Bundesamt für Naturschutz

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Sekercioglu, Cagan H. Weitere Arbeiten von Sekercioglu, Cagan H.


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Andere Freizeitaktivitäten, Naturbeobachtung

 

INHALT

Unter der wachsenden Anzahl von Ökotouristen stellen Vogelbeobachter die größte Gruppe dar, womit diese Aktivität auch eine Chance für den kommunalen und regionalen Naturschutz bietet. Im vorliegenden Bericht fasst der Autor die vorhandene Literatur mit dem Schwerpunkt auf ökonomischen und ökologischen Potenziale bzw. Auswirkungen dieser Aktivität zusammen. Neben möglichen positiven und negativen Aspekten gibt er außerdem ganz konkrete Empfehlungen für eine in beiderlei Hinsicht optimale Ausübung dieses Hobbys.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Erhebungen in den USA im Jahre 2002 haben gezeigt, dass von den Vogelbeobachtern ein großes ökonomisches Potenzial ausgeht. Im Allgemeinen sind sie zumeist gut gebildet und wohlhabend, sowie bereit, für das Sehen und Fotografieren von (bestimmten) Vogelarten entsprechend zu zahlen. Dies macht das Vogelbeobachten zu der vielversprechendsten Branche des Ökotourismus. Gleichzeitig haben Studien allerdings auch eindeutige negative Auswirkungen dieses Hobbys auf die Vogelwelt aufgezeigt. Die folgende Tabelle fasst einige positive sowie negative Effekte kurz zusammen:

Positive Auswirkungen Negative Auswirkungen
Verbindung zwischen Vogelartenvielfalt und lokalem Einkommen Störung der Vögel durch Annährung
Finanzielle Unterstützung des Naturschutzes Erhöhte Nestflucht der Vögel
Weniger Belastung und höhere Einnahmen als durch “normale“ Touristen Erhöhte Störungen seltener und/oder bedrohter Vogelarten
Aufsuchen von Gebieten abseits der traditionellen Touristenrouten Verschmutzung und Zerstörung von Lebensräumen
Gesteigerte lokale Wertschätzung der Natur Verstimmungen durch den Ausschluss Einheimischer
Bildung und Beschäftigung einheimischer Führer Schwächung der einheimischen Kultur durch den Tourismus

Wachsender Ökotourismus, insbesondere das Vogelbeobachten, kann somit bei Berücksichtigung des Wohlergehens einheimischer Ökosysteme und einheimischer Bevölkerung eine gute Chance für lokalen/regionalen Tourismus und Naturschutz sein.Um Störungen der Vögel und Ökosysteme zu minimieren und außerdem das Wohlergehen einheimischer Bevölkerung zu berücksichtigen, ist dabei auf folgende Empfehlungen zu achten:

  • Beachtung und Einhaltung ethischer Verhaltensweisen
  • Nester und Jungvögel so weit wie möglich umgehen
  • Besondere Rücksichtsnahme auf bedrohte und seltene Vogelarten
  • Auf vorhandenen Wegen und Strassen bleiben
  • Sich den Vögeln möglichst nicht zeigen. Eine Annäherung sollte wenn überhaupt nur erfolgen, nachdem ein Vogel die Person(en) bemerkt hat
  • Unterrichtung der Einheimischen über Vögel und die damit verbundenen finanziellen Einnahmen
  • Unterstützung lokaler und wenig belastender Einrichtungen


BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2978) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


EINWIRKUNGSART

Trittbelastung auf Bodenvegetation und Erdreich eines Laubwaldes durch Wanderer und Mountainbiker.

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Alle untersuchten Parameter zeigten zwei Wochen nach der Versuchsdurchführung eine deutliche Verschlechterung, teilweise mit bis zu 100 % Rückgang an Artenvielfalt und Halmdichte im Vergleich zur Ausgangslage. Ein signifikanter Unterschied zwischen Belastungen durch Mountainbiker und Wanderer wurde dabei nicht festgestellt.
Ein Jahr später ließen sich keine Effekte mehr nachweisen.

BEMERKUNGEN

Die Autoren weisen abschließend darauf hin, dass weiter Untersuchungsreihen sinnvoll seien. So schlagen sie folgende Studien vor:

  • Messung mit mehr als 500 durchquerenden Sportlern
  • Unterschiede zwischen bergab (downhill) und bergauf (uphill) Durchquerungen
  • Unterschiede zwischen etablierten und neuen Strecken
  • Einbeziehung weiterer Habitate neben dem Laubwald
  • Unterschiede bei feuchten und trockenen Bedingungen