Bundesamt für Naturschutz

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Rolando, Antonio; Caprio, Enrico; Rinaldi, Enrico; Ellena, Ivan (2007) The impact of high-altitude ski-runs on alpine grassland bird communities


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Pistenskilauf (Ski Alpin), Snowboarden, Wintersport

 

INHALT

Wertvolle Lebensräume oberhalb der Baumgrenze werden zunehmend durch die Anlage neuer Skipisten zerschnitten und beeinträchtigt. Die Autoren der vorliegenden Studie haben in diesem Zusammenhang die Auswirkungen von hoch gelegenen Abfahrtspisten auf die alpine Vogelwelt untersucht.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Abfahrtspisten nehmen einen direkten negativen Einfluss auf die lokale Vogelwelt. Um diesen Effekten entgegenzuwirken ist bei der Neuanlage von Pisten darauf zu achten, dass soviel Erdreich und Bodenvegetation wie möglich erhalten bleibt. Dies könnte z.B. dadurch erreicht werden, dass nur die unebensten Flächen planiert werden. Bei der Sanierung von bestehenden Pisten sollte eine Erhaltung oder Wiederherstellung der natürlichen Vegetation gefördert werden.
Um einen Kompromiss zwischen Erhaltung des Lebensraumes und Sicherheit der Pisten für Wintersportler zu erreichen, kann es dabei durchaus notwendig sein, sicherheitsbeeinträchtigende Pflanzen durch Zuschnitt oder Abweidung zu kontrollieren.


BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2994) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Westliche italienische Alpen bei Piedmont, dem Monte Bianco und dem Monte Rosa Massiv. Die Untersuchungen wurden in Höhenlagen von 2.010 bis 2.892 Meter über NN, also oberhalb der Baumgrenze, durchgeführt.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Auf insgesamt sieben kreisrunden Versuchsflächen mit einem Radius von 50 Metern wurden im Sommer der Jahre 2004 und 2005 Vogelarten erfasst. Die Zählungen dauerten jeweils 15 Minuten, wovon der Beobachter sich die ersten 10 ruhig in der Mitte der definierten Versuchsfläche aufhielt und sich danach bewegte, um auch vormals versteckte Vögel zu notieren. Die Erfassung erfolgte anhand sichtbarer wie auch hörbarer Individuen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Artenreichtum und Vielfalt an Vögeln

Vorkommensdichte/Anzahl der einzelnen Vogelarten

Vorkommensdichte/Anzahl zweier verschiedener Gruppen von Vogelarten:

Vögel, die offenes Grasland bevorzugen

Vögel, die offene Waldflächen und Gebüsche bevorzugen oder sowohl Grasland wie auch Waldflächen nutzen

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Um die Ergebnisse der Untersuchung einordnen und bewerten zu können, wurden Erhebungen durchgeführt auf:

Abfahrtspisten

Grasland nahe von Abfahrtspisten

natürlichem Grasland in ausreichender Entfernung der Pisten


EINWIRKUNGSDAUER

Die Skipisten bestanden von einem bis zu zehn Jahren.

 

EINWIRKUNGSART

Entfernung oder Schädigung des oberen Erdreichs und seiner Vegetation aufgrund von Skipistenpräparierung.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Schwere Schädigung bis Zerstörung des vorherigen Habitats.

 

ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Auf den Flächen weit abseits der Pisten wurden die höchsten Werte von Anzahl und Vielfalt an Vögeln notiert. Unmittelbar auf den Pisten die niedrigsten Werte. Auf den Flächen neben den Abfahrtspisten wurde zwar eine ähnliche Vielfalt wie auf den ungestörten Flächen gemessen, allerdings in einer deutlich geringeren Anzahl an Individuen.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Autoren verweisen auf Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich der aus Pistenpräparierung resultierenden Beeinträchtigungen für die Vogelwelt alpiner Räume kommen. Allerdings bemerken sie, dass nach wie vor ein hoher Forschungsbedarf bestehe.