Bundesamt für Naturschutz

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Pierce, D.J.; Simons, T.R. (1986) The influence of human disturbance on Tufted Puffin Fratercula cirrhata breeding success


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Naturbeobachtung

 

INHALT

Der Einfluss von Störungen an den Nesthöhlen von Gelbschopflunden durch ornithologische Untersuchungsktivitäten wird untersucht.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Untersuchungsaktivitäten können zu einer starken Reduzierung der Reproduktionsrate und Entwicklungsverzögerungen führen. Die Reduzierung des Bruterfolges wird auf störungsbedingte Nestaufgabe zurückgeführt.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1699) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

East Amatuli Island, Barrren Islands, Golf von Alaska, USA.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Zwischen Mai und August 1978 wurden in einer Kolonie des Goldschopflunds drei Bereiche unterschiedlich intensiver Störungen ausgegliedert. Generell wurde versucht, die untersuchungsbedingten Störungen so gering wie möglich zu halten, wobei immer nur 1 Person die Kolonie aufsuchte und die Untersuchungen pro Begehung im Regelfall nur 2 Stunden andauerten.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Reproduktionserfolg. Entwicklungszustand der Jungvögel. Verzögerung des Brutbeginns.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Bereich 1: Dieser Bereich der Kolonie wurde zur Feststellung von Eiablageterminen vom späten Mai bis frühen Juni im Abstand von 5 Tagen aufgesucht. Die Höhlen wurden aufgegraben, später abgedeckt und im Falle, dass sie warme Eier enthielten, erst nach 45 Tagen wieder untersucht. Nach 45 Tagen wurden die Höhlen im Abstand von 5 Tagen aufgesucht, um das Schlupfdatum zu erfassen, und nach dem Schlupf der Küken im Abstand von 3 Tagen, um die Gewichtszunahme zu wiegen.

Bereich 2 wurde solange nicht aufgesucht, bis im Bereich 1 die meisten Küken geschlüpft waren.

Bereich 3: Dieser Teil der Kolonie wurde nur ein Mal am 17. August 1978 aufgesucht, als in den beiden anderen Bereichen die Küken fast flügge waren.

 

 


TIERART

Goldschopflund (Fratercula cirrhata)

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Bruterfolg im Vergleich zwischen Bereich 1 und 3 (Bereich 2 nicht mit einbezogen, da nur Daten im Juli erhoben wurden): Während für Bereich 3 ein Bruterfolg von 94 % errechnet wurde, lag dieser im intensiv gestörten Bereich 1 bei 18 %. Dort schlüpften aus 34 gelegten Eiern 12 Küken, von denen nur 6 flügge wurden.

 

Entwicklungszustand der Küken: Küken aus dem intensiv gestörten Bereich waren signifikant leichter und hatten kürzere Flügel, als Küken der Bereiche 2 und 3. Dies ist auf eine Verzögerung des Brutbeginns zurückzuführen, da die in Bereich 2 durchgeführten regelmäßigen Untersuchungen nicht zu einem retardierten Entwicklungszustand führten.

 

Verzögerung des Brutbeginns: Küken im Bereich 1 waren signifikant jünger als in Bereich 2, d. h. die intensiven Untersuchungen führten zu einer Verzögerung oder Unterbrechung des Brutbeginns. In Bereich 2 schlüpften die Küken im Durchschnitt 6 Tage vor denen in Bereich 1. Im Durchschnitt erreichten die Küken aus Bereich 1 im Vergleich zu den beiden anderen Bereichen zu einem festgelegten Termin (17. August) erst 84 % des für flügge Küken normalen Gewichtes.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Anmerkung des Bearbeiters: Die Studie ist unter störungsökologischen Aspekten insoweit interessant und übertragbar, als sie aufzeigt, wie intensive Störung zu Beginn der Brutzeit wirkt (u. a.</