Bundesamt für Naturschutz

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Renouf, D.; Gaborko, L. (1981) The effect of disturbance on the daily movements of Harbour Seals


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wassersport

 

INHALT

Das Verhalten zweier Robbenarten in Abhängigkeit von Störreizen und Habitatfaktoren (v. a. Witterung und Tide) wird untersucht.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Besucher (Störquellen) verursachten nur eine geringe Erhöhung der Mobilität zwischen den Liegebänken der Robben und der offenen See. Eine Abhängigkeit von den untersuchten ökologischen Faktoren und dem Verhalten der Robben wurde ebenfalls nicht gefunden.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1781) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Miquelon, Frankreich (Kolonie), vor der kanadischen Ostküste nahe Neufundland.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Die Bewegungen der beiden Robbenarten durch den Goulet de Langlade wurden vom 14. bis zum 27. Juni 1979 täglich von 4-21.00 Uhr beobachtet. Störungen wurden notiert. Im 30-Minuten-Abstand wurden Bewölkungsgrad, Sichtverhältnisse, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Höhe der Tide und die Strömungsrichtung im Goulet aufgezeichnet.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Aufgrund der Intensität einiger Störereignisse im Zeitraum vor der Studie (Anfassen von Jungtieren) wurde vermutet, dass die Kolonie im Störungsfalle die Liegeplätze und die Flachwasserzonen in Richtung See verlassen würde. Das Verhalten der Robben 15 Minuten vor und 15 Minuten nach einer Störung wurde analysiert.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Etwa 400 Hafenrobben und 60 Graurobben nutzen eine Sandbank als Liegeplatz. Um in die offene See zu gelangen, muss ein 500 m langer und 225 m breiter Kanal durchschwommen werden. In den 1960er Jahren war die Kolonie ungestört, später setzten erholungsaktivitätenbedingte Störungen ein. Einige der Liegeplätze sind per Boot oder mit allradgetriebenen Fahrzeugen erreichbar. Störungen erfolgten früher 2-4 mal pro Monat, während des Untersuchungszeitraums bereits täglich.


TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Hafenrobbe (Phoca vitulina) 41 Störereignisse führten dazu, dass der Anteil von Hafenrobben, die von der Sandbank in die offene See wechselten im Durchschnitt von 1,22 in ungestörten Phasen auf 3,98 Individuen/30 min in gestörten Phasen anstieg.
Graurobbe (Halichoerus grypus)

BEMERKUNGEN

Die textlichen Darstellung der in Tab. 1 dokumentierten Beobachtungen ist nicht nachvollziehbar. Weder werden die konkreten Ausgangsgrößen der Population vor einer Störung dokumentiert noch das Verhalten der Robben bei Störung, wobei diese in keinen Fall konkret spezifiziert wird. Die Ergebnisse der Arbeit, dass Tourismusaktivitäten zu keinen (signifikanten) Wirkungen auf Robben führen, soll nicht in Zweifel gezogen werden, jedoch wird die Ergebnisinterpretation durch die Autoren an keiner Stelle nachvollziehbar empirisch untermauert.