Bundesamt für Naturschutz

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Manghabati, Ahmad (1986) Einfluss des Tourismus auf die Hochgebirgslandschaft am Beispiel Nationalpark Berchtesgaden


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Skilanglauf, Wandern/Geländelauf, Wintersport

 

INHALT

Fauna

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

An den Besucherschwerpunkten im Untersuchungsraum und den bevorzugten Wegstrecken können teilweise massive Landschaftsschäden nachgewiesen werden. Die Entwicklung von Konzepten zum Abbau dieser Konflikte ist dringend erforderlich.

Sommertourismus: Als belastete und gestörte Zonen müssen mind. 50 m Gelände beidseits der Wanderwege angesehen werden. Hier kommt es zur Beunruhigung von Tieren durch Lärm, Beobachten und Fotografieren, zur Belastung der Landschaft durch Abfall sowie zur Verschlechterung von Quantität und Qualität der Pflanzengesellschaften durch Zertrampeln der Vegetation und Eutrophierung.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2645) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

  • Nationalpark Berchtesgaden, Nördliche Kalkalpen, Berchtesgadener Alpen, Bayern
  • zwei Teilgebiete:
  • Jennergebiet: 3.000 ha
  • Hochkaltergebiet: 1.000 ha

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

  • Untersuchungszeitraum
  • Erfassung des Sommertourismus: Befragungen, Zählungen und Beobachtungen von Juni bis Oktober 1983
  • Erfassung des Wintertourismus: Befragungen, Zählungen und Beobachtungen von Januar bis April 1983
  • Erfassung der Einwirkungen:
  • Besucherbefragung per Fragebogen: Sozialverteilung, Motivation zur Wahl des Ausflugszieles, Verkehrsmittel, Verhalten bei geplanten und ausgeführten touristische Aktivitäten im Untersuchungsraum (insbesondere Sammeln, Tiere beobachten, Wege verlassen), Verweildauer, Bekanntheitsgrad des NP, Beurteilung der Attraktivität und der Belastung der Erholungslandschaft
  • Zählung: Besucheraufkommen und -verteilung insgesamt (an Eingängen) und auf Wegen
  • Beobachtung der Besucher: Ermittlung des Verhaltens der Besucher, Überprüfung der Fragebogen-Angaben
  • Erfassung der Auswirkungen:
  • Abfallkartierung
  • Kartierung von Wegschäden durch Tritt: durch Menschen, Kühe, Erosion und Wegebau verursachte Schäden wie Zerstörung der Pflanzendecke, Viehgangel, Narbenversatz, Blaiken
  • Kartierung von Vegetationsschäden durch Tritt: Kartierung von "Trittpflanzen" in Transekten entlang der Wege

EINWIRKUNGSDAUER

Wandern: Ballung des Besucheraufkommens in den Monaten Juni, Juli, August

EINWIRKUNGSART

  • Tritt
  • optische und akustische Beunruhigung
  • durch Wanderer und Wintersportler
  • ebenfalls im Gebiet wirksam, aber nicht Gegenstand der Untersuchung
  • Rettungsübungen der Bundeswehr
  • Drachenfliegen
  • Kfz Verkehr auf Forststraßen (bis 120 Fahrten/Tag)

EINWIRKUNGSGRAD

  • Sommertourismus Jennergebiet
  • 300.000 Besucher
  • durchschnittliche Besucherdichte 150 Personen/ha zugänglicher Fläche und Sommer
  • Sommertourismus Hochkaltergebiet
  • 65.000 Besucher
  • durchschnittliche Besucherdichte 97 Personen/ha zugänglicher Fläche und Sommer
  • Wintertourismus Jennergebiet
  • 10.000 Skiläufer
  • durchschnittlich 6-malige Nutzung der Pisten, d. h. 60.000 Abfahrten
  • (weiteres siehe Auswirkungen)

Wintertourismus: Pistenkifahren, Tiefschneefahren

  • 60-70 % aller Pistenfahrer verlassen die Pisten bis ca. 400 m weit, Gründe: Piste schlecht präpariert, schlechte Schneeverhältnisse
  • Beunruhigung, insbesondere Gams und Rauhfußhühner

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Methodik zur Erfassung der einwirkenden Reize ist übertragbar

 

BEMERKUNGEN

Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der quantitativen Erfassung der Einwirkung, dargestellte Auswirkungen hinsichtlich der Fauna sind nur sehr allgemein angeführt, nicht direkt untersucht.