Bundesamt für Naturschutz

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Mayhew, Peter; Houston, David (1989) Feeding site selection by Wigeon Anax penelope in relation to water


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Jagd

 

INHALT

Pfeifenten nutzen zur Nahrungsaufnahme bevorzugt Grünlandflächen in der Nähe von Stehgewässern. Bislang ging man davon aus, dass dieses Verhalten mit der Möglichkeit zusammenhing, während der Nahrungssuche trinken oder baden zu können. Jedoch zeigen neuere Überlegungen, dass dieses Verhalten der Feindvermeidung gilt. Weiterhin zeigen Beobachtungen, dass Pfeifenten sehr empfindlich gegenüber Störungen reagieren und zudem einen sehr hohen Anteil des Zeitbudgets (vgl. Mayhew 1988) zur Nahrungsaufnahme verwenden müssen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Nahe des Wassers war die Kotmenge signifikant größer als weiter entfernt; dies bedeutet, dass die Pfeifenten v. a. die wassernahen Bereiche des Grünlandes zur Nahrungssuche nutzen.
Mit zunehmender Entfernung vom Wasser nahm der Anteil des "Aufmerksamkeitsverhaltens" zu. Die Größe der weidenden Pulks der Pfeifente nahm mit zunehmender Distanz vom Wasser ebenfalls zu; größere Pulks erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Feinde früher entdeckt werden können.

Die Verfügbarkeit der Nahrung bestimmte die Entfernung vom Gewässer; d. h. günstige Nahrungsbiotope werden bevorzugt. Jedoch wurde diese Nutzung von anderen Faktoren überlagert, so v. a. von der Jagd auf Pfeifenten.
Pfeifenten stehen in einem ständigen Konflikt zwischen der Notwendigkeit, Bereiche mit hoher Nahrungsausbeute nutzen zu müssen und der Vermeidung von Feinden oder Störungen.

 

 


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Wildfowl Trust"s refuge in Caerlaverock, SW Schottland, Großbritannien

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Nahrungs- und Aufmerksamkeitsverhalten der Pfeifenten werden in Abhängigkeit von der Entfernung zu einem Gewässer untersucht.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Aufteilung des Beobachtungsgebietes in Raster. Erfassung der Biomasse (Maß für die Qualität des Nahrungsbiotops). Erfassung der Ausscheidungsprodukte der Pfeifenten (als Beleg für die Nutzung von Grünland in einer bestimmten Entfernung zum Gewässer). Die Aufmerksamkeit wurde als prozentualer Anteil gemessen, in der ein weidender Vogel den Kopf hochhob, wobei zu erkennen war, dass der Vogel auf einen Faktor im Gelände reagierte.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Nahrungsuchende Pfeifente in einem jagdberuhigten Komplex aus Stehgewässern und umliegendem Grünland.

 


ART DER BEEINFLUSSUNG/AUSWIRKUNG

Pfeifente

Die Jagd(zeit) beeinflusste die Raumnutzung: Während der Jagdperiode weideten die Pfeifenten näher am Gewässer als nach der Jagdzeit.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Studie nimmt keinen unmittelbaren Bezug zu Störreizen, die von Personen ausgehen. Sie zeigt aber, dass Pfeifenten sogar dann störungssensibel sind, wenn keine gar Störungen vorhanden sind. Dies dokumentiert sich darin, dass ihre tatsächliche Raumnutzung sich nicht an einer optimalen Nutzung der verfügbaren Nahrungsressourcen orientiert, sondern dass ihr gesamtes Verhalten darauf ausgerichtet ist, möglichst effizient eine Wasserfläche aufsuchen zu können, wo sie vor Feinden sicher sind. Daraus kann geschlossen werden, dass Pfeifenten besonders empfindlich gegenüber allen Störungen reagieren (werden), die von Freizeitaktivitäten ausgehen. In diesem Zusammenhang verweist der Autor auf Personen oder niedrig fliegende Flugzeuge.