Bundesamt für Naturschutz

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Oberbrodhage, F.; Stock, M. Weitere Arbeiten von Oberbrodhage, F.; Stock, M.


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Erholung am Gewässer, Lenkdrachen, Luftsport, Reitsport, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Die Raumnutzung und das Rastplatzverhalten des Großen Brachvogels in der Husumer Bucht werden unter störungsökologischen Aspekten untersucht: Vergleich von zwei Vorlandbereichen vom östlichen Nordstrand mit unterschiedlichen anthropogenen Einflüssen und Bewertung des Einflusses von Grüppenarbeiten auf einen Rastplatz.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

  • Die Tatsache, dass sich die Tiere im zweiten Vorlandbereich nicht stören ließen, zeigt, dass die Vögel sich auf dem Deich nähernde Störreizquellen schon sehr früh erkennen können.
  • Beeinträchtigungen durch Flug- und Schiffverkehr spielen in der Husumer Bucht eine untergeordnete Rolle, da die Fluchtdistanzen nur selten unterschritten werden. Eine Ausnahme stellen lediglich die Helikopterflüge dar.
  • Saisonaler Freizeitdruck und großflächige Küstenbauarbeiten sind die beiden bedeutendsten Störfaktoren.
  • Gruppenarbeiten führten dazu, dass ein Vorlandrastplatz der regelmäßig von bis zu ca. 1000 Brachvögeln genutzt wurde, nicht mehr besiedelt wurde. Ursächlich sind hierfür die entlang der Gräben aufgeworfenen Wälle mit Aushubmaterial von bis zu 1 m Höhe verantwortlich. Diese wirken bei einer Entfernung von weniger als 200 m zum Rastplatz als Sichthindernis für die Brachvögel, die gegenüber Kulisseneffekten besonders empfindlich reagieren. Wäre der Aushub nicht liegengelassen worden, hätten sich die Tiere nach Auffassung der Autoren wieder an ihren ursprünglichen Rastplatz begeben.

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1639) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

  • Das Hauptuntersuchungsgebiet war die innere Husumer Bucht (Nordsee) mit allen außendeichs liegenden Vorländern. Das Gebiet mit einer Größe von ca. 60.000 ha wurde durch eine gedachte Linie von Dreisprung (auf Nordstrand) und Simonberg (Eiderstedt) begrenzt. Das Untersuchungsgebiet wurde jedoch später um einen rund 15.000 ha großen Bereich erweitert.
  • Die Untersuchung wurde in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Oktober 1991 durchgeführt.

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

  • Fang und Radiotelemetrie
  • Vermessung und Beringung
  • Hochwasserzählungen

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Fang und Radiotelemetrie

56 Brachvögelwurden an einem Hochwasser-Rastplatz (ca. 400 m vom Außendeich entfernt) im östlichen Nordstrander Vorland, mittels Kanonennetzen gefangen. Diese Fangmassnahmen wurden am 17./25. Juli und 22. August 1991 durchgeführt.

Für die Radiotelemetrie wurden 11 der 56 gefangenen Vögel mit einem Rucksacksender ausgestattet. Vier der Sendervögel wurden zwecks Bestimmung des Aktionsraumes 24 Stunden in Folge telemetriert.

Vermessung und Beringung der Brachvögel

Die Autoren führten eine Geschlechterbestimmung anhand der Schnabelform durch, bestimmten das Gewicht, die Flügelmaße, die Schnabel- und Fußlänge der Tiere.

Alle gefangenen 56 Tiere wurden individuell farbberingt (farbige Code-Ringe und einfache Farbringe).

Hochwasserzählungen

Die Hochwasserzählungen der Brachvögel wurden in etwa einwöchigen Abständen, jeweils zwischen 2 Stunden vor und max. 2 Stunden nach Hochwasser auf ihren Nordstrander Rastplätzen durchgeführt. Zusätzlich wurden die Ergebnisse aus den anderen Bereichen der Husumer Bucht für übergreifendere Bewertungen in die Untersuchung mit einbezogen. Diese wurden, durch die in Abständen von 15 Tagen stattfindenden Springtidenzzählungen ermittelt.

Bei den Zählungen werden in dieser Arbeit besonders zwei Vorlandbereiche im Hauptuntersuchungsgebiet näher ausgeführt. Dabei handelt es sich um einen Bereich am Nordstrand, von Dreisprung bis Süderhafen und um einen zweiten Bereich von Süderhafen bis auf die Höhe von Halebüll am Beltringharder Koog. Beide Bereiche unterscheiden sich deutlich in ihrer anthropogenen Beeinträchtigung. Der erste, kleinere Bereich besitzt eine geringere Vorlandtiefe und ist durch anthropogene Nutzungen des Deiches und des Vorlandes gekennzeichnet. Im gesamten zweiten Bereich fehlt ein asphaltierter Deichverteidigungsweg und es sind auch nur 3 Deichzufahrten vorhanden.

 

 


EINWIRKUNGSART

Optische und akustische Beeinträchtigungen

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Großer Brachvogel (Numenius arquata) Der Einfluss von landgebundenen Störungen auf den Bestand der Vögel in zwei Vorlandbereichen
Im zweiten Bereich bewirkten Wanderer auf dem 400 m entfernten Deich keine Ausweichreaktionen der Großen Brachvögel. An allen 13 Zählungsterminen wurden zwischen ca. 400 und über 3500 Individuen nachgewiesen.
Im ersten Bereich zwischen Dreisprung und Süderhafen wurden nur in den frühen Morgenstunden (noch keine Personen auf dem Deich) Rastvögel angetroffen. 8 von 13 Zählungterminen