Bundesamt für Naturschutz

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Leupi, Erwin (2000) Auswirkungen von OL-Veranstaltungen auf die Vegetation von Flachmooren


Diese Auswertung wurde erstellt von: Markus Ruff

 

SPORTARTEN

Landgebundener Sport, Orientierungslauf

 

INHALT

Aufgrund von Konflikten bei der Planung von grösseren OL-Veranstaltungen hat der Zentralvorstand des SOLV die Kommission OLund Umwelt beauftragt, in Bezug auf die Frage: "Auswirkung von OL-Veranstaltungen auf die Vegetation von Flachmooren" Abklärungen zu treffen.
Es wurde beschlossen, unmittelbare Trittschäden und deren Regeneration zu beobachten. Dazu boten sich die beiden nationalen OL vom September 1999 in Moorgebieten im Kanton Schwyz an. Mehrere stark frequentierte Postenstandorte und Laufbahnen wurden im Sommer danach auf Schädigungen untersucht. Die Studie dokumentiert diese Untersuchung.
Ziel war die Beantwortung folgender Fragen:
1. Charakterisierung der untersuchten Gebiete
2. Sind in den untersuchten Gebieten Spuren der Wettkämpfe zu erkennen?
3. Ist das Auftreten von Spuren in Abhängigkeit von Parametern zu bringen? (Läuferzahl, Art des Biotops, Kanalisierung)
4. Sind die Spuren als Schäden am Biotop zu klassifizieren?
5. Sind aufgrund der Untersuchung Verallgemeinerungen zur Belastung von Moorbiotopen durch OL-Veranstaltungen zu machen?


SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die untersuchten Postenstandorte lagen alle in Gebieten mit ausgedehnten Moorflächen unterschiedlicher Vegetationsausprägungen, welche einen hohen Artenreichtum und im Allgemeinen einen erheblichen Anteil an seltenen und geschützten Pflanzenarten aufweisen. Alle Flächen befanden sich in einem guten Zustand; ihre Vegetationsdecke ist grundsätzlich auf starke Trittbelastung empfindlich.

Mit einzelnen Ausnahmen lagen die Postenstandorte im Wald, doch führten die zugehörigen Laufbahnen ausnahmslos durch Flachmoore. Die Posten waren mit mind. 100-400 Läufer/innen frequentiert. In keinem Fall konnten zehn Monate nach dem Lauf irgendwelche Schäden an Boden oder Vegetation beobachtet werden.
Auch auf den Laufbahnen und selbst bei kanalisierendem Gelände konnten keine Trampelwege und keine Bodenbeschädigungen festgestellt werden.

Die bodenzerstörenden Trittbelastungen aus intensiver Beweidung oder Erholungsbetrieb sind nicht Gegenstand der Diskussion, da die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass der OL - selbst bei grösseren Anlässen - keine gleichartigen Auswirkungen auf die Flachmoorvegetation hat.

Der OL bewirkt praktisch keine flächenhafte Trittbelastung

Empfehlungen für Moorgebiete (gutachterlich)
1. Spezielle Untersuchungen zu Vegetationsveränderungen in Moorbiotopen als Folge von OL-Veranstaltungen können nicht angelegt werden, denn trittbedingte Veränderungen sind langsame, über Jahre dauernde Prozesse, und die Einwirkung von OL-Veranstaltungen findet nicht flächenhaft und nicht über Jahre auf denselben Flächen statt.

2. Der Schutz der Moorvegetation muss über Massnahmen für das ganze Biotop Moor erfolgen:
Hochmoore in der ganzen Schweiz sind für den OL als Sperrgebiete mit absolutem Betretverbot zu bezeichnen und zu respektieren.
Flachmoore der Tieflagen sind für den OL als Sperrgebiete mit absolutem Betretverbot zu bezeichnen und zu respektieren.
Flachmoore der Hochlagen können für den OL-Sport zugänglich belassen werden.
Im Rahmen der OL-Veranstaltungen sind besonders trittempfindliche Stellen zu markieren und durch entsprechende Posten und Laufbahnlegung zu umlaufen.

 

BEZUG/QUELLE

Schweizerischer OL Verband (SOLV)
Kommission OL und Umwelt
http://www.o-l.ch/solv/umwelt/index_d.html

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