Bundesamt für Naturschutz

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Madsen, J. (1998) Experimental refuges for migratory waterfowl in Danish wetlands. I. Baseline assessment of the disturbance effects of recreational activities


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Fischerei, Jagd, Segeln, Surfen

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Verteilung der Vögel sowie die der potenziellen Störquellen wird von der Verteilung der Vegetation (Nahrungsquelle, Behinderung von Freizeitsportaktivitäten, Jagdgebiet) bestimmt. Von Surfern gingen Störreize aus, auf die Vögel bereits aus großer Entfernung reagierten. Jagdaktivitäten verursachten die einschneidensten Unterbrechungen der Aktivitäten der Vögel. Mobile Boote mit Jagdaktivitäten verursachten gegenüber Pfeifenten größere Störungen als stationäre. Angelkähne hatten bei Pfeifenten keine Wirkungen auf die Abundanz. Im untersuchten Gebiet ist Jagd von mobilen Kähnen aus der gravierendste Störfaktor.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 329) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Nibe-Gjol, Limfjord und Ulvshal-Nyord, Mon, Dänemark

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Um die großräumige Nutzung der Wasserflächen durch Wasservögel und Sportaktivitäten zu dokumentieren, wurde zwischen Juli/August und Dezember 1985-1988 meist im wöchentlichen Rhythmus kartiert. Die Ergebnisse wurden in Karten im Maßstab 1:5000 mit Rastern einer Länge von 500 m festgehalten. Detallierte Studien wurden mit Hilfe der sogenannten Scan- Methode erzielt, indem in Intervallen von 10 Min. die Anzahl der Vögel und ihr Verhalten (Nahrung suchen, Ruhen, Fliegen) und alle anthropogenen Aktivitäten ermittelt wurden. Wenn Vögel entweder fliegend oder schwimmend nach der Störung durch Menschen flohen, wurde dies als Störereignis gewertet. Von den Störereignissen wurden die Dauer der Störung, die Reaktionsart, die Fluchtdistanz und die Zeit gemessen, bis die Vögel wieder ihr ursprüngliches Verhalten aufnahmen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Unterbrechung der Nahrungsaufnahme, Fluchtdistanz

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Die Verteilung von Seegras (Zostera maritima) (in Flachwasserbereichen) korrespondierte mit der Verteilung von Höckerschwan und Pfeifente; in diesen Seegrasbeständen im Wasser wurde Nahrung gesucht. Durchschnittlich verbrachten Höckerschwäne 65 %, Pfeifenten 78 % und Blässhühner 54 % der Tageslänge mit Nahrungssuche.

 

 


TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Pfeifente

Höckerschwan
Unterbrechen der Nahrungssuche:

Pfeifente und Höckerschwan: Fischerboote und Windsurfer führten zu einer ca. 20-minütigen Unterbrechung der Nahrungssuche durch Wegschwimmen oder Auffliegen.
Wiederaufnahme des Nahrungssuchverhaltens nach einer Störung:
Höckerschwan: Während er vor einer Störung 63,2 % einer Zeiteinheit mit Nahrungssuchverhalten verbrachte, stieg diese Zeit auf 86,3 % nach einer Störung an. Nach etwa einer Stunde wurde wieder etwa derselbe Zeitanteil zur Nahrungssuche wie vor der Störung verwendet. Möglicherweise konnte durch Erhöhung des Nahrungszeitbudgets die Störung kompensiert werden.
Pfeifente: Der Anteil am Nahrungssuchverhalten ist sehr hoch (76,9 %); nach einer Störung lag er bei 78,1 %. Die Störung kann somit kaum - zumindest nicht während der Tagstunden - kompensiert werden.
Blässhühner: Der Anteil am Nahrungssuchverhalten liegt bei 64,2 % vor und 62,3 % nach einer Störung. Die Störung wird somit wahrscheinlich kompensiert.
Mehrfachstörungen - jedoch von Jägern ausgelöst - führten zu einer Reduzierung der während des Tages für Nahrungssuchverhalten aufgewendeten Zeit um bis zu 33%. Dies dürfte erhebliche Auswirkungen auf die physiologische Kondition des Individuums haben.
Fluchtdistanz (summarisch für die drei Arten):
Fischerboote: 155-270 m
Windsurfer: 450-700 m
Die Fluchtdistanz/Empfindlichkeit steigt in folgender Reihenfolge: Blässhuhn, Pfeifente, Höckerschwan.
Beeinflusst die Anzahl der Fischerboote die Anzahl der Vögel?
Während für Boote, die zur Jagd auf Wasservögel genutzt wurden, eine signifkante Korrelation zur Intensität der Störung bestand, wurde eine solche Korrelation bei Angelkähnen für Höckerschwan und Pfeifente nicht festgestellt. Zum Blässhuhn werden keine Angaben gemacht.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Der Autor geht davon aus, dass in vergleichbaren Biotopkomplexen ähnliche Untersuchungsergebnisse erzielt werden. Er empfiehlt deshalb, auf Basis der Ergebnisse seiner Studie Schutzgebietsabgrenzungen vorzunehmen und Zonen einzurichten, in denen Störungen unterbleiben.