Bundesamt für Naturschutz

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Mayer, Philipp (2005) Planierungen von Skipisten verursachen Vegetations-Schäden für Jahrhunderte


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Pistenskilauf (Ski Alpin), Wintersport

 

INHALT

Planierungen von Skipisten dienen klassischerweise zum einen der Sicherheit der Skifahrer und zum anderen der Arbeitserleichterung mit Pistenraupen. Klimatische Veränderungen und erhöhter Konkurrenzkampf unter den Skidestinationen haben in den letzten Jahren allerdings zu einer verstärkten Pistenpräparation geführt.
Mit Hilfe verschiedener Studien setzt sich der Autor dieses Artikels mit der zunehmenden Planierung von Skipisten auseinander, führt Folgeschäden für die Vegetation auf und prüft kritisch künstliche Begrünung der Pisten als Erosionsschutz. Ausschlaggebende Gründe für verstärkte Planierung von Pisten sind demnach:

1. Ebene Pisten müssen nur mit deutlich weniger Kunstschnee präpariert werden. Da dieser sehr kostspielig ist, werden buckelige Pisten zunehmend begradigt.

2. Die Weiterentwicklung der klassischen Skitechnik hin zum Carving erfordert breite, nicht allzu steile Hänge

3. Liftanlagen befördern Sportler mit immer höherer Kapazität. Dadurch steigt der Flächenbedarf auf den Skipisten.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Planierten Flächen werden eingeebnet, dabei oftmals das Erdreich entfernt oder überschüttet, was Auswirkungen auf Dichte, Wachstum und Vielfalt von Pflanzen hat. Gerade in der alpinen Stufe sorgen aber diese für einen wirksamen, natürlichen Erosionsschutz. Strenge Umweltbedingungen in der alpinen Stufe führen zu einem verlangsamten Pflanzenwachstum, was zur Folge hat, dass eine natürliche Entwicklung der Vegetation zu einer geschlossenen Pflanzendecke mindestens mehrere Jahrzehnte dauert. Für sehr ungünstig gelegene Standorte prognostizieren Wissenschaftler sogar Regenerationszeiten von mehreren hundert Jahren.

Um Erosion zu vermeiden werden teilweise künstliche Begrünungsverfahren angewandt. Die Entwicklung einiger dieser künstlich begrünten Skipisten wurde dabei über unterschiedliche Jahre auf ihren Erfolg hin begutachtet. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass es auch bei künstlicher Begrünung lange dauert, bis sich die Vegetation wiederherstellt. So existieren beispielsweise Schätzungen, dass es drei bis sechs Jahre dauert, bis ein funktionsfähiger Erosionsschutz besteht. Dieser setzt sich allerdings häufig aus standortfremden, nicht angepassten Arten zusammen, welche nach einigen Jahren wieder verschwinden. Auf lange Sicht bieten also standortheimische Arten den besten Erosionsschutz, weshalb auf Planierungen, insbesondere oberhalb der Baumgrenze, möglichst generell verzichtet werden sollte. Lässt sich dies aber aus Sicherheitsgründen für Skifahrer nicht vermeiden, sollten Flächen mit natürlicher Vegetation erhalten bleiben, um die Wiederansiedlung heimischer Arten zu fördern. Das schweizerische Bundesamt für Umwelt empfiehlt außerdem, auf den zu planierenden Flächen Pflanzendecke, Humus und Oberboden vorher zu entfernen und nachher wieder aufzubringen.

 

BEZUG/QUELLE

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