Bundesamt für Naturschutz

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Mallord, John W.; Dolman, Paul M.; Brown, Andy F.; Sutherland, William J. (2007) Linking recreational disturbance to population size in a ground-nesting passerine


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Laufen, Radfahren, Reitsport, Spaziergang mit Hund, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Der störende Einfluss von Freizeitaktivitäten auf Vögel wird in vielen Studien anhand von Verhaltensänderungen, Änderungen in ihrer räumlichen Verteilung oder anhand des Bruterfolges verschiedener Vogelarten aufgezeigt. Von höchster naturschutzfachlicher Bedeutung ist aber auch die Frage nach den direkten Auswirkungen auf die Populationsgröße von Vogelarten oder Vogelgemeinschaften. Die vorliegende Untersuchung soll in diesem Zusammenhang zeigen, inwieweit sich Anzahl und Verteilung von freizeitlichen Störungen auf die Populationsgröße der am Boden nistenden Heidelerche auswirken.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Sowohl Anzahl als auch räumliche Verteilung der Erholungssuchenden nehmen entscheidenden Einfluss auf die Populationsgröße der Heidelerche. Eine reine Erhöhung der Besucherzahlen hat dabei allerdings einen weitaus geringeren negativen Einfluss als eine zunehmende räumliche Verteilung von Besuchern. Die Anwendung eines Modells zu Einflüssen verschiedener Zugangsszenarien auf die Populationsgröße kann demnach ein geeignetes Instrument zu angebrachtem Gebietsmanagement darstellen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3028) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich.


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Untersuchung wurde auf insgesamt 16 Heideflächen in der Grafschaft Dorset im Süd-Westen Englands durchgeführt.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Die Untersuchung sollte zeigen, inwieweit sich Anzahl und Verteilung von freizeitlichen Störungen auf die Populationsgröße der Heidelerche auswirken. Dazu wurden sowohl die Anzahl von Störreizen und ihre räumliche Verteilung als auch das Vorkommen der Vögel protokolliert.

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

  • Lebensraumeignung und Besiedlungsmuster hinsichtlich der naturräumlichen Ausstattung und der Störhäufigkeit
  • Populationsgröße der Heidelerche pro Hektar

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Die Untersuchung begann im Frühjahr 2001 auf sechs Flächen, 2002 kamen nochmals sechs und 2003 vier weitere Flächen hinzu.
Bei der Auswahl der Untersuchungsflächen wurde hinsichtlich ihres Zugangs für Erholungssuchende und somit hinsichtlich der Störungshäufigkeit unterschieden:
Vier Flächen befanden sich auf Privatland und waren der Öffentlichkeit nicht zugänglich, die restlichen zwölf Flächen befanden sich auf ländlichem Gebiet oder in der Nähe von Städten und stark besuchten Gebieten.


EINWIRKUNGSDAUER

Keine Angaben

 

EINWIRKUNGSART

Insbesondere akustische und optische Störreize durch verschiedenste Freizeitaktivitäten. Die dabei am häufigsten beobachteten Erholungssuchenden waren Spaziergänger mit, größtenteils unangeleinten, Hunden.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Unterschiedlich hinsichtlich der Anzahl von Erholungssuchenden und insbesondere ihrer räumlichen Verteilung.

 

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Vorkommensdichte der Heidelerche Dichteres Vorkommen der Vögel in ungestörten Bereichen (pro Hektar geeigneter Lebensraum)
Lebensraumeignung Innerhalb gestörter Bereiche ließ sich mit zunehmender Störung ein Rückgang an für die Vögel potentiell besiedelbaren Flächen (von bis zu 50 % bei ca. acht Störungen pro Stunde) feststellen
Populationsgröße der Heidelerche Die Auswirkungen auf die Populationsgröße hängen sowohl mit der Anzahl als auch mit der räumlichen Verteilung von Erholungssuchenden zusammen. Unter den gegebenen Betretungsregelungen hätte eine Verdopplung der Besucherzahlen nur geringen negativen Einfluss, während die gleiche Anzahl von Besuchern über die gesamten Flächen verteilt einen bedeutenden negativen Einfluss auf die Populationsgröße der Heidelerche hätte. Allerdings schätzen die Autoren anhand des angewandten Modells die gegenwärtige Populationsminderung gegenüber den Erwartungen in gänzlich ungestörten Bereichen auf 17 %.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Vergleichbare Studien zu direkten Auswirkungen von freizeitbedingten Störungen auf die Populationsgröße von Vogelarten existieren bisher kaum. Die Autoren betonen jedoch, dass die Anwendung eines Modells zu Einflüssen verschiedener Zugangsszenarien auf die Populationsgröße ein geeignetes Instrument zu angebrachtem Gebietsmanagement darstellen kann.