Bundesamt für Naturschutz

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Rusterholz, Hans-Peter; Stingelin, Karin; Baur, Bruno (2000) Freizeitnutzung des Allschwiler Waldes: Einfluss auf Bodenvegetation, Strauchschicht und wirbellose Tiere


Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Laufen, Mountainbiking, Naturbeobachtung, Reitsport, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Anforderungen an Wälder wachsen und müssen dabei dem Naturschutz, der Fortwirtschaft und der Erholungssuche gerecht werden. Insbesondere stadtnahe Wälder stehen unter einem großen Erholungsdruck. Auswirkungen einer unterschiedlich intensiven Freizeitnutzung auf Bodenvegetation, Sträucher und wirbellose Tierarten werden in der vorliegenden Studie an einem der letzten größeren Eichen-Hagebuchenwälder in der Nordschweiz vorgestellt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Zunehmende Besucherzahlen haben in dem Allschwiler Wald zu einer deutlichen Schädigung der Vegetation und zu einem Rückgang der Artenanzahl sowie einer veränderten Artenzusammensetzung geführt. Die natürliche Regenerationskraft des Waldes kann dem hohen Nutzungsdruck in stark besuchten Bereichen nicht mehr standhalten. Ein zukünftiger Waldentwicklungsplan sollte demnach die Nutzung der Teilgebiete klar definieren und eine Trennung von Gebieten mit großem Erholungsdruck und hohem Naturschutzwert beinhalten.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3016) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Untersuchungen wurden in den Eichen-Hagebuchen-Beständen des Allschwiler Waldes in der Nähe von Basel im Schweizer Kanton Baselland durchgeführt. Der Wald ist sowohl von hohem naturschutzfachlichem Wert wie auch von hoher Erholungsbedeutung für die Region Basel.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Von 1997 bis 1998 wurden auf insgesamt sechs unterschiedlich erschlossenen Untersuchungsflächen Besuchervorkommen und Freizeitaktivitäten mit Hilfe von regelmäßigen Stichproben erfasst und Auswirkungen auf Bodenvegetation, Strauchschicht und wirbellose Tiere ermittelt.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Anzahl, Verteilung und Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten sowie Anzahl geschädigter Arten. Pflanzen wurden als geschädigt betrachtet, wenn bei Holzpflanzen Äste oder der Haupttrieb fehlten oder abgenickt waren. Als Schaden an der Bodenvegetation wurde der prozentuale Flächenanteil der durch Tritteinwirkung beschädigten Pflanzen der Krautschicht betrachtet.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Insgesamt sechs Flächen von 50 x 100 Metern Größe wurden für die Untersuchung ausgewählt. Alle Gebiete wiesen ursprünglich die gleichen Baumbestände (gleiches Alter und Bestandsdichte) auf und wurden gleich bewirtschaftet, unterscheiden sich mittlerweile aber hinsichtlich ihrer Erschließung und ihres Infrastrukturangebotes und somit auch hinsichtlich ihres Besucheraufkommens.


EINWIRKUNGSDAUER

Keine Angaben

 

EINWIRKUNGSART

Insbesondere Trittbelastungen durch die unterschiedlich ausgeprägte Erholungsnutzung des Waldes auf den sechs untersuchten Flächen (in fünf Gebieten überwiegend Spazieren/Wandern).

 

EINWIRKUNGSGRAD

Unterschiedlich hinsichtlich des Besucheraufkommens auf den einzelnen Untersuchungsflächen.

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Bodenlebende, wirbellose Tiere Die Anzahl aller Lauf- und Kurzflügelkäfer sowie von Schnecken nahm mit zunehmender Besucherzahl ab, einzelne Organismengruppen reagierten dabei allerdings auf unterschiedliche Weise. Auch änderten sich die Artenzusammensetzungen von Laufkäfer- und Spinnengesellschaften, wobei typische Waldarten durch Offenlandarten verdrängt wurden.
VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Bodenvegetation Abnahme der durchschnittlichen Höhe und Dichte mit steigendem Besucheraufkommen und deutliche Zunahme der Trittschäden in häufig besuchten Gebieten, da sich die Besucher dort auch oft abseits der Wege aufhalten.
Strauchschicht und Jungbäume Zunahme der Schädigungen sowie Veränderung des strukturellen Aufbaus der Strauchschicht mit Steigerung der Besucherintensität bis hin zum vollständigen Verschwinden von zwei bis drei Meter hohen Sträuchern und Jungbäumen
Artenanzahl Abnahme mit steigendem Besucheraufkommen bis hin zum lokalen Aussterben verschiedener Pflanzenarten der Krautschicht durch den hohen Nutzungsdruck. Außerdem Änderung in der Artenzusammensetzung: Parallel zum Verschwinden charakteristischer Waldbodenpflanzen treten neue, trittresistente Pflanzenarten auf

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Untersuchung bezieht sich allein auf die konkreten Begebenheiten im Allschwiler Wald und mündet in Folgerungen für Naturschutz und Forstwirtschaft desselben. Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse erfolgt nicht.

 

BEMERKUNGEN

Keine Angaben