Bundesamt für Naturschutz

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Ingold, Paul; Schnidrig-Petrig, Reinhard; Marbacher, Hubert; Pfister, U.; Zeller, Rolf (1996) Tourismus/Freizeitsport und Wildtiere im Schweizer Alpenraum - Kurzbericht


Diese Auswertung wurde erstellt von: Institut für Landschaftsentwicklung, TU Berlin

 

SPORTARTEN

Drachenflug/Gleitschirmflug (=Hängegleiter), Mountainbiking, Wandern/Geländelauf

 

INHALT

Ziel des Projektes "Tourismus und Wild" war im Sinne der Früherkennung von ungünstigen Bedingungen, die Auswirkungen von verschiedenen Formen von Tourismus und Freizeitsport auf das Verhalten, die Raum-, Zeit- und Sozialorganisation, auf körperliche Parameter (z. B. Kondition) und solche der Fortpflanzung der Individuen verschiedener Wildtierarten zu untersuchen.

Daraus sollten Grundlagen zu einer Optimierung der Beziehungen zwischen Tourismus/ Freizeitsport und Wildtieren abgeleitet werden.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

 

 

Gemsen und Gleitschirme (S. 25ff.)

  • Gemsen können sich zwar in gewissem Sinne auf den Flugbetrieb einstellen. Dies kann aber suboptimale Rahmenbedingungen bedeuten, die sich nachteilig auf die Tiere auswirken können.
  • Der Flugbetrieb kann zum Verlust von wichtigen Teilen des Lebensraumes, vor allem der offenen Gebiete im Bereich des Gebirgswald und darüber, führen.
  • Aufgrund des vermehrten Aufenthalts im Wald werden Verbißschäden von Jungwuchs erwartet.
  • Gewöhnung ist in weiten offenen Gebieten zum Teil oberhalb der Baumgrenze mittelfristig nur in sehr beschränktem Maße möglich.
  • Während der Setzzeit oder bei strengen Wintern können sich schon wenige Gleitschirmflüge nachteilig auswirken. Andere Flugobjekte können bei massiertem Auftreten in für die Tiere kritischer Art (z. B. Tiefflug) ebenfalls heftige Reaktionen erzeugen und somit zur Gesamtbelastung beitragen (S. 30).

Steinböcke und Flugobjekte (S. 28)

  • Fluchtreaktionen und Unterbrechung wichtiger Ruhe- und Wiederkäuphasen können das Verletzungsrisiko und den Energieverbrauch erhöhen und zu vielfachen physiologischen Nachteilen für die Tiere führen.
  • Der Flugbetrieb kann zum Verlust von wichtigen Teilen des Lebensraumes, vor allem der offenen Gebiete im Bereich des Gebirgswald und darüber, führen.
  • Hinweise auf Gewöhnung an Gleitschirme lagen nicht vor.
  • Während der Setzzeit oder bei strengen Wintern können sich schon wenige Gleitschirmflüge nachteilig auswirken. Andere Flugobjekte können bei massiertem Auftreten in für die Tiere kritischer Art (z. B. Tiefflug) ebenfalls heftige Reaktionen erzeugen und somit zur Gesamtbelastung beitragen (S. 30).

Murmeltiere und Gleitschirme (S. 29 ff.)

  • Murmeltiere scheinen genau zu erkennen um welches Objekt es sich in der Luft handelt.
  • Sie können lernen, daß von Gleitschirmen keine Gefahr ausgeht.
  • Hinweise auf nachteilige Einflüsse des Flugbetriebs liegen nicht vor.

Gemsböcke und Mountainbikefahrer/Bergläufer/Wanderer (S. 37)

  • Die mit Böcken erzielten Ergebnisse können nicht ohne weiteres auf andere Gebiete oder auf empfindlicher reagierende Geißen übertragen werden.
  • Unvorhergesehenes, überraschendes Auftauchen zu ungewöhnlichen Zeiten oder mit schnellem Tempo könnte erheblich stärkere Auswirkungen nach sich ziehen.

