Bundesamt für Naturschutz

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Roovers, P.; Verheyen, K.; Hermy, M.; Gulinck, H. (2004) Experimental trampling and vegetation recovery in some forest and heathland communities


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Landgebundener Sport, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Die zunehmende Anzahl von Erholungssuchenden in Natur und Landschaft führt auch zu einer erhöhten Belastung für geschützte Gebiete. Die Autoren der vorliegenden Studie haben in diesem Zusammenhang direkte und indirekte Auswirkungen auf verschiedene Vegetationseinheiten durch das Wandern und Gehen abseits ausgewiesener Wege untersucht.
Schwerpunkte wurden dabei auf die Fragen nach der Vegetationscharakteristik in Abhängigkeit von der Begehungsintensität und nach den möglichen Unterschieden zwischen der Schadensanfälligkeit von Pflanzengesellschaften im Hinblick auf Widerstandsfähigkeit und Wiederherstellungsfähigkeit der Vegetationsdichte gesetzt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Bodenvegetationen der feuchten Waldgemeinschaften erscheinen empfindlicher zu reagieren als die der Heid- und trockenen Waldgemeinschaften. Selbst geringe Beanspruchung der Flächen führt zu Auswirkungen hinsichtlich der Vegetationsstruktur. Auch erholten sich viele Flächen nur langsam von der Belastung, was zur Folge haben kann, dass selbst gelegentliches Querfeldeingehen sichtbare Spuren hinterlässt, welchen weitere Erholungssuchende folgen und somit die Auswirkungen verstärken.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2987) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Wald und Heide in der Mitte Belgiens

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Insgesamt wurden fünf Pflanzengesellschaften untersucht, davon drei Vegetationseinheiten im Wald und zwei in der Heide, in denen jeweils vier Versuchabschnitte eingerichtet wurden.
Diese bestanden aus jeweils fünf 1,5 Meter langen und 0,5 Meter breiten Strecken, die mit unterschiedlicher Intensität begangen wurden: 0, 25, 75, 250 und 500 Durchgänge.
Die Untersuchung wurde von Juni bis Juli des Jahres 2001 durchgeführt, da zu diesen Monaten zum einen viele Wanderer unterwegs sind und zum anderen die Vegetationsdichte annährend maximal groß ist.


BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Messung bzw. Feststellung von Größen wie insbesondere der Vegetationsdichte und Vegetationshöhe zu folgenden Zeitpunkten:

1. kurz vor dem Versuchsbeginn

2. zwei Wochen später

3. drei Monate später

4. ein Jahr später

5. zwei Jahre später

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Pro Versuchabschnitt wurde eine Strecke nicht begangen. Außerdem wurden Daten zu Vegetationsdichte und –höhe auch vor Versuchsbeginn erhoben.


EINWIRKUNGSDAUER

Keine konkreten zeitlichen Angaben. Variierend von 0, 25, 75, 250 und 500 Durchgänge pro Versuchsstrecke.

 

EINWIRKUNGSART

Wandern abseits ausgewiesener Wege (Trampelpfade)

VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Auwälder mit Erlen und Eschen (Alnus-Fraxinus) Vegetationsdichte: Unabhängig von der Begehungsintensität erfolgt eine Erholung nach relativ kurzer Zeit
Vegetationshöhe: allmähliche Erholung
Hartholzauenwälder mit Eichen, Eschen und Hainbuchen (Quercus-Fraxinus-Carpinus) Vegetationsdichte: Erholung erfolgte nur allmählich, Unterschiede bezüglich der Begehungsintensität blieben bemerkbar
Vegetationshöhe: allmähliche Erholung
Wälder mit Eichen und Birken (Quercus-Betula) Vegetationsdichte: kaum Erholung erkennbar
Vegetationshöhe: relativ kleiner Rückgang im Vergleich zu den anderen Pflanzengesellschaften, aber nur langsame Erholung
Grasreiche Heide (Calluna vulgaris) Vegetationsdichte: allmähliche Erholung, anfangs etwas stärker auf den intensiver begangeneren Flächen
Vegetationshöhe: keine Erholung erkennbar
Feuchte Heide (Erica tetralix) Vegetationsdichte: allmähliche Erholung, anfangs etwas stärker auf den intensiver begangeneren Flächen
Vegetationshöhe: keine Erholung erkennbar

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Autoren verweisen auf Studien mit ähnlichen Ergebnissen, so dass von einer Übertragbarkeit bezüglich der Vegetationseinheiten ausgegangen werden kann.

 

BEMERKUNGEN

In dieser 2-jährigen Studie wurden kurzfristige Auswirkungen ermittelt. Ob langfristige Belastungen gleiche oder ähnliche Ergebnisse erbringen ist unsicher, da beispielsweise eine Verdichtung des Erdreiches Einfluss auf die Wurzelfunktionen nehmen kann.