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Schmauch, Andreas (2001) Kritische Hinterfragung der Sportart "Canyoning" aus ökologischer Sicht im Bayerischen und Tiroler Alpenraum


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Canyoning

 

INHALT

Untersucht werden - am Beispiel ausgewählter Schluchten im Bayerischen und Tiroler Alpenraum - die Auswirkungen der Sportart Canyoning auf die Vegetation der Felsen (Farne, Moose, Algen und höhere Pflanzen), die Gewässerkleintiere und Fische.

Nach der Vorstellung der Wirkfaktoren (Reize) durch das Canyoning und Beschreibung der untersuchten Schluchten werden Bestandsaufnahmen ausgewählter Organismengruppen an Wasserfällen und deren Spritzwasserbereich wiedergegeben. Die Auswirkungen des Canyoning werden mittels Versuchen vor und nach simulierten Beeinträchtigungen dargelegt.

Ziel dieser Studie war es Wissenslücken der Ökologie von Schluchtbiotopen in bereits genannten Regionen der nördlichen Kalkalpen zu schließen und eine systematische, naturschutzfachliche Bewertung der Sportart Canyoning und ihre Auswirkungen auf den Lebensraum Bergbach zu ermöglichen. Empfehlungen für mögliche Nutzungsregelungen und Verhaltensregeln für eine naturschonende Ausübung von Canyoning werden gegeben.

(Am Rande werden Vögel und Schalenwild - ganz überwiegend ohne empirischen Basis/Bezug - behandelt. Die diesbezüglichen Ausführungen werden hier nicht referiert).

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Der Einfluss von Canyoning auf die höheren Pflanzen ist als gering zu bewerten, da eine eigenständige, spezielle Vegetation und Flora (Gefäßpflanzen) im Hochwasserbereich der Schluchten nicht zu finden ist. Weiterhin ist die Trittbelastung zumeist nur wegartig (linienhaft) auf eine Route beschränkt und beeinflusst dadurch einen geringen Teil des vorhandenen Bestands.

In Schluchten mit seltenem Geschiebetrieb sind bei höheren Begehungsfrequenzen erhebliche Trittschäden am Moosbewuchs von Wasserfällen zu erwarten.

In den übrigen Schluchten sind Trittschäden dort, wo die Gewässervegetation den geringsten natürlichen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt ist, am wahrscheinlichsten. Es sind dies überhängende Felsen hinter Wasserfällen und die äußeren Spritzwasserbereiche der Wasserfälle. Hier können in Einzelfällen Trittschäden nachgewiesen werden.

Die Auswirkungen von Canyoning auf die Gewässerkleintiere werden als gering bezeichnet. Eine Ausnahme stellen lediglich moosbewohnende Arten bei massiven Trittschäden im Moosbewuchs dar

Eine direkte mechanische Beschädigung ausgewachsener Bachforellen lässt sich weitgehend ausschließen. Dafür spricht die Fluchtbereitschaft der Bachforelle beim Durchwaten der Gewässer. Im Gegensatz dazu ist eine mechanische Beschädigung der Koppen durchaus möglich, aufgrund ihrer völlig anderen Fluchtstrategie (weitgehendes Verharren).

Gegen eine mechanische Beschädigung der trittempfindlichen Forellengelege und -larven spricht die Tatsache, dass Canyoning in der hierfür relevanten Jahreszeit ( November - März ) zumindest derzeit i.d.R. nicht betrieben wird. Sofern sich die Canyoning-Aktivitäten aber auf diese Jahreszeit ausdehnen sind erhebliche Schädigungen zu befürchten. Aufgrund der späten Laichzeit (Mai - Juni) der Koppe sind Schädigungen der Gelege und Larven möglich.

In natürlicherweise fischfreien Gewässern oder in reinen Wasserfallbereichen, in denen sich meist keine Fische aufhalten können, ist Canyoning nach Auffassung des Autors fischbiologisch kein Problem.

 

Empfehlungen für mögliche Nutzungsregelungen in Canyoning-Schluchten:

Schluchten, in denen nie oder nur selten geschiebeführende Hochwasser auftreten, sind vor einer intensiven Nutzung durch Canyonisten zu schützen, da ansonsten gravierende Schädigungen der Gewässervegetation und der an ihr vorkommenden Kleintierfauna zu erwarten sind. Bei einer potentiellen Eignung einer Schlucht für kommerzielle Canyoning-Nutzung ist eine generelle Sperrung der Schlucht zu empfehlen.

