Bundesamt für Naturschutz

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Lemauviel, Servane; Rozé, Francoise (2003) Response of three plant communities to trampling in a sand dune system in Brittany (France)


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

 

SPORTARTEN

Andere Freizeitaktivitäten, Landgebundener Sport, Laufen, Orientierungslauf, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Dünengebiete an Küsten sind beliebte Urlaubs- und Erholungsziele und unterliegen deshalb oftmals einem hohen Besucherdruck. Da sie aber auch einen wertvollen und sensiblen Lebensraum für viele unterschiedliche Pflanzenarten darstellen, kommt der Lenkung von Freizeit- und Erholungsaktivitäten eine wichtige Rolle zu. Anhand der vorliegenden Untersuchung zeigen die Autoren unmittelbare und langfristige Auswirkungen von Trittbelastungen auf Pflanzengesellschaften in drei Dünensystemen auf und geben Hinweise für eine entsprechende Besucherlenkung.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Vegetation reagierte in allen Dünensystemen mit abnehmender Vegetationsdichte, die allerdings unterschiedlich hoch ausfiel. Auch hinsichtlich der Regenerationsfähigkeit ließen sich deutliche Unterschiede festmachen. So profitierte die Vegetation der Weißdünen sogar langfristig von den Belastungen und zeigte eine sehr hohe Regenerationsfähigkeit. Anders die der Graudünen, für die Trittbelastungen aufgrund sehr geringer Regenerationsfähigkeit auch langfristig nachteilige Auswirkungen haben. Besucher sollten deshalb eher in bzw. durch Vor- und Weißdünen gelenkt werden, vorausgesetzt es werden auch dort Regenerationsphasen für die Vegetation eingeplant.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3039) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Sanddünen auf der Halbinsel Quiberon in der südlichen Bretagne, Frankreich. Die Untersuchungen wurden an drei Dünensystemen mit ihren typischen Pflanzengesellschaften durchgeführt:
Den Primär- oder Vordünen mit offenem, hohem Dünengras - vorwiegend Gewöhnlicher Strandhafer (Ammophila arenaria) – folgen mit abflachendem Geländerelief erst die Weißdünen mit ihren offenen, kurzen Gräsern und weiter landeinwärts die Graudünen mit dichten und kurzen Gräsern. Die Artenvielfalt der Vegetation nimmt von der Vordüne zur Graudüne immer weiter zu.

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Experimentelle Studie zu unmittelbaren und langfristigen Reaktionen von Pflanzengesellschaften in drei Dünensystemen auf Trittbelastungen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Widerstandsfähigkeit und Regenerationsfähigkeit der Pflanzengesellschaften.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

In jedem Dünensystem wurden jeweils fünf Pfade von 5 x 0,5 Metern als Untersuchungsflächen abgesteckt und mit unterschiedlichen Begehungsintensitäten begangen. Zusätzlich wurden zum Vergleich in allen Gebieten unbegangene Kontrollflächen abgesteckt. Die Untersuchung der Vegetation erfolgte unmittelbar vor dem Experiment sowie zwei Wochen und ein Jahr danach.


EINWIRKUNGSDAUER

Die Experimente wurden an einem einzigen Tag im Juni 1998 durchgeführt. Die Intensität der Begehungen reichte dabei von keinem bis zu maximal 1.000 Durchgängen.

 

EINWIRKUNGSART

Mechanische Trittbelastung

 

EINWIRKUNGSGRAD

Unterschiedlich hinsichtlich der Begehungsintensität und des Dünensystems.

VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Vordünen Nach gerade 50 Begehungen zeigte die Vegetationsdichte zwei Wochen später einen Rückgang von über 25%, mit wachsender Begehungsintensität dann allerdings nur noch einen verhältnismäßig leicht ansteigenden Rückgang. Die Kontrolle nach einem Jahr ergab eine gute Regenerationsfähigkeit der beanspruchten Vegetation, die auf den wenig begangenen Flächen am besten ausfiel.
Weißdünen Zwei Wochen nach dem Experiment zeigte die Vegetation einen Rückgang, der sich mit zunehmender Begehungsintensität leicht verstärkte. Die Vegetation auf 25 Mal begangenen Flächen war auch nach einem Jahr noch vermindert, allerdings nahm sie auf öfter begangenen Pfaden zu und erreichte beispielsweise auf der 125 Mal begangenen Fläche im Vergleich zum Ausgangswert sogar 181,5 %.
Graudünen Nach 250 Durchgängen zeigte sich nach zwei Wochen ein Rückgang um ca. die Hälfte, der allerdings mit zunehmender Intensität nicht weiter anwuchs. Nach einem Jahr hatte sich die Vegetation auf keiner Versuchsfläche vollständig von der Belastung erholt.