Bundesamt für Naturschutz

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Szemkus, B.; Ingold, P.; Pfister, U. (1998) Behaviour of Alpine Ibex (Capra ibex ibex) under the influence of paragliders and other air traffic


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Drachenflug/Gleitschirmflug (=Hängegleiter), Motorflug, Segelflug

 

INHALT

In dieser Arbeit untersuchen die Autoren den Einfluß von Paraglidern und weiteren Fluggeräten auf das Verhalten von männlichen Steinböcken im Gebiet des Augstmatthorn.

Trotz geringer Frequentierung des Untersuchungsgebiete rufen Gleitschirmflieger viel stärkere Erregungs- und Fluchtreaktionen bei männlichen Steinböcken hervor als andere Fluggeräte (Kleinflugzeuge, Segelflieger).

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Tiere suchen bei Begegnungen mit Gleitschirmfliegern hauptsächlich Zuflucht im Wald oder versuchen auf die andere Seite des Gebirgskamms zu fliehen. Dadurch ist es, nach Ansicht der Autoren, möglich, dass die Steinböcke ihr ursprüngliches (Offenland-) Habitat verlassen, und die Nähe zu Wäldern suchen. Bei einigen Beobachtungen zeigte sich auch, dass weibliche Tiere mit ihren Jungen genauso empfindlich auf Gleitschirmflieger reagieren. Dies könnte wiederum Auswirkungen auf die Jungtiere und somit auf die ganze Population haben.

Die Fluchtreaktionen führen zu Energieverlusten bei den Tieren, bedingt durch die überwundenen größeren Entfernungen und Höhenunterschiede, als Folge der Störung durch Gleitschirmflieger. Bleibt es bei der im Untersuchungsgebiet beobachteten geringen Frequentierung, sind die Tiere nach der Auffassung der Autoren in der Lage den Energieverlust zu kompensieren. Steigt die Frequentierung, so könnte dies Konsequenzen auf den Ernährungszustand der Steinböcke haben.

Der Autor hält Nutzungsregelungen für Paraglider in bestimmten Alpenregionen zum Schutz des Alpensteinbock für angezeigt.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2003) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Das Untersuchungsgebiet dieser Arbeit ist das Augstmatthorn in den schweizer Voralpen.

Die Untersuchungen führten die Autoren von Juli bis Oktober 1992 durch.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Beobachtungen und Messungen

Statistische Auswertung

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Beobachtungen und Messungen

Die Steinböcke wurden aus ca. 50 m Entfernung beobachtet. Die Autoren führten ihre Untersuchungen von 7.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr Abends durch. Sie konzentrierten sich auf das erste Tier, dass sie am Morgen erkannten und notierten alle 30 Minuten die Größe und die Position der Gruppe.

Ebenfalls beobachteten sie auch alle Luftfahrzeuge und notierten jedes, das näher als 1200 m an die Tiere heranflog. Dabei beschrieben sie die Art des Luftfahrzeuges, dessen geringste Entfernung zu den Tieren und die Flughöhe (oberhalb oder unterhalb der beobachteten Gruppe).

Gleichzeitig wurde auch das Verhalten der Tiere vor der Ankunft des Flugobjektes notiert und beobachtet, ob die Steinböcke fliehen oder nicht. Beim Eintreten einer Flucht kartierten die Autoren den Fluchtweg (in eine Karte 1:5000 ). Eine Flucht galt dann als beendet, wenn die Tiere länger als 5 Minuten ruhig standen. Geriet eine Gruppe ausser Sicht, so wurde die Entfernung zum letztgesichteten Punkt gemessen.

Die täglich von allen Steinböcken zurückgelegten Strecken und Höhen wurden durch ihre, alle 30 Minuten bestimmten Positionen errechnet.

Statistische Auswertung

Regressionsanalyse. Variablen: Art des Flugobjektes ( Gleitschirmflieger, Motorflugzeug, Jet, Helikopter, Segelflugzeug), Anflugsentfernung ( < 500 m , 500-1200m ), Flughöhe ( oberhalb oder unterhalb der beo