Bundesamt für Naturschutz

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Ketzenberg, C. (1993) Auswirkung von Störungen auf nahrungssuchende Eiderenten (Somateria mollissima) im Königshafen/Sylt


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wandern/Geländelauf, Wassersport

 

INHALT

Im Rahmen der Ökosystemforschung Wattenmeer wurden Bestand und räumliche Verteilung von Eiderenten im Nahrungsgebiet Königshafen/Sylt erfasst und Veränderungen der Bestandszahlen und Verhaltensweisen in Abhängigkeit von menschlichen Aktivitäten analysiert. Das Ergebnis zeigt, daß es in der Hochsaison der touristischen Aktivitäten zur kurz- und mittelfristigen Verdrängung der Enten aus dem Nahrungsgebiet kommt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Bestandsabnahme in den Sommermonaten ist auf den Tourismus zurückzuführen, der, verstärkt durch die erhöhte Empfindlichkeit während der Mauser, zu einer Verdrängung der Eiderenten aus dem Gesamtgebiet führt.

Innerhalb des Nahrungsgebietes finden Ausweichreaktionen der verbleibenden Enten statt, die ihre ursprünglichen Nahrungsflächen zugunsten störungsarmer Bereich verlassen. Damit verbunden sind erhöhter Energieaufwand und ggf. die Nutzung weniger attraktiver Nahrungsgebiete.

Ein Gebiet, das von Tieren viel genutzt wird, muss infolgedessen nicht unbedingt ein Optimalhabitat sein. Bei Naturschutzarbeiten und störungsökologischen Betrachtungen sind Verdrängungsmechanismen insofern zu berücksichtigen, als man die potentielle Qualität eines Gebiets bei Vorkommen von S