Um den Fortbestand autochthoner Fischbestände der als gefährdet oder potentiell gefährdet eingestuften Fischarten Koppe (Cottus gobio) und Bachforelle (Salmo trutta fario) zu gewährleisten, dürfen Schluchten, in denen diese Arten vorkommen, vor und während der Laichzeit dieser Arten (Koppe: Januar - Mai, Bachforelle Oktober - März) nicht begangen werden. Sollten weitere Untersuchungen betroffener Fischbestände bestandsbedrohende Störungen aufzeigen, so müssen in den entsprechenden Schluchten Obergrenzen für Begehungszahlen festgelegt werden.

Trittschäden in naturschutzfachlich hochwertigen Pflanzengesellschaften sollten durch geeignete Routenführung minimiert werden.

Da Canyoning zumeist kommerziell betrieben wird, könnte mit einer stärkeren Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte bei der Ausbildung von Canyoning-Führern möglicherweise zu einer naturschonenderen Ausübung der Sportart Canyoning beigetragen werden.

Verhaltensempfehlungen für eine naturschonende Ausübung von Canyoning

Schluchten mit stark ausgeprägtem Moosbewuchs im Gewässer und an Wasserfällen sollen generell nicht begangen werden, da sie trittempfindliche Lebensgemeinschaften beherbergen.

Schluchten stellen häufig vom Menschen weitgehend unberührte Lebensräume dar. Respektvoller Umgang mit der Natur sollte hier selbstverständlich sein. Hierzu gehört ein möglichst schonender Umgang mit allen Pflanzen und Tieren und das Vermeiden von unnötigem Lärm!

Bei Zu- und Ausstiegen sollen, soweit möglich, vorhandene Fahr- und Wanderwege benutzt werden. Fahrverbote sind zu respektieren.

Soweit möglich, sollte das Gewässer in der Schlucht nicht verlassen werden, da die Uferbereiche i.d.R. wesentlich trittempfindlicher sind.

Beim Gehen im Gewässer sollten möglichst wenig Steine bewegt werden, da dies zum Verdriften von Kleintieren führt.

An Rutschstellen sollten alle Teilnehmer einer Canyoning-Gruppe dieselbe "Route" wählen, um so das Abrutschen von Aufwuchsalgen und Kleintieren möglichst gering zu halten.

Beim Abseilen hinter Wasserfällen sollte auf eventuell vorhandene Wasseramselnester (etwa handballgroße Mooskugeln) geachtet werden.

Nester von Wasseramseln an Schluchtwänden sind im Frühsommer (bis ca. Mitte Juli) bei Zweitbruten (Kennzeichen: Fütterungsaktivitäten) möglichst weiträumig zu umgehen, da die älteren Jungvögel bei Störungen in Nestnähe das Nest vorzeitig verlassen können und so ihre Überlebenschancen stark sinken. Die Umgebung von Wasseramselnestern ist daher in dieser Zeit möglichst rasch zu verlassen.

An Umgehungsstellen außerhalb des Gewässers sollte grundsätzlich immer nur eine Route benutzt werden, um die geschädigte Fläche möglichst gering zu halten. Dies gilt auch für Abseilstellen.

 

BEZUG/QUELLE

Deutscher Alpenverein e.V.

Download der Studie siehe unsere Linksammlung zum Thema

Postfach 500 220

D - 80972 München

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2707) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Verschiedene Schluchtentypen der nördlichen Kalkalpen im bayerischen und tiroler Alpenraum. In der Canyoning-Saison. Näher untersucht wurden:

1. Reichenbachklamm

2. Ostertalbach

3. Kronburgschlucht

4. Schronbach

5. Untere Auerklamm (Nederbach)

6. Rosengartenschlucht (Schinderbach, mittlerer Abschnitt)

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Vorher-Nachher-Vergleich: Siedlungsdichte vor und nach simulierten (Tritt-)belastungen

Beobachtungen des Raum-Zeit-Verhaltens nach simulierten Einwirkungen von Canyonisten.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Qualitative Bestandsaufnahme auf Probeflächen:

Wassermoose, makroskopische Algen und Gewässerkleintiere (Makrozoobenthos) an Wasserfällen und in deren Spritzwasserbereich. Auflistung der beschriebenen Arten und speziell der Arten der Roten Liste mit ihrem Gefährdungsgrad.

 

Untersuchung der Trittschädigungen von Tieren des Hohlraumsystems am Gewässerboden:

Mehrere Probenahmen (Surber-Sampler-Probe). Klassifikation nach Beschädigung, Besiedlungsdichte vor und nach einer Trittbelastung; Bestimmung der Drift.

 

Trittschäden an Wasserfällen

Trittschäden an Wasserfällen wurden an Abseilstellen der Canyonisten 3 bis 5 mal fotografiert um so quantitative Veränderungen im Bewuchs an Wasserfällen sichtbar zu machen.

