Bundesamt für Naturschutz

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Putzer, D. (1989) Gutachterliche Stellungnahme zum Konflikt Flugmodellsport und Wasservogelschutz für das NSG Urmitzer Werth


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Modellflug

 

INHALT

Im Rahmen einer gutachterlichen Stellungnahme zur beantragten Einrichtung eines Modellflugplatzes angrenzend an das NSG Urmitzer Werth wird über eigene Felduntersuchungen zur Störung von Feuchtgebiets- und Wasser- bzw. Wiesenvögeln aus geländemorphologisch ähnlich strukturierten Gebieten (Flußabschnitt mit flußbegleitenden Baggerseen) berichtet.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Als Ursachen für die hohe Fluchtsensibilität störungsempfindlicher , artenschutzrelevanter Wasser-, Wat- und Wiesenvögel gegenüber selbst kleinen Flugmodellen werden genannt:

  • unkalkulierbares Flugverhalten der Modellflugzeuge
  • "STUKA-Effekt": plötzliche Vertikal- und Horizontalmanöver, die von lautstarkem Gasgeben begleitet werden.
  • Starke Schwankungen des Frequenzspektrums und Doppler-Verschiebungen* beim Herannahen bzw. Herabstoßen des Flugmodells.

Da der Modellflugzeugbetrieb einen hohen Anziehungseffekt für Jugendliche und Spaziergänger hat, erhöht sich die Störwirkung durch Zuschauer.

*Unter Doppler-Verschiebung versteht man den Frequenzsprung, der in dem Moment auftritt, wenn ein nähergekommenes Objekt sich wieder entfernt.

 

BEZUG/QUELLE

SGD Nord

Koblenz


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Rheintal, Lippeniederung, Nordrhein-Westfalen

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Einzelbeobachtungen.

Die zehn Beobachtungen betreffen den Zeitraum 1974 bis1986. Mitgeteilt werden Zeitpunkt, Beobachtungsort, betroffene Vogelarten und beobachtete Fluchtdistanz. Unterschieden wird nach Störung brütender Feuchtgebiets- und Wiesenvögel bzw. übersommernder oder sommerlich ziehender Vögel und ziehender Vögel zur Hauptzugszeit.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Fluchtdistanz (Messung anhand von Luftaufnahmen 1: 5.000 und DGK 1: 5.000, vgl. PUTZER 1983)

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Keine Angabe

 


EINWIRKUNGSDAUER

Keine Angabe

 

EINWIRKUNGSART

Beunruhigung

 

EINWIRKUNGSGRAD

Einzelne Flugobjekte

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Flußregenpfeifer Störungen von Feuchtgebiets- und Wiesenvögeln in der Zeit der Brut und der Jungenaufzucht
Kiebitz Vertreibung vom Nest: Fluchtdistanz=150 m bis 200 m
Schafstelze Störung: Fluchtdistanz=200 m.
Altvogel zieht sich mit halbflüggen Jungen auf ca. 350 m zurück



Störung übersommernder oder sommerlich ziehender Vögel
Vertreibung: Fluchtdistanz: Fluchtdistanz=350 m
Graureiher Vertreibung: Fluchtdistanz=350 m+-50 m

(Rückzug in ein 1.500 m entfernt gelegenes NSG)
Limikolen (rastend bzw. Nahrung suchend) Vertreibung. Fluchtdistanz =300 m bzw. 500 m
Die Vögel gingen in einem Sicherheitsabstand von mehr als 500 m an anderer Stelle wieder nieder.
Störungen in den Hauptzugzeiten
Goldregenpfeifer, Kiebitz Vertreibung: Fluchtdistanz=350 m
Reiherente,Tafelente Vertreibung: Fluchtdistanz=200-250 m
Gänsesäger, Kormoran, Tafelente, Reiherente Vertreibung: Fluchtdistanz=mind. 200 m