Bundesamt für Naturschutz

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Loske, K.-H. (1980) Störungen des Brutablaufs bei der Uferschwalbe (Riparia riparia) durch Badende und Angler


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Angeln, Erholung am Gewässer

 

INHALT

In einem vierjährigen Beobachtungszeitraum (1976-1979) wurde festgestellt, dass keine Uferschwalben-Kolonie länger als ein Jahr an einem Bodenabgrabungs-Standort verblieb. Zusätzlich zu Verlusten durch Abgrabungstätigkeiten zur Brutzeit, mussten starke Störungen des Brutablaufes durch Badende und Angler festgestellt werden.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Störungen, die Altvögel beim Einflug in die Brutröhren oder eine Fütterung der Jungen verhindern, können - vor allem bei schlechtem Wetter - zum Absterben von Embryonen bzw. zum Verhungern von Jungvögeln führen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1447) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Lippe-Aue, Nordrhein-Westfalen

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

deskriptive Beobachtung

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Analogieschluss

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Anwesenheit von Badenden und Anglern in unmittelbarer Nähe von Uferschwalben-Kolonien


EINWIRKUNGSDAUER

an Sommertagen, v. a. Wochenenden, überwiegend ganztägig

 

EINWIRKUNGSART

Be- oder Verhinderung der Bebrütung von Eiern und der Fütterung von Jungen

 

EINWIRKUNGSGRAD

in Abhängigkeit von der Intensität und Dauer der Störung bis zum Totatverlust des Geleges bzw. ohne Reproduktionserfolg

 

 

TIERART

Uferschwalbe (Riparia riparia)

 

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Störungen durch Badende

  • An heißen Sommertagen (meist Anfang Juli-Anfang September), lagern oft Badende direkt vor den Brutröhren der Uferschwalben und unterbinden eine Bebrütung bzw. Fütterung für Stunden.
  • Kinder erweitern Röhren und zerren Eier oder Junge heraus: "1979 waren im Kontrollgebiet 6 Uferschwalbenkolonien bekannt. Zwei davon (je ca. 20 Paare) wurden direkt durch Abgrabungsarbeiten zerstört. An drei von den vier restlichen Kolonien wurden direkte Zerstörungen durch Badende registriert. In einem Fall zerstießen Jugendliche mit Holzpfählen die Röhren und bewarfen sich gegenseitig mit Eiern und Jungvögeln. In dieser Kolonie blieben von 70 besetzten Röhren lediglich 20 unbeschädigt, da sich diese Zerstörungen laufend wiederholten."

Störungen durch Angler

  • In jedem Jahr und an jeder Kolonie wurden mehrfach Angler registriert, die die Altvögel am Befliegen der Röhren hinderten: 26. 7. 1977, 12.00 Uhr: Ein Angler steht oberhalb einer besetzten Uferschwalbenkolonie (ca. 30 Paare). Die Altvögel versuchen unentwegt anzufliegen, drehen jedoch stets wieder ab. Nach eigenen Angaben steht der Angler hier seit ca. 8.00 Uhr (4 Stunden). 8. 7. 1979, ca. 14.30 Uhr: Zwei Angler stehen ca. 10 m entfernt von einer besetzten Steilwand (ca. 35 Paare). Direkt unter den Röhren liegen ihre Familien mit Kofferradio, Klappstühlen usw.