Gemsen und Wanderer (S. 46)

  • Wanderbetrieb kann dazu führen, daß bestimmte Bereiche des Lebensraumes nicht mehr genutzt werden.
  • Dabei können die Wirkungen je nach tageszeitlichem Auftreten, dem Ort des Auftretens (Wege oder abseits davon), der Wegführung und Dichte des Wegenetzes sowie nach Aufenthaltsort und Aktivität der Tiere variieren.

Murmeltiere und Wanderer (S. 39 ff./46)

  • Wanderbetrieb entlang der stark begangenen Wege übt einen starken Einfluß insbesondere auf das Raum-Zeit-Verhalten der Tiere aus.
  • Die Tiere können sich an den Wanderbetrieb anpassen und die eingeschränkte Nahrungsaufnahme am Tag in den Morgen- und Abendstunden kompensieren.
  • Allerdings bleibt ungewiß ob bei einer zeitlichen Ausdehnung des Wanderbetriebs oder bei Verlassen der Wege nachteilige Einflüsse ausgeschlossen werden können.

Alpenschneehühner und Wanderer: (S. 45)

  • Der Ausfall oder die Verlängerung von Brutpausen könnte sich nachteilig für den Energiehaushalt und die Kondition der Hennen, aber auch auf die Eier (Abkühlen) und auf die Jungtiere (Ausfall von Huderzeiten) auswirken.

BEZUG/QUELLE

Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft,

Dokumentationsdienst

CH - 3003 Bern

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 110) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Berner Alpen, Schweiz

Gebiete: Kandersteg/Allmenalp (550 ha, intensiv mit Gleitschirmen beflogen); Augstmatthorn (500 ha, sporadisch beflogen, kleinräumig durch Wanderwege zerschnitten); Schwarzhorn (großräumig, stark begangene Abschnitte und selten frequentierte Bereiche) (S. 16 ff.)

Schwerpunkt der Untersuchung waren offene Gebiete oberhalb der Waldgrenze.

Gemsen und Gleitschirme: vor allem Augstmatthorn, Kandersteg, Schwarzhorn;

Steinböcke und Flugobjekte: Augstmatthorn;

Murmeltier und Gleitschirme: vor allem Schwarzhorn;

Murmeltiere/Schneehühner und Wanderer: Schwarzhorn;

Gemsen/Steinböcke/Schneehühner und Wanderer: Augstmatthorn;

Mountainbike/Berglaufen/Wandern und Wildtiere: Augstmatthorn.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

(Die Untersuchungen wurden mit und ohne bzw. mit unterschiedlich starkem Tourismus/ Freizeitsport durchgeführt). Sie erfolgten im selben Gebietsabschnitt im Verlauf des Tages und an verschiedenen Tagen, in unterschiedlichen Abschnitten eines Gebietes sowie in regional verschiedenen Gebieten (S. 14).

Untersucht wurden unmittelbare Reaktionen (Sicherungs-, Fluchtdistanzen, Fluchtorte), Gebietsnutzung und Aktivitätsrhythmus der Tiere sowie Auswirkungen auf Kondition und Fitneß der Individuen, auf die Population und auf den Lebensraum (S. 14ff.).

Bei Alpenschneehühnern wurden außerdem Herzschlagratenänderungen untersucht (S. 44 ff.).

