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Isermann, Maike (1993) Zur Kenntnis der Vegetation und Morphologie unterschiedlich stark genutzter Dünen auf dem Darß im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Zelten

 

INHALT

Die vorliegende Untersuchung vergleicht die vegetationskundlichen und morphologischen Verhältnisse eines als Zeltplatz genutzten Dünenbereichs bei Prerow, Ostseehalbinsel Darß, mit denjenigen weniger beanspruchter Dünen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Eine mehrjährige Nutzung von Dünen als Zeltplatz hat schwere Folgen für Vegetation und Morphologie. Wuchsstandorte und Relief werden radikal verändert, so daß typische Pflanzenarten und -gesellschaften verdrängt werden.

Die Bildung neuer Dünenzüge wird im Bereich des Zeltplatzes verhindert.

Die Regeneration offener Dünenbereiche nach Aufgabe der Zeltplatznutzung ist in Abhängigkeit von den Standortfaktoren sehr unterschiedlich. Folgeschäden für Mikroklima und Boden durch Tritt wirken sich negativ auf die Wiederbesiedlung aus.

Die Nutzung von Dünen als Zeltplatz sollte eingestellt werden.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2634) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Halbinsel Darß, Nordmecklenburgisches Boddengebiet, Mecklenburg Vorpommern

Dünen der Prerower Bucht

typische Sandanlandungsküste

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Vergleich von 3 Dünengebieten mit unterschiedlichem Nutzungsdruck

Gebiet 1: Nutzung als Zeltplatz seit mehreren Jahrzehnten

Gebiet 2: Verlauf zahlreicher Wege, Aufgabe als Zeltplatz 1990, seitdem Regeneration

Gebiet 3: unbeeinflußte Referenzfläche, nie als Zeltplatz genutzt

Erfassung von Geländerelief und Vegetationsaufnahmen entlang von Transekten (im September 1992)

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

keine Aussage

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Zonierung der Dünen:

Vordüne

Weißdüne: relativ hohe, steile Dünenreihe

Graudüne: im Anschluß landeinwärts abfallendes Dünengelände, relativ niedriger Bereich

ältere Dünen, mit Kiefern bewachsen


EINWIRKUNGSDAUER

keine Aussage

 

EINWIRKUNGSART

Vegetationsschäden, Bodenerosion durch

Tritt

Stellplätze für Zelte und Wohnwagen

Befahren mit Wohnwagen, Anhängern, Traktoren

 

EINWIRKUNGSGRAD

Anteil an untersuchter Dünenlänge im Gebiet 1:

58 % bewachsen

22 % Zeltplatz

20 % Wege und Trampelpfade

VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Spülsaumvegetation: nur in Gebiet 2 und 3 ausgebildet, in Gebiet 1 Entstehung verhindert, indem Seegras-Anspülungen abtransportiert werden
Vordünen: intakte Agropyron junceum-Vordünen nur in Gebieten 2 und 3
Strandhafergesellschaft: Elymo-Ammophiletum, typische und festucareiche Ausbildung
ausgeprägte sekundäre Neubesiedelung im Gebiet 2
grünalgenreiche Standorte im Gebiet 2 im Bereich der Wegränder, d. h. Sandumlagerung durch Tritt hat abgenommen, beginnende Bodenbefestigung durch Algen
Graudüne:
in Gebiet 1 Sandbewegung infolge von Tritt sowie Eutrophierung so stark, daß sich kaum Silbergrasfluren und Sandtrockenrasen ausbilden (r) artenarme Vegetationsfragmente
Gebiet 1 und 2 Vorkommen von Weißdünen-Gesellschaften bis in die alten Graudünen hinein, da Strandhafergesellschaften trittverträglicher sind als Graudünenvegetation
Silbergras-Fluren: in Gebiet 3 typische und krautreiche Ausprägung, in Gebiet 2 nur artenarme typische Ausprägung
Sandtrockenrasen: Vorkommen in allen drei Gebieten in artenarmer Ausprägung; in Gebiet 3 artenreichere Ausprägung
in Gebiet 3 aufgrund des ausgeprägten Reliefs verschiedene Standortausprägungen, infolgedessen wesentlich höhere Artenvielfalt, höherer Anteil an Rote-Liste-Arten
Vorkommen von Flechten nur in Gebiet 3

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

keine Aussage