 

Dezimierung der Kleintiere (Makrozoobenthos) auf überströmten Felsen:

Auf jeweils zwei Teilflächen ( 0,05 m² ) wurden die dort vorkommenden Tiere gezählt (vor und nach einem, fünf und zehn Rutschversuchen mit einem Neoprenanzug), Vergleich der Individuendichten.

 

Auswirkungen auf Fischfauna:

Begehungen mit Verhaltensbeobachtungen und Vergleich von Verhaltensweisen durch Versuche in begangenen und unbegangenen Bereichen einer Schlucht (mittlere Fluchtdistanz; Zeit die nach einem Sprung eines Canyonisten in eine Gumpe verging, bis die Fische an ihren vorherigen Standplatz zurückkehren).

 

Auswirkungen auf höhere Pflanzen außerhalb des Gewässers:

Die bachnahen Gesellschaften wurden erfasst, naturschutzfachlich hochwertige Arten notiert und die Schadenssituation beschrieben. Es wurden nur die Schluchten Ostertalbach, Rosengartenschlucht und Untere Auerklamm untersucht.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

unbelastete Gewässerabschnitte (Vorher-Nachher-Vergleich).


EINWIRKUNGSDAUER

i. d. R. einmalig

 

EINWIRKUNGSART

optische und akustische Reize, sowie direkte mechanische Belastungen durch Canyonisten

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Eintags,- Stein- und Köcherfliegenlarven, Käfer und Larven verschiedener Zweiflügler (Mücken und Fliegen)
Trittschäden an Tieren des Hohlraumsystems am Gewässerboden:
Die Individuendichte nach einer Trittbelastung nimmt, im Vergleich zu Zustand vorher, in den Versuchen signifikant bis hochsignifikant ab. Die Abnahme betrug im Durchschnitt aller Gruppen 64 %. Der Anteil stark geschädigter Tiere vor bzw. nach einer Trittbelastung war nicht signifikant verschieden; lediglich bei zwei Versuchen hatte der Anteil der stark geschädigten Tiere einen signifikant höheren Wert. Die (empfindlichen) Eintagsfliegenlarven bilden den größten Anteil der stark geschädigten Tiere. Im Gesamtergebnis waren 7,9 % vor einer Trittbelastung und 12,6 % nach einer Trittbelastung stark geschädigt. Betroffene waren überwiegend Eintagsfliegenlarven.

Einspringen in Gumpen:

Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede im Anteil der stark geschädigten Tiere oder der Totfunde vor bzw. nach dem simulierten Einspringen in Gumpen.
Lidmücken und Kriebelmücken im Larven- und Puppenstadium, Eintagsfliegenlarven und vereinzelte Stein- und Köcherfliegenlarven
Rutschen von Canyonisten über überströmte Felsen:

Bereits beim ersten Überrutschen eines überströmten Felsens im Durchschnitt werden fast zwei Drittel aller Tiere "abgehobelt". Die Werte schwanken zwischen 31,8 % und 92,4 %, in Abhängigkeit von der unterschiedlichen Rauhigkeit der Felsen ab. Tiere, die in kleinen Vertiefungen oder hinter kleinen Felskanten geschützt sind, werden nicht mitgerissen. In diesen Schutzzonen sind sie auch von wiederholtem Rutschen kaum betroffen, so dass die Zahl der abgehobelten Tiere bei mehrmaligem Rutschen nur noch geringfügig steigt. Ob die abgehobelten Tiere zerquetscht oder lediglich verdriftet werden, konnte nicht geklärt werden.
Fische: Bachforelle und Koppe Die mittlere Fluchtdistanz der Bachforelle betrug ca. 4 m und die durchschnittliche Fluchtstrecke ca. 6 m, die durchschnittliche Fluchtstrecke der Koppe betrug hingegen nur ca. 1 m.