Untersuchungszeitraum: von 1990 bis 1993

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Gemsen und Gleitschirme

  • Entfernung des Fluggeräts
  • Relative Höhe der Gleitschirme zu den Tieren/ Flugroute
  • Abstand der Tiere zum bevorzugten Zufluchtsort
  • Geschlecht der Tiere
  • Zeitpunkt und Zeitdauer/-raum des Flugbetriebs
  • Farbe der Gleitschirme (hatte keine Auswirkungen)
  • Intensität des Flugbetriebs

Steinböcke und Flugobjekte

  • Art des Flugobjekts
  • Entfernung des Fluggeräts (keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Flugobjekten)
  • Flugroute (keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Flugobjekten)

Murmeltier und Gleitschirme

  • Flughöhe
  • Flugintensität

Gemsen und Wanderer

  • Entfernung von Wanderern
  • Geschlecht der Tiere
  • Wanderroute
  • Dichte des Wegenetzes
  • Zeitpunkt des Wanderbetriebs
  • Aufenthaltsort und Aktivität der Tiere

Gemsböcke und Mountainbikefahrer/Bergläufer/Wanderer

  • Sportart (hatte nur bedingt Auswirkungen)
  • Entfernung der Sportler
  • Fluchtort, -dauer und -strecke (keine Auswirkungen erwähnt)
  • Windrichtung (hatte keine Auswirkungen)
  • Zeitpunkt
  • Alter der Böcke (keine Auswirkungen erwähnt)

Steinböcke und Wanderer

  • Momentane Aktivität
  • Entfernung der Wanderer
  • Geschlecht der Tiere

Murmeltiere und Wanderer

  • Entfernung der Wanderer
  • Vorhersehbarkeit der Wanderroute
  • Begleitung von Hunden
  • Intensität/Frequenz des Wanderbetriebs

Alpenschneehühner und Wanderer

  • Entfernung der Wanderer
  • Fortpflanzungszyklus
  • Art der Annäherung
  • Art der Reize

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

  • Gems-Geißen waren der Mittelpunkt der Untersuchung, da sie durch die Jungenaufzucht vorbelastet sind, stärker ortsgebunden sind und empfindlicher reagieren als Böcke (S. 19).
  • Gemsen leben, zumindest im Sommer, zumeist in den offenen Gebieten oberhalb der Waldgrenze (S. 19).
  • Steinböcke gelten als weniger scheue Tiere als Gemsen (S. 26).
  • Murmeltiere zeigen eine besondere Aufmerksamkeit auf Bewegungen in der Luft (S. 28).
  • Murmeltiere könne sich nicht kurzfristig großräumig verziehen und als ausgesprochen tagaktive Tiere ihre Aktivitäten nicht in die Nachtstunden verlegen (S. 38).
  • Murmeltiere sind gerade in der Hauptwandersaison darauf angewiesen, sich die notwendigen Fettreserven für den Winterschlaf anzueignen (S. 38).
  • Das Feindvermeidungsverhalten der Alpenschneehühner ist auf Tarnung und Inaktivität (Drücken) ausgerichtet (S. 43).
  • Da Alpenschneehühner keine Fettreserven haben, müssen sie während des Brütens das Nest zur Nahrungsaufnahme immer wieder verlassen (S. 43).


EINWIRKUNGSDAUER

keine Angaben

 

EINWIRKUNGSART

optische Reize am Himmel, akustische Reize durch Wanderer am Boden

 

EINWIRKUNGSGRAD

Gemsen und Gleitschirme

Unterschiedlich dicht aufeinanderfolgende Gleitschirme, unterschiedliche Flughöhe, -art und -route

Steinböcke und Flugobjekte

Unterschiedliche Flughöhe und -route

Murmeltier und Gleitschirme

Unterschiedlich dicht aufeinanderfolgende Gleitschirme, unterschiedliche Flughöhe

Murmeltiere/Gemsen und Wanderer

Unterschiedlich starker Wanderbetrieb, unterschiedliche Distanz der Wanderer sowie Wanderroute

 

Alpenschneehühner und Wanderer

Unterschiedliche Distanz und Art der Annäherung

 

 

