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Kammer, Peter M. (2002) Floristic changes in subalpine grasslands after 22 years of artificial snowing


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Wintersport

 

INHALT

Um auch in Zeiten klimatischer Veränderungen Schneesicherheit in Skigebieten zu garantieren, wird in den Europäischen Alpen zunehmend auf künstliche Schneeherstellung zurückgegriffen. Ziel der vorliegenden Studie war es in diesem Zusammenhang, sowohl quantitative als auch qualitative Veränderungen der Flora in einem seit 1978 künstlich beschneitem Gebiet in den Schweizer Alpen zu untersuchen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Der Autor kommt zu dem Fazit, dass intensive künstliche Beschneiung in Regionen zwischen 1200 und 1800 Metern über NN eine ernsthafte Bedrohung insbesondere für Pflanzenarten des nährstoffarmen und trockenen Wiesen- und Weidelandes in den Alpen darstellt.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2977) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Savognin im Schweizerischen Kanton Graubünden in den östlichen Zentralalpen. Seit November 1978 werden Teile des Gebiets alljährlich künstlich beschneit. Das dafür benötigte Wasser wird aus dem Fluss Julia entnommen.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

In verschiedenen Höhenlagen (von 1190 NN bis 1780 NN) wurden in den Jahren 1988 und 2000 auf insgesamt zehn ähnlichen Abhängen auf abgesteckten Flächen die Artenvielfalt ermittelt. Außerdem wurde die physikalische Beschaffenheit des künstlichen Schnees bzw. der künstlichen Schneedecke untersucht.

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

  • Artenvielfalt der höheren montanen und subalpinen Wiesen- und Weidenvegetation. Aufgrund der Vielzahl der vorkommenden Arten wurden diese in die drei Gruppen
  • 1.) nährstoffreiche Heuwiesen (Trisetum-Arten),
  • 2.) trockene Heuwiesen (Bromus/Helictotrichon-Arten) und
  • 3.) subalpine Weiden (Carex ferruginea und Nardus stricta Arten) eingeteilt.
  • Ionengehalt des künstlichen Schnees
  • Dichte und Luftdurchlässigkeit der künstlichen Schneedecke

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Zum Vergleich der ermittelten Daten wurden Kontrolluntersuchungen mit natürlichem Schnee durchgeführt, im Falle der Bestimmung der Artenvielfalt erfolgte dies anhand abgesteckter Bereiche außerhalb der künstlich beschneiten Flächen, die aber ebenfalls (sofern die Schneehöhe dies zuließ) als Skipisten genutzt wurden. Des Weiteren wurden Untersuchungen außerhalb der Skisaison in den Sommern 1987 und 1988 durchgeführt.

 


EINWIRKUNGSDAUER

Regelmäßige künstliche Beschneiung seit November 1978

 

EINWIRKUNGSART

Künstliche Beschneiung

 

EINWIRKUNGSGRAD

keine Angaben

 

 

ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Wiesen- und Weidenvegetation der höheren montanen und subalpinen Stufe

Insgesamt ließ sich eine signifikante Veränderung in Form eines deutlichen Rückgangs der Artenvielfalt auf den künstlich beschneiten Flächen nachweisen.
Des Weiteren scheinen außerdem die zusätzlichen Mengen an Wasser und Ionen das Mengenverhältnis einzelner Pflanzentypen zueinander zu verändern. Schnell wachsende Arten nährstoffreicher und gemäßigt feuchter Lebensräume verdrängen dabei schwächere Arten der nährstoffarmen und trockenen Lebensräume.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Alpines Wiesen- und Weideland zwischen 1200 und 1800 Metern über NN in Abhängigkeit der Qualität bzw. Quelle des für den künstlichen Schnee benutzten Wassers.

 

BEMERKUNGEN

Der pH-Wert des künstlichen Schnees war deutlich höher als der des Natürlichen. Signifikante Unterschiede zwischen der Dichte und Luftdurchlässigkeit zwischen natürlicher und künstlicher Schneedecke ließen sich hingegen nicht feststellen.