Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Spilling, E.; Bergmann, H.-H.; Meier, M. (1999) Truppgrößen bei weidenden Bläß- und Saatgänsen (Anser albifrons, A. fabalis) an der Unteren Mittelelbe und ihr Einfluß auf Fluchtdistanz und Zeitbudget


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

 

INHALT

In den Jahren 1994 bis 1998 wurden Untersuchungen zum Aggregationsverhalten weidender Bless- und Saatgänse durchgeführt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Mehr als 90 % aller erfaßten Gänse hielten sich in Trupps auf, die aus mehr als 500 Vögeln bestanden. Eine verlängerte Freßzeit auf Kosten von Komfortverhalten und Ruhen belegte einen erhöhten Konkurrenzdruck mit zunehmender Truppgröße; verlängerte Fresszeiten deuten im Regelfall auf eine geringere Effektivität bei der Nahrungsaufnahme.

Die Fluchtdistanzen kleiner Gänsegruppen war mit 60 bis 120 Metern geringer als bei größeren, doch nahmen sie bereits ab etwa 150 Vögeln bei einem Wert von ca. 200 Metern nicht weiter zu.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1954) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Mittlere Elbe, Amt Neuhaus, Landkreis Lüneburg, Niedersachsen

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Erfassung der Truppgrößen von Bless- und Saatgänsen und der Reaktionsdistanz auf Störreize. Messung des Zeitbudgets (Fressen, Gehen, Komfort, Aufmerken, Gucken, Ruhen, Aggressive Interaktion, Trinken, Fliegen) von jeweils 200 Tieren in 10 min-Intervallen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Reaktionsdistanz (Auffliegen)

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Große, weitgehend ungestörte, fressende Gänsetrupps


EINWIRKUNGSART

Sich näherndes Kraftfahrzeug

 

TIERART

Bläßgans,
Saatgans

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Während einzelne oder paarweise auftretende Tiere im Mittel erst bei ca. 70 Metern aufflogen, lag diese Entfernung bei Gruppen ab 150 Vögeln bei über 200 Metern. Bei größeren Gruppen änderte sich diese Reaktionsentfernung nicht mehr wesentlich.

 

BEMERKUNGEN

Mit zunehmenden Bestandszahlen wuchs die Größe der "Haupttrupps" im Gebiet, zugleich erhöhte sich jedoch auch die Anzahl der Trupps. Eine mögliche Erklärung für die beobachtete Verteilung der Gänse auf die unterschiedlichen Truppgrößen besteht darin, dass ein großer Teil der Rastpopulation bei der Nahrungssuche opportunistisch vorgeht. Diese Gänse orientieren sich bei der Feldwahl an einigen wenigen, besonders erfolgreichen Art- bzw. Gattungsgenossen. Feldgröße und maximale Individuendichte waren wichtige Faktoren, welche die absoluten Truppgrößen auf den überwiegend aus Ackern bestehenden Nahrungsflächen begrenzten.

Die Studie untersuchte nicht primär den Einfluss von Störreizen auf Gänse.