Bundesamt für Naturschutz

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Lord, Andrea; Waas, Joseph R.; Innes, John (1997) Effects of human activity on the behaviour of northern New Zealand Dotterel Charadrius obscurus aquilonius chicks


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Untersucht wurden die Wirkungen menschlicher Störungen auf das Nahrungssuchverhalten der Küken des Neuseeland-Regenpfeifers.

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

  • Bei Anwesenheit von Personen verbrachten die Küken zur Ernährung weniger Zeit am Ufer (Litoral) und mehr in der dem Ufer landseits vorgelagerten Zone (supralitorale Zone). Die Autoren weisen daraufhin, dass das Litoral der bevorzugte bzw. bestgeeignetste Bereich zur Nahrungssuche ist.
  • Generell verbrachten sie bei Anwesenheit von Personen weniger Zeit mit Nahrungssuche als bei Abwesenheit von Personen. Aufgrund des nur begrenzt zur Verfügung stehenden Zeitfensters zur Nahrungssuche, kommt es mit zunehmender Frequentierung des Strandes durch Personen zu einer zunehmenden Reduzierung der Möglichkeit zur Nahrungssuche.
  • Größere Level menschlicher Störungen können (wahrscheinlich) den Energiehaushalt der Küken beeinflussen.
  • Der Anteil der Jungvögel, die überleben, ist größer, wenn die Zugangsmöglichkeiten von Menschen zum Nahrungsbiotop bzw. zu den Brutbiotopen reduziert werden. Dies ist auch in der Bebrütungsphase der Eier notwendig.

UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Warekawa Wildlife Refuge, Ostküste der Nordinsel von Neuseeland. Die landeinwärts gelegenen Brutbiotope der supralitoralen Zone sind eingezäunt.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Die Küken bzw. 6 Famlien mit Küken (1-2 pro Familie) werden sowohl in An- als auch in Abwesenheit von Personen beobachtet. Alle Familien mit Küken wurden während der Ebbe über drei Stunden beobachtet. Jeweils über fünf Minuten wurde das Verhalten einer Famlien notiert, bevor die nächste Familie beobachtet wurde.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Aufenthaltsdauer und zur Ernährung aufgewendete Zeit in Abhängigkeit von einer Störungs- oder Nichtstörungssituation.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Bei hoher Tide ist der überwiegende Teil des Strandes von Wasser bedeckt. Es besteht somit nur ein kleines "Zeitfenster" innerhalb dem sich sowohl Küken als auch Touristen am Strand aufhalten. Jedoch können die Regenpfeifer auch nachts auf Nahrungssuche gehen und somit ggf. die verlorene Zeit kompensieren (Hierzu macht die Studie jedoch keine empirisch gestützten Aussagen). Territorien der Familienverbände umfassen sowohl einen Teil der subpralitoralen, trockenen als auch der litoralen, von der Tide beeinflussten, Strandzone. Generell halten sich zwischen 100-400 Personen pro Tag während der Feriensaison und 20-40 Personen pro Tag während des übrigen Sommers in den Strandabschnitten der Territorien der Regenpfeifer auf. Ein Zugang erfolgt im Regelfall während der Ebbe und am Tag.


EINWIRKUNGSDAUER

1-14 Personen pro 5 Minuten

 

EINWIRKUNGSART

gehen in einem Abstand von ca. 3-5 m an den Küken vorbei

 

EINWIRKUNGSGRAD

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Neuseeland-Regenpfeifer (Charadrius obscurus aquilonius) Wenn Personen anwesend sind, verbringen Küken hochsignifikant weniger Zeit mit der Nahrungsaufnahme; dies gilt besonders für den Strandabschnitt, an dem bei zwei Familien - zumindest tagsüber - keine Nahrungsaufnahme der Küken während der Beobachtungsintervalle festgestellt werden konnte.
Die Aufenthaltszeit in den jeweiligen Biotopzonen des Territoriums wurde durch die Anwesenheit der Personen verschoben: Küken verbrachten weniger Zeit in der Strandzone und mehr in der trockenen (supralitoralen) Zone. (Im ungestörten Regelfall erfolgt die Nahrungsaufnahme am Strand (Aufenthaltszeit zwischen ca. 75 und 85 % und 25 bzw. 15 % in der trockenen Zone); aufgrund von Störungen wurden bei zwei Familien 100 % der Nahrungssuchaktivitäten in die trockene Zone verlagert, bei weiteren zwei bis zu ca. 80 %.).
Auch wurde ein höherer Anteil der zur Ernährung aufgewendeten Zeit in der supralitoralen Zone verbracht.
Das Verhaltensrepertoir "Laufen","Gehen" und "Stehen" wurde in keiner Zone durch die Anwesenheit von Personen beeinflusst.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

In anderen Gebieten mit Vorkommen des Neuseeland-Regenpfeifers wirken auf die Brutplätze neben für Küsten- bzw. Dünengebiete typische Erholungsaktivitäten wie Lagern, Sonnenbaden oder Wandern auch Geländefahrzeuge und freilaufende Hunde negativ auf die Brutpopulation. Die Art zählt zu den gefährdeten Vogelarten Neuseelands.