Bundesamt für Naturschutz

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Lutz, Gernot (1996) Untersuchung zur Belastung von Litoralzonen durch Tauchen und andere Erholungsaktivitäten


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

SPORTARTEN

Tauchen

 

INHALT

Wegen der zunehmenden Verbreitung des Tauchsports in bayerischen Gewässern werden die spezifischen Auswirkungen des Tauchsports auf den wasserseitigen Uferbereich und insbesondere auf die Unterwasservegetation untersucht. Die Untersuchung erfolgte vor dem Hintergrund, den Tauchsport im Rahmen des Gemeingebrauchs im Sinne des Art. 21, Satz 1, des Bayerischen Wassergesetzes zu regeln.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Vom Tauchsport gehen im Gewässer (unter Wasser) selbst keine gravierenden Belastungen aus. Auch werden die am landseitigen Ufer auftretenden Belastungen der Vegetation durch Taucher nicht signifikant erhöht. Jedoch besteht ein generelles Risiko für Trittbelastungen an Uferabschnitten. Deshalb sollen Zugangserlaubnisse grundsätzlich nur für bereits gut erschlossene Uferzonen erteilt werden dürfen, um zusätzliche Belastungen der Uferlandschaft zu vermeiden. Das bedeutet nicht, dass Seen unter Berücksichtigung fischereilicher und sonstiger artenschutzbezogener Einschränkungen nicht an interessanten Stellen vom Boot aus betaucht werden dürfen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2643) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Schwansee bei Füssen, Ammersee bei Dießen, Starnberger See bei Allmannshausen; Bayern

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Kartierung der Makrophytenvegetation, der Ufermorphologie und des Sedimentes. Beobachtung des Tauchbetriebes am Starnberger See an 11 Tagen über und unter Wasser.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Ausgliederung von Uferabschnitten nach Intensität der Nutzung durch Taucher und Bewertung der Beeinträchtigung der Vegetation zwischen einer Tiefe von 0 bis zur unteren Grenze des Vorkommens der Vegetation (am Starnberger See bis 25 m Tiefe) nach einem Makrophytenindex (Indexklasse 1: sehr geringe Beeinträchtigung, Indexklasse 5: sehr starke Beeinträchtigung).

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Ausgangslage


EINWIRKUNGSART

Trittbelastung, Abreißen von Pflanzen

 

EINWIRKUNGSGRAD

Zerstörung der Vegetation

 

Starnberger See

  • Das überwiegend kiesige Sediment ist wenig mit Makrophyten bewachsen. Signifikante Vegetationsschäden waren nicht nachzuweisen.
  • Die Anwesenheit von Tauchern führte zur Trübung des Wassers, besonders am Ende von Tauchtagen. Dies scheint jedoch keine nachteiligen Auswirkungen auf Submerspflanzen zu haben.
  • Auch eine Erhöhung des Nährstoffangebotes durch Flossenschlag - und damit eine Verschiebung der Vegetation von an Nährstoffarmut angepassten Arten zu Nährstoffreichtum liebenden Arten - wird nicht vermutet, da die Submerspflanzen ihre Nährstoffe über das Wurzelsystem aus dem Sediment aufnehmen.
  • Gegenüber 1989 zeigt der Makrophytenindex sogar eine leichte Verbesserung der Wasserqualität an.
  • Typische Zeichen erholungsbedingter Belastungen wurden für das Landufer festgestellt (Feuerstellen, Grillplätze, Müll). In Einzelfällen wiesen landseitsgelegene Uferabschnitte Trittschäden an der Vegetation auf.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Die Wirkungen von Erholungsaktivitäten am landseitigen Ufer dürften auf vergleichbare Situationen übertragbar sein.