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Hiller, Priska (2007) Sag mir, wo die Blumen sind - Auswirkungen der Langlaufloipe auf die Vegetation und mögliche Ursachen


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Skilanglauf

 

INHALT

Das im Frühling wiederkehrende Phänomen eines grünen Streifens durch Blumenwiesen entlang von im Winter genutzten Langlaufloipen war Grund für eine Untersuchung zu den tatsächlichen Auswirkungen solcher Loipen auf die Vegetationsentwicklung. Die vorliegende Arbeit wurde im Wettbewerb Schweizer Jugend forscht eingereicht und mit dem Prädikat sehr gut ausgezeichnet.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Langlaufloipe hat deutliche Auswirkungen auf die Vegetationsentwicklung: Wachstum und Blütezeit werden auf der Loipe zeitlich verzögert, außerdem ist eine verringerte Biomasseproduktion feststellbar. Die reduzierte Isolationsfähigkeit der verdichteten Schneedecke auf der Loipe sowie daraus resultierende tiefere Bodentemperaturen können als mögliche Ursachen herangezogen werden.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 3015) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer).


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Untersuchungsgebiet war eine intensiv landwirtschaftlich genutzte Wiese in Davos-Dorf im Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Wiese wird zweimal im Jahr während des Sommers gemäht und danach gedüngt, im Frühling geeggt und im Herbst nach der Beweidung durch Kühe gemistet. Die Kontrollfläche neben der Loipe ist im Winter umzäunt, um der Schneekomprimierung durch Besucher entgegenzuwirken. Das Untersuchungsgebiet wurde nicht künstlich beschneit.

 

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Dokumentation der Vegetation einer festgelegten Untersuchungsfläche auf einer Langlaufloipe über einen Untersuchungszeitraum von Ende November 2002 bis Ende Juni 2003. Dabei wurden außerdem äußere Einflüsse wie Temperatur, Schneehöhe, Schneeprofil und Witterung festgehalten.

 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Artenvielfalt und Wachstum bzw. Blütezeit der Vegetation sowie Biomasse.

 

KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Um die gewonnen Ergebnisse vergleichen und beurteilen zu können, wurde neben der Loipe eine im Winter ungestörte Kontrollfläche festgelegt und gleichermaßen untersucht.

 


EINWIRKUNGSDAUER

Keine Angaben

 

EINWIRKUNGSART

Verdichtung der natürlichen Schneedecke durch Skilangläufer.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Keine Angaben  

VEGETATIONSEINHEIT ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG
Artenvielfalt Geringere Vielfalt blühender Arten und typischer Obergräser von Heuwiesen auf der Loipe als auf der Kontrollfläche
Blütezeit Verzögerte Vegetationsentwicklung auf der Loipe
Biomasse Auf der Loipe wuchs zunächst deutlich weniger Biomasse als auf der Kontrollfläche, später glichen sich die Werte an
Weitere Beobachtungen Dichtere Schneedecke und verstärkter Bodenfrost auf der Loipe

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Keine Angaben

 

BEMERKUNGEN

Das Abschmelzen der Schnee- und Eisdecke erfolgte auf der Loipe nicht wesentlich später als auf der Kontrollfläche. Abermaliger, wenn auch geringer Neuschnee blieb jedoch länger auf der Loipe liegen.