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Niemann-Hollatz, B. (1992) Beobachtung von Vögeln und Seehunden während der Rammarbeiten an der Bohrlokation Emshörn Z 2


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

 

INHALT

Vor der Emsmündung im Bereich der deutschen und niederländischen Nordseeküste war die Durchführung von Rammarbeiten zwecks Erdgasbohrungen von einer Plattform aus geplant. Das Gebiet liegt in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Da sich in 1.500 m Entfernung zur Plattform die Emshörn-Plate, ein Aufenthaltsort für Seehunde und Vögel, befindet, waren Auswirkungen auf die Tiere durch akustische Beunruhigungen zu erwarten.

Deshalb wurde eine Beobachtung durchgeführt, wobei die Reaktion der Vögel und Seehunde der Emshörn-Plate auf die Rammarbeiten erfaßt werden sollten. Die Beobachtung fand von der Plattform, aus ca. 1.500 m Entfernung am 01. Dezember 1992 statt und dauerte 5,5 h. Erfaßt werden konnten Eiderenten (Somateria mollissima), Sturmmöwen (Larus canus) und Silbermöwen (Larus argentatus).

Folgende Gründe schränken die Beurteilung der Störwirkung von Rammarbeiten erheblich ein:

1. Die erhobenen Daten umfassen nur einen Beobachtungstag.

2. Die Rammarbeiten - als zu untersuchender Störreiz - fanden nicht statt.

3. Während der Beobachtung fiel auch bei Niedrigwasser die Emshörn-Plate nicht trocken. Insofern wäre eine Nutzung durch Seehunde und rastende oder nahrungssuchende Vögel nicht möglich gewesen.

4. Prinzipiell können in diesem Bereich des Wattenmeeres keine Vergleichsuntersuchungen zum störreizfreien Verhalten der Tiere gemacht werden, da sowohl Beobachtungen vom Boot als auch von bestehenden Plattformen aus ebenfalls Störquellen darstellen würden.

Aussagen zum Verhalten von Seehunden und Vögeln während der Rammarbeiten können nicht gemacht werden. Da jedoch am Untersuchungstag ohnehin keine trockengefallene Wattfläche zur Verfügung stand, hätten auch bei Durchführung der Rammarbeiten keine Auswirkungen auf die Tierwelt registriert werden können.

Die Autorin kommt zu dem Schluß, daß Rammarbeiten im Spätherbst und Winter, wenn sich wenige Tiere im Gebiet aufhalten und die Emshörn-Plate nicht immer trockenfällt, zwar eine temporäre Störwirkung hervorrufen können, diese aber voraussichtlich keine nachhaltigen Folgen für die Tierwelt bewirkt.

 

BEZUG/QUELLE

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