Bei den Beobachtungen in der Auerklamm deuten alle Ergebnisse auf eine Gewöhnung der Tiere an den Canyoningbetrieb hin. So betrug die mittlere Fluchtdistanz im unbegangenen Teil ca. 5 m und im begangenen Abschnitt ca. 2 m; besonders groß war der Unterschied in der Zeit bis zur Rückkehr an den ursprünglichen Standort nach einem Sprung in eine Gumpe. Im unbegangenen Teil vergingen stets über 300 Sekunden, im begangenen Teil durchschnittlich nur ca. 35 Sekunden, bis die Tiere wieder auf ihren ursprünglichen Standort zurückgekehrt waren.
VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Moos-, Algen- und Flechtenbewuchs Trittbelastung an Wasserfällen:
Der Vergleich der Fotos von begangenen und unbegangenen Schluchtenteilen hat ergeben, dass durch die (eng räumlich begrenzte) Trittbelastung nur ein geringer Anteil der Wasserfallvegetation geschädigt wird.
Durch natürliche Einflüsse wie z. B. Hochwasserereignisse kommt es zu erheblichen Schädigungen des Bewuchses.
Pflanzen außerhalb der Gewässer Ostertalbach:
Die Einhänge der Schlucht sind mit montanen Buchenwaldgesellschaften (Lonicero alpigenae-Fagetum, Galio rotundifolii-Abietetum und Aceri-Fagetum) bewaldet. Dabei bildet der Hochstauden-Buchenwald (Aceri-Fagetum) die bachbegleitende Waldgesellschaft. Stellenweise treten hierzu Elemente des Grauerlen-Auwalds (Alnetum incanae). Bachbegleitende Vegetation wird durch die typischen Staudenfluren mit Roter Pestwurz (Petasites hybridus).
An den Uferböschungen treten vereinzelt Quellen mit den entsprechenden Gesellschaften (Cratoneurion commutati) aus. In Felsspalten und auf Felsbändern wachsen standorttypische Arten wie z.B. Zwerg-Glockenblume [Campanula cochlearifolia], Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis), Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes) und Mont-Cenis-Rispengras (Poa cenisia). Die Felswände, insbesondere die Wand an der zweiten Abseilstelle sind mit Flechten wie Pertusaria cf. isidioides und Peltigera leucophlebia überzogen
Die auffälligsten Trittschäden sind knapp ein Meter breite Streifen in der Falllinie, in der die Canyoning-Gruppen abgeseilt werden. Hier ist der Flechtenüberzug sowie Moose und höhere Pflanzen (auf Felsbändern) praktisch vollständig abgetreten. Auch auf Felsköpfen an den Abseilstellen sind Trittspuren zu sehen, einzelne sind vegetationsfrei. Bodenreste zeugen in einigen Fällen von Bewuchs dieser Stellen.
Rosengartenschlucht:
Aufgrund der klimatischen Gunstlage im Umfeld des Oberen Inntals ist an den Hängen ein typischer Schneeheide-Kiefernwald (Erico-Pinetum) ausgebildet. An wenigen Stellen wachsen im Bachuferbereich fragmentarische Hochstaudengebüsche mit Grünerle (Alnus alnobetula), Großblättriger Weide (Salix appendi-culata) und Kahlem Alpendost (Adenostyles glabra). In Felsspalten, auf Felsbändern und Felsköpfen in der Schlucht wachsen überwiegend Arten der Trockenrasen (Xerobromion: Deutscher Backenklee (Dorycnium germanicum), Berg-Gamander (Teucrium montanum) und der Kalk-Felsspaltengesellschaften (Potentillion caulescentis: Stengel-Fingerkraut (Potentilla caulescens), Hasenohr-Habichtskraut (Hieracium bupleuroides).
Die erkennbaren Einflüsse konzentrieren sich auf Umgehungsstellen, an denen deutliche Wegspuren ausgebildet sind. Eine dieser Umgehungen schneidet eine Kalkquellflur an. Die Moospolster sind an dieser Quellflur teilweise abgetreten. Boden- und Vegetationsreste deuten an einigen Felsköpfen im Uferbereich auf einen ehemals dichteren Bewuchs hin. Auch hier sind vergleichbare Standorte noch bewachsen, so dass als Ursache der Vegetationszerstörung Tritt in Frage kommt.
Untere Auerklamm:
An den Hangflächen finden sich montane Buchenwälder (Fagion), die in der eigentlichen Schlucht vom Hochstauden-Buchenwald (Aceri-Fagetum) abgelöst werden. Bachnah wachsen auf den wenigen geeigneten Standorten insbesondere Arten der Krautschicht dieser Waldgesellschaft. Felsspalten-Spezialisten wie Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis), Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes) oder Niedriges Habichtskraut (Hieracium humile)] sind selten. Quellfluren und/ oder Hochstaudengebüsche fehlen in dieser Schlucht. Die Schluchtwände weisen einen ausgeprägten Moos- und Flechtenbewuchs auf. Häufigste Arten sind hier Amphidium mougeotii und Thamnobryum alopecurum. An trockeneren Felsen kommen zusätzlich vor: Plagiochila porelloides, Radula companata, Bryoerythrophyllum recurvirostrum, Bryum cf. inclinatum, Bryum flaccidum, Dicranum polysetum, Dicranum spec, Hylocomium splendens, Hypnum lacunosum, Polytrichum alpinum, Polytrichum formosum, Racomitrum aciculare, Racomitrum heterostichum, Cladonia chlorophaea, Lepraria cf. incania
Die Spuren an der Vegetation, die das Canyoning verursacht, sind in dieser Schlucht kaum zu finden. Aufgrund der starken Wasserschwankungen und der Geschiebeführung ist der bachnahe Bewuchs von Haus aus nur gering. An einzelnen, höher gelegenen Umgehungsstellen lassen sich Trittschäden erkennen.