Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Pröbstl, Ulrike (2001) Skigebiete in den Bayrischen Alpen - Ergebnisse einer ökologischen Studie


SPORTARTEN

Wintersport

 

INHALT

Die Arbeitsgruppe für Landnutzungsplanung hat im Auftrag des Umweltbeirates des Deutschen Skiverbandes (DSV) acht große bayrische Skigebiete (Hochgrat, Nebelhorn, Tegelberg, Hausberg-Kreuzeck-Osterfelder, Dammkar, Sudelfeld, Kampenwand, Jenner) mittels eines differenzierten Methodensets hinsichtlich verschiedener ökologisch relevanter Aspekte untersucht und aufbauend auf den Ergebnissen einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt, welcher Hinweise auf Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Skigebieten gibt. Bei den Untersuchungen wurde jeweils das gesamte Skigebiet in Betracht gezogen, d.h. es wurden alle Flächen einbezogen, die vom Skigebiet beeinflusst sind und die auf den Skibetrieb Einfluss haben.
Die Untersuchungen setzten sich beispielsweise auseinander mit der Charakterisierung der Skigebiete (Höhenlage, Flächenstruktur, Nutzungen durch Landwirtschaft und Tourismus), den baulichen Veränderungen (Rodungen, Geländeveränderungen auf den Pisten), dem Naturzustand der Skigebiete und –pisten (Pflanzengemeinschaften, Naturnähe der Vegetation, Schutzgebiete) oder den Belastungen der Gebiete.

Die Studie gibt einen zusammenfassenden Überblick über die ökologische Situation der Skigebiete in den Alpen und richtet sich sowohl an Skifahrer als auch an verantwortliche Betreiber, Verbände und Genehmigungsbehörden.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Auch wenn am Ende einer solch komplexen Auswertung mit differenzierten Ergebnissen keine pauschale Antwort möglich ist, kann aus Sicht der Autoren im Hinblick auf den Zustand der bayrischen Skigebiete aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht festgehalten werden, dass der Skisport als Nutzungsform seine Bedeutung nicht zu verlieren braucht und nachhaltig weiterentwickelt werden kann.

Die Struktur der bayrischen Skigebiete zeigt, dass sie sich überwiegend in mittleren Höhenlagen und im bewaldeten Bereich befinden. Dadurch kann sich der Naturhaushalt nach Belastungen rascher regenerieren und auch Stoffeinträge besser kompensieren als oberhalb der Waldgrenze.

In allen bislang untersuchten Skigebieten konnten in Bezug auf die Vegetation wertvolle Teilflächen erhoben werden.

Gerade in höheren Lagen, vor allem in den größeren Skigebieten, konnten jedoch infolge der durchgeführten Baumaßnahmen Belastungen und Schäden festgestellt werden. Diese Veränderungen können jedoch nicht durch einen Verzicht auf den Skisport behoben werden, sondern es Bedarf eines langfristigen Gesamtkonzeptes.

In keinem der differenziert untersuchten Gebiete wird durch eine Fortführung des Skibetriebes die Stabilität des Skigebietes ernsthaft in Frage gestellt: Auch von einer Destabilisierung des Bergwaldes durch den Ausbau oder Betrieb des Skigebiete in Bayern kann nicht gesprochen werden.

Die Studie zeigt sehr deutlich, dass durch Varianten-Skifahren wertvolle Lebensräume und Schutzgebiete in starkem Maße betroffen sind. Dies unterstreicht die Lenkungsfunktion der Skipisten, die wesentlich dazu beitr