwortung der Fragen, ob Golfplätze eine höhere Artenvielfalt als das Weideland beherbergen und ob die Artenvielfalt mit dem Alter der Golfplätze steigt.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Artenvielfalt anhand folgender Zeigerarten:

  • Krautartige Vegetation und Bäume
  • Vögel
  • Laufkäfer
  • Hummeln (Hymenoptera und Apidae)

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Um Aussagen über die Entwicklung der Artenvielfalt in Abhängigkeit des Alters von Golfplätzen machen zu können, wurden die neun Plätze nach drei Kategorien ausgewählt:

  • drei Plätze bestanden seit 1 bis 10 Jahren
  • drei Plätze bestanden seit 20 bis 30 Jahren
  • drei Plätze bestanden seit über 90 Jahren

Alle Plätze entstanden außerdem auf ähnlichem Weideland, wie es für den Vergleich herangezogen wurde.


EINWIRKUNGSDAUER

Die Golfplätze bestanden von einem bis zu über 90 Jahren. Ein Ziel der Untersuchung war herauszufinden, inwieweit sich das Alter der Anlagen auf die Artenvielfalt auswirkt.

 

EINWIRKUNGSART

Umstrukturierung des typischen Weidelandes zu Golfplätzen.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Starke Umstrukturierung der Biotopeinheiten bzw. ihrer Flächennutzung mit unterschiedlichen, insgesamt aber überwiegend positiven Auswirkungen für Arten und Lebensgemeinschaften, die sich in einer höheren Artenvielfalt zeigten.

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Vögel Im Durchschnitt zeigten die Golfplätze mit 13 gegenüber elf Arten auf den Vergleichsflächen eine höhere Artenvielfalt
Unterschiede ließen sich auch hinsichtlich der Futtergewohnheiten ausmachen: Während die Golfplätze anteilig deutlich mehr Insektenfressende Vogelarten beherbergten (28 % gegenüber 19 %), ließen sich auf den Weideflächen mehr allesfressende Arten feststellen (56 % gegenüber 46 %).
Das Alter der Golfplätze nahm dabei insgesamt keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse.
Laufkäfer Im Durchschnitt zeigten die Golfplätze mit 8,4 gegenüber 6,5 Arten auf den Vergleichsflächen eine höhere Artenvielfalt
Das Alter der Golfplätze nahm dabei keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse.
Hummeln Im Durchschnitt zeigten die Golfplätze mit 6 gegenüber 3 Arten auf den Vergleichsflächen eine höhere Artenvielfalt
Das Alter der Golfplätze nahm dabei keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse.
VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Bäume Im Durchschnitt zeigten die Golfplätze mit 10,4 Arten pro 2.500 m2 gegenüber 7,4 Arten pro 2.500 m2 auf den Vergleichsflächen eine höhere Artenvielfalt.
Krautartige Vegetation Der Vergleich ergab keine feststellbaren Unterschiede

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Auch mit Hilfe der Einbeziehung vergleichbarer Studien kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Golfplätze aufgrund der größeren Lebensraumvielfalt im Vergleich zu intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen ein höheres Artenpotenzial beinhalten.