Gemsen und Gleitschirme (S. 21ff.)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Gemsen (Rupicapra rupicapra) In allen Gebieten reagierten und flüchteten die Tiere auf relativ große Distanz (zwischen 400 und 800 m).
Die Gemsen bevorzugten Wald als Zufluchtsort, wenn Wald nicht in der Nähe war flüchteten sie in Felsbereiche. Fluchtstrecken betrugen bis zu 800 m.
Böcke reagierten insgesamt weniger stark als Geißen.
Auf Überflüge reagierten die Tiere heftiger als auf Passierflüge.
Nähe zum Fluchtort ließ die Gemsen toleranter gegenüber den Flugobjekten reagieren.
Die Fluchtdistanzen in den Gebieten, die schon länger Gleitschirmbetrieb aufwiesen, waren signifikant kleiner. Gewöhnung der Tiere oder Abwanderung der scheueren Individuen wurde als Erklärung genannt.
Andere Flugobjekte riefen in geringen Entfernungen ebenfalls Reaktionen hervor
Die Gebietsnutzung von Gemsgeißen wurde durch den Flugbetrieb eingeschränkt: Die Tiere wichen vom Flugbetrieb auf der Normalroute auf einen bestimmten Abstand zurück. Bei Abseits-/Off-Route-Flügen flüchteten sie in den Wald und verblieben dort in Abhängigkeit zur Dauer des Abseitsbetriebs bis zu 8 Stunden. Im Einflußbereich der Normalroute verzogen sich die Tiere umso früher in den Wald, je intensiver der Betrieb zu Beginn am Morgen war.
Ohne den Einfluß des Flugbetriebs hielten sich die Gemsen tagsüber vorwiegend in den offenen Bereichen auf.
In beiden Gebieten mit Gleitschirmbetrieb wurden nach dem Einsetzen des Betriebs bei weiblichen Tieren ein geringeres Körpergewicht sowie weniger Fettreserven festgestellt. In benachbarten Kontrollgebieten ohne Flugbetrieb konnte dies nicht beobachtet werden.

Steinböcke und Flugobjekte (S. 26 ff.)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Steinböcke (Capra i. ibex) Die Tiere reagierten unabhängig von der Route der Flugobjekte und ihrer Distanz zu den Tieren am häufigsten und stärksten auf Gleitschirme. Bei Propellerflugzeugen und Jets wurden nur geringe Reaktionen beobachtet. Gegenüber Helikoptern und Segelflugzeugen reagierten sie heftiger, Fluchtwege von über 100 m traten aber nur vereinzelt auf.
Gleitschirme lösten bei Distanzen zwischen etwa 400 und 800 m immer Fluchten von allen Tieren aus.
Steinböcke flüchteten über Strecken zwischen 40 und 1200 m (Mittel 400 m) und legten Höhenunterschiede von 20 bis 500 m (Mittel 200 m) zurück.
Die Zufluchtsorte waren sehr unterschiedlich. Die Tiere versuchten sich dem Sichtkontakt mit dem Flugobjekt zu entziehen.

Murmeltier und Gleitschirme (S. 29)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Murmeltiere (Marmota m.marmota) Insgesamt reagierten die Murmeltiere, wenn überhaupt nur schwach auf Gleitschirme.
Bei Überflugshöhen von 50 m reagierten sie mit Rennen zum Bau, selten verschwanden sie darin.
Bei Überflugshöhen von 100 m unterbrachen sie höchstens kurz die Nahrungsaufnahme.
In einem selten beflogenen Gebiet traten etwas stärkere Reaktionen auf.
Beim Auftauchen von Adlern reagierten die Tiere viel heftiger (Warnpfiffe, Verschwinden im Bau).

