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Törn, Anne; Rautio, Janne; Norokorpi, Yrjö; Tolvanen, Anne (2006) Revegetation after short-term trampling at subalpine heath vegetation


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Landgebundener Sport, Trekking, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Das Problem inoffizieller Trampelpfade abseits von ausgewiesenen Wanderwegen ist in vielen natürlichen Erholungsgebieten verbreitet. Anhand zweier Experimente haben die Autoren dieser Studie untersucht, inwieweit die Bodenvegetation einer Heidelandschaft auf kurzzeitige Trittbelastungen reagiert. Gegenstand der Studie war dabei ebenso die Frage nach Auswirkungen einer bergauf oder bergab orientierten Begehung von Trampelpfaden wie auch einer Begehung auf ebenem Gelände.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Es bleibt resümierend festzustellen, dass selbst kurzfristige Trittbelastungen eine starke Schädigung der Bodenvegetation von Heidelandschaften verursachen, sich diese aber bei der Vermeidung weiterer Trittschäden relativ rasch regenerieren kann. Inoffizielle Trampelpfade abseits ausgewiesener Wanderwege können sich allerdings sowohl in der Anzahl ihrer Nutzer als auch in ihrer Abmessung schnell vergrößern. Für eine Besucherlenkung in Heidelandschaften stellt sich somit die Herausforderung, die Besucher auf offiziellen Wegen zu binden, um langfristigen Belastungen der Bodenvegetation entgegenzuwirken.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3003) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Der Finnische Nationalpark Pallas-Ounastunturi in Nordwestlappland. Die im Untersuchungszeitraum von Mitte Oktober bis Ende Mai von Schnee bedeckte, baumlose Heidelandschaft wird hauptsächlich durch Zwerg-Birke, Preiselbeere, (Alpen-)Bärentraube und Wacholder geprägt. Oberhalb der Heide folgt eine von Flechten und Moosen dominierte subalpine Zone.
Seit den 1950er Jahren haben zahlreiche Touristen zu einer zunehmenden Schädigung der Vegetation geführt. Im Jahr 2003 lag die Zahl der jährlichen Besucher bei über 125.000.

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Um die Auswirkungen inoffizieller Pfade auf die Bodenvegetation zu untersuchen, wurden im Sommer 1999 zwei Experimente zu Trittbelastungen unter besonderer Berücksichtigung der Begehungsintensität und der Begehungsrichtung (auf- und absteigend) durchgeführt.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Wiederherstellungsfähigkeit der beanspruchten Vegetation.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Zu beiden Experimenten wurden jeweils fünf Pfade in ca. 500 Metern Entfernung zu offiziellen Wanderwegen in einer Größe von 3x0,3 Metern auf gleichartiger Bodenvegetation abgesteckt.
Zur Ermittlung der Auswirkungen auf die Begehungsintensität wurden im ersten Experiment die auf flachem Gelände abgesteckten Pfade 150 Mal begangen. Zur Ermittlung der Auswirkungen auf die Begehungsrichtung wurden die auf Hängen abgesteckten Pfade entweder 25 Mal bergauf oder 25 Mal bergab begangen.
Die Messung der Vegetationsdichte wurde jeweils an vier Zeitpunkten vorgenommen:
Vor der Versuchsdurchführung im Juni 1999, zehn Tage nach der Begehung sowie in den Septembern 2001 und 2002.


EINWIRKUNGSDAUER

Keine zeitlichen Angaben.
Das Experiment zur Begehungsintensität beinhaltete 150 Durchgänge, das Experiment zur Begehungsrichtung 25 Durchgänge pro Versuchsstrecke. Die Werte wurden aufgrund vorheriger Studien, die eine Reduzierung der Vegetationsdichte um 50 % bei diesen Intensitäten festgestellt hatten, ausgewählt.

EINWIRKUNGSART

Trittbelastung

VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Experiment I: Begehungsintensität Insgesamt zeigte sich eine Verminderung der Vegetationsdichte um 59 %, aber ebenso eine rasche Wiederherstellungsfähigkeit
Experiment II: Begehungsrichtung Insgesamt zeigte sich eine Verminderung der Vegetationsdichte um 66 %, aber ebenso eine rasche Wiederherstellungsfähigkeit. Bergabsteigen verursachte dabei zuerst eine höhere Schädigung insbesondere der immergrünen Zwergsträucher, die sich aber im Laufe der Wiederherstellung ausglich.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Autoren halten resümierend fest, dass selbst kurzfristige Trittbelastungen eine starke Schädigung der Bodenvegetation von Heidelandschaften verursachen, sich diese aber bei der Vermeidung weiterer Trittschäden relativ rasch wieder regeneriert. Für eine Besucherlenkung in Heidelandschaften stellt sich somit die Herausforderung, die Besucher auf offiziellen Wegen zu binden, um langfristigen Belastungen der Bodenvegetation entgegenzuwirken.