Bundesamt für Naturschutz

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Korschgen, C.E.; George, L.S.; Green, W.L. (1985) Disturbance of diving ducks by boaters on a migrational staging areaMuster (Kopie 1)


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Angeln, Jagd

 

INHALT

In der Studie wird die Nutzung eines Abschnitts des Mississippi durch die Öffentlichkeit, v.a. Angler und Jäger, untersucht. Es werden die ökologischen Wirkungen auf Wasservögel, besonders die Entenart Aythya valisineria, während des Herbstzuges betrachtet.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Störungen führen zu einer Verschlechterung der Qualität der Nahrungs- und Überwinterungsbiotope. Dies entwickelt sich v.a. dann zu einem gravierenden Problem, wenn die Verfügbarkeit geeigneter Lebensräume eingeschränkt ist und / oder Störungen zunehmen. Deshalb ist anzustreben, dass immer mehrere geeignete und störungsfreie Überwinterungsgewässer für die Wasservögel zur Verfügung stehen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 272) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Lake Onalaska, Mississippi, Minnesota, Illinois, USA; Größe: 3750 ha.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Die Studie wurde zwischen dem 28. September und 23. November 1981 - eingeschlossen war eine 50-tägige Jagdzeit auf Wasservögel und die uneingeschränkte Möglichkeit zu Angeln - durchgeführt. Jeweils 29 Morgen- (30 min. vor Sonnenaufgang bis Mittag) und Nachmittags- (12.00 Uhr bis Sonnenuntergang) Beobachtungsperioden wurden ausgewählt. Zwei Personen notierten im Abstand von jeweils 30 min. Zeit, Entenart, Anzahl der Enten, dominierende Aktivität (Nahrungssuche, Schwimmen, Ruhen, Schlafen, Fliegen) und den Aufenthaltsort. Flucht- und Flugverhalten (u. a. Flugdistanz und -dauer) wurden ebenfalls erhoben. Parallel wurden die menschlichen Aktivitäten, v. a. Fischen und Jagen, bzw. die von ihnen ausgehenden Störungen notiert. Zusätzlich wurden 13mal Transekt-Befliegungen gemacht, um die Vögel zu zählen.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Verhaltensänderung, v. a. störungsbedingtes (Auf-)Fliegen

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Aufgrund der Bedeutung des Gewässers als Nahrungs- und Überwinterungsgebiet ist auf 81 % der Fläche die Jagd untersagt. Jedoch bestehen keine Restriktionen sonstiger Nutzungen. Der See wird intensiv sowohl von Berufsfischern als auch von Sport- und Freizeitanglern genutzt.


EINWIRKUNGSDAUER

5,2 Störungen pro Tag (Durchschnitt)

 

EINWIRKUNGSART

17,2 Boote pro Tag (Durchschnitt)

41,8 % durch Angler, 21,8 % durch Jäger, 7,3 % aufgrund Forschung und Management des Gebietes sowie 29,1 % andere.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Obwohl Störungen häufig waren, wurden fast alle Vögel nahrungsuchend oder ruhend angetroffen (89 % der 30min. Beobachtungs-Scans). Während 2,9 % flogen die Vögel, waren jedoch nicht gestört worden. Somit traten während 8,1 % der Beobachtungseinheiten Störungen auf.

Nicht quantifizierte Beobachtungen zeigen, dass die Fluchtdistanz gegenüber Motorbooten bis zu 1 km betrug.

TIERART ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
andere Tauchenten Im Durchschnitt wurden 7.982 Individuen durch Störungen zum Auffliegen gebracht.
19maliges störungsbedingtes Verlassen des Gewässers.
störungsbedingte Flüge: minimal 3,4 ± 2,75 min/Störung.

BEMERKUNGEN

Die Autoren diskutieren die Energiekosten, die durch das Auffliegen verursacht werden. Anhand von Literaturdaten schätzen sie, dass über den notwendigen Grundumsatz von 400 kcal pro Tag zusätzlich 75 kcal an Nahrung aufgenommen werden müssen. Dies entspricht 23 g (Trockengewicht) der Hauptfutterpflanze Vallisneria americana. Zum Zeitpunkt der Untersuchung war die verfügbare Biomase vorhanden, um den zusätzlichen Nahrungsbedarf zu decken. Es wird diskutiert, ob die Phytomasse ausreicht, wenn die Anzahl der überwinternden Vögel oder die Häufigkeit der Störungen zunehmen würde. Dies ist insoweit wichtig zu wissen, als die untersuchte Entenart weitgehend auf den Lake Onalaska als Nahrungs- und Überwinterungsgewässer konzentriert ist.