Gemsen und Wanderer (S. 32 ff.)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Gemsen (Rupicapra rupicapra) Gemsböcke reagierten im Mittel auf eine Distanz von ca. 200 m und flüchteten auf etwa 130 m. Die Fluchtstrecken lagen bei 150 m. Schon der Wanderbetrieb am Morgen, wie auch tagsüber veranlaßte die Böcke die Weiden zu verlassen und sich vor allem in felsiges oder geröllhaltiges Gelände zurückzuziehen.
Gemsgeißen flüchteten im Mittel auf rund 130 m. Die Fluchtstrecken lagen bei 250 m. Die Fluchtorte waren teilweise offene Weiden wie auch felsige Bereiche. Wanderbetrieb in der heiklen Zeit am Morgen schränkte die Gebietsnutzung ein.
Gemsgeißen reagierten relativ stark auf einzelne Wanderer; bei einer Verstärkung des Wanderdrucks wäre eine Mindernutzung des Äsgebietes zu erwarten.
Die Reaktionen waren vom Verlauf der Wanderroute abhängig.

Gemsböcke und Mountainbikefahrer/Bergläufer/Wanderer (S. 35)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Gemsen (Rupicapra rupicapra) Gemsböcke reagierten und flüchteten auf Mountainbikes/Bergläufer nicht auf größere Distanz als auf Wanderer, aber sie verzogen sich auf erstere weiter.
Bei Mountainbikes und Bergläufern vergrößerte sich die Fluchtstrecke und -dauer je später am Morgen die Experimente durchgeführt wurden; bei Wanderern verkleinerte sich die Fluchtstrecke und -dauer, je später am Morgen die Experimente durchgeführt wurden.
Je länger die Tiere in den Weiden waren und Nahrung aufgenommen hatten, umso deutlicher wurde der Unterschied ihres Verhaltens gegenüber Mountainbikes/Bergläufer im Gegensatz zu Wanderern.

Steinböcke und Wanderer (S. 37)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Steinböcke (Capra i. ibex) Böcke wurden schon auf große Distanzen auf Wanderer aufmerksam (200 m), verzogen sich vor allem beim Ruhen erst wenn sich die Wanderer bis auf wenige Meter genähert haben. Beim Äsen war die Distanz etwas größer.
Geißen reagierten auf deutlich größere Distanz und verzogen sich schon bei 50 bis 60 m.

Murmeltiere und Wanderer (S. 38 ff.)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Murmeltiere (Marmota m.marmota) Die Fluchtdistanzen nahmen in der Reihenfolge "Wegwanderer", "Querfeldeinwanderer", "Wanderer mit Hund" zu.
Die Tiere entlang der Hauptwanderwege wiesen deutlich geringere Fluchtdistanzen auf, als jene abseits der Wege.
Bei starkem Wanderbetrieb hielten sich weniger Tiere außerhalb der Baue beim Fressen auf als bei wenig oder keinem Wanderbetrieb.
In der Nähe von Wanderbetrieb waren die Tiere verstärkt vor Einsetzen und nach Beendigung des Betriebs aktiv und mit Nahrungsaufnahme beschäftigt.
Weder hinsichtlich des Überlebens der Jungen im Winter, noch bei der Zahl der Jungen im Sommer, als auch bei der Gruppengröße ergaben sich Unterschiede zwischen den Tieren entlang und abseits der Wege.

Alpenschneehühner und Wanderer (S. 43 ff.)

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Alpenschneehühner (Lagopus mutus) Vor der Brutzeit reagierten die Tiere bei Distanzen zwischen 15 und 80 m, flüchteten bei 7 bis 35 m und flogen bei 15 bis 23 m davon.
Beim Passieren des Nestes blieben die Hennen immer sitzen
In den ersten 10 Tagen nach dem Schlüpfen der Jungen nahm die Abflugdistanz der Henne auf 1 bis 2 m zu.
Bewegungen eines Wanderers oder Geräusche führte bei den Tieren zu einer Verringerung der Herzschlagrate. War der Wanderer in Sichtweite kehrte die HR auf normale Höhe zurück.
Die Anwesenheit von Wanderern konnte den Zeitpunkt und die Dauer von Brutpausen verändern.

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

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