Bundesamt für Naturschutz

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Ingold, Paul; Kappeler, S.; Lehner, B. (1983) Zum Problem der Gefährdung der Vogelbestände an unseren Gewässern durch Erholung suchende Menschen. Der Einfluß der Spaziergänger, Fischer und Bootsfahrer auf das Brutgeschehen der Haubentaucher


Diese Auswertung wurde erstellt von: FÖA Landschaftsplanung

 

SPORTARTEN

Erholung am Gewässer, Fischerei, Kanu, Kajak, Rudern, Segeln, Surfen, Tretbootfahren, Wassersport

INHALT

In dieser Arbeit untersuchten die Autoren den Einfluss von anthropogenen Störungen auf das Verhalten und die Brut von Haubentauchern an einem See in der Schweiz und verglichen die Ergebnisse mit denen eines ungestörten Sees.

Es hat sich ein deutlicher Einfluss ufernaher Störungen und infolge Störungen durch den Bootsverkehr auf brütende Haubentaucher (Leistungsfähigkeit/Population) gezeigt.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

  • Spaziergänger und Fischer beeinflussten die Brutortwahl so stark, dass gestörte Uferbereiche nach anfänglichen Nestbauversuchen wieder gemieden wurden und nur die beschränkt vorhandenen, gering beeinflussten Bereiche übrig blieben.Viele Brutpaare kamen somit nicht zur Brut.
  • Der Bootsverkehr führte mittelbar zu erhöhten Gelegeverlusten und dadurch auch zu einem geringeren Schlüpferfolg.

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 1234) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Das Untersuchungsgebiet umfasste den Grossen Moossee in der Schweiz mit einer Fläche von 31 ha. Als Vergleich wurden Ergebnisse des unbeeinflussten Gerzensees mit einer Fläche von 27 ha in die Untersuchung mit einbezogen. Die Untersuchungen wurden 1980 und 1981 durchgeführt.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Ist-Ist-Vergleich

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Beobachtungen der Störfaktoren und deren Verteilung (keine Angaben in der Arbeit).

Beobachtungen der Häufigkeit und Dauer der Abwesenheit brütender Vögel vom Nest, mit und ohne Bootsbetrieb. Die Beobachtungszeit betrug jeweils 17 Stunden bei jeweils 10 Vögeln.

Kontrolle des Schlüpferfolges.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Vergleich mit dem Gerzensee ohne entsprechenden Betrieb.


EINWIRKUNGSDAUER

keine Angaben.

 

EINWIRKUNGSART

Akustische und optische Beeinträchtigungen.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Keine Angaben.

Nestbau und Abwesenheit der brütenden Vögel vom Nest

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Haubentaucher Überall am See wurde mit dem Nestbau begonnen; Nester mit Gelegen hingegen befanden sich fast ausschließlich an unzugänglichen und störungsarmen Uferbereichen (andernorts wurde abgebrochen).

Bruterfolg

TIERART ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Waren brütende Vögel an schönen Tagen einem intensiven Bootsverkehr ausgesetzt, so verließen sie häufiger und für längere Zeit ihre Gelege. Störungen durch Bootsverkehr verursachten im Durchschnitt eine Abwesenheit der adulten Vögel von ihren Gelegen von 135 Minuten pro 17 Stunden; ohne Bootsbetrieb waren sie lediglich 7 Minuten pro 17 Stunden abwesend.
Der Schlüpferfolg war in beiden Untersuchungsjahren am Grossen Moossee deutlich geringer als am Gerzensee. Er betrug 1981 am Moossee 20,5 % ( für das Jahr 1980 konnte kein genauer Schlüpferfolg ermittelt werden ). Am Gerzensee hingegen lag er 1980 bei 46,7 % und 1981 bei 54,5 %. 1980 und 1981 kam es am Moossee zu jeweils 31 Eiverlusten. Am Gerzensee kam es 1980 lediglich zu 17 und 1981 zu 10 Eiverlusten.