Bundesamt für Naturschutz

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Reuther, Anne (2002) Die Problematik des Skibergsteigens in der Bergwaldstufe der Bayerischen Alpen: eine Untersuchung zum Verhalten und Gewohnheiten von Skibergsteigern und das Vorstellen einer richtungsweisenden Initiative zur Entschärfung dieses Konfli


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Tourenskilauf, Wintersport

 

INHALT

Die Bayerischen Alpen als attraktives Naherholungs- und Urlaubsgebiet erfreuen sich auch unter Skibergsteigern wachsender Beliebtheit. Als flächenwirksame Sportart wird das Skibergsteigen aber auch besonders häufig Zielpunkt naturschutzfachlicher Kritik. Seit 1995 läuft in diesem Zusammenhang ein Projekt in enger Zusammenarbeit des Deutschen Alpenvereins (DAV) und des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen (StMLU) zum Thema Wildtiere und Skilauf im Gebirge. Basierend auf einem groß angelegten Gutachten über tatsächliche Auswirkungen des Skibergsteigens auf Wald und Wild und auf Kenntnissen über Gewohnheiten und Verhalten von Skibergsteigern werden Kompromiss- und Lenkungsvorschläge erarbeitet.
Der hier beschriebene Artikel stellt ausführliche Informationen über Skibergsteiger in den bayerischen Alpen vor. Des Weiteren zeigt er Optimierungsmöglichkeiten für die Zusammenarbeit des DAV und StMLU auf.


SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Der durchschnittliche Skibergsteiger in den bayerischen Alpen ist 42 Jahre, hat eine Anfahrtsstrecke von 44,1 km, ist Mitglied in einem Alpenverein und unternimmt hauptsächlich Tagestouren in einer Gruppe von 2-4 Personen ohne Übernachtung. Die Frage nach geführten Touren hängt erwartungsgemäß eng mit der Erfahrung der Sportler zusammen. Über die Hälfte der Befragten sind sehr erfahrene Skibergsteiger mit mehr als 250 absolvierten Touren. Insgesamt lässt sich ein Viertel der Sportler ab und an durch ausgebildete Personen führen, ca. 90% informieren sich vorab außerdem über Fachzeitschriften.
Bei den Fragen nach Lenkungsmaßnahmen zeigte sich ein großes Bewusstsein gegenüber dem Konflikt zwischen Naturschutz und Skibergsteigen, was sich auch darin belegt, dass über 90% der Befragten grundsätzlich bereit sind, Lenkungen zu akzeptieren. Unter der kleinen Gruppe von Personen, die angaben keine Lenkungsmaßnahmen zu akzeptieren, befanden sich vor allem einheimische und sehr erfahrene Skibergsteiger.
Das 1994/1995 vom DAV initiierte Projekt Skibergsteigen umweltfreundlich war etwas über 20% der Befragten mit seinen Hintergründen bekannt, über 30% kannten es vom Hörensagen und über 40% war es nicht bekannt.

Kenntnisse über Verhalten und Gewohnheiten von Skibergsteigern sind ein wichtiger Schlüssel zu erfolgreicher Kommunikation und erfolgreichen Lenkungsmaßnahmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch aktive einheimische Skibergsteiger, die beispielsweise nach Neuschnee die ersten Spuren legen und somit die Routenwahl von Ortsunkundigen beeinflussen können. Die Studie hat außerdem gezeigt, dass Empfehlungen basierend auf einem Verständnis für die Zusammenhänge