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Hegetschweiler, K. Tessa; Skorupinski, Antoinette; Rusterholz, Hans-Peter; Baur, Bruno (2007) Die Bedeutung der Erholungsnutzung des Waldes am Beispiel von Picknicken und Grillieren: Ergebnisse einer gesamtschweizerischen Umfrage bei Forstfachleuten und W


Diese Auswertung wurde erstellt von: Jannes Bayer

 

SPORTARTEN

Andere Freizeitaktivitäten

 

INHALT

Insbesondere in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte kommt den Wäldern eine zunehmende Bedeutung als Erholungsfläche zu. Die Autoren der vorliegenden Studie vergleichen anhand einer im April und Mai 2005 durchgeführten Befragung von Forstfachleuten in der Schweiz die Bedeutung der Erholungsfunktion mit anderen Funktionen des Waldes. Schwerpunkt ist dabei speziell das Picknicken und Grillen im Wald und die Entstehung wilder Feuerstellen.

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN DES/DER AUTOR(INN)EN

Die Anzahl wilder Feuerstellen ist in großen Agglomerationen (Ballungsräumen) deutlich größer als im ländlichen Raum. Ein ungenügendes Angebot fester Feuerstellen, reichlich vorhandenes Brennholz und das Bedürfnis nach Abenteuer, Romantik und Individualismus der Besucher abseits von Waldwegen wurden hauptsächlich als Gründe für das Errichten wilder Feuerstellen genannt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es wichtig ist, bei der Planung von Erholungseinrichtungen die Meinungen sowohl der Forstfachleute wie auch der Waldbesucher einzuholen.

 

BEZUG/QUELLE

Diese Publikation ist in der Präsenzbibliothek "Natursportinfo" im Freihandbereich der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln einsehbar, wie übrigens die meisten in der Datenbank aufgeführten Publikationen. Die Arbeiten sind dort entsprechend ihrer Kennung (ID-Nummer, hier 2991) sortiert.
Bestellungen sind gegen Gebühr möglich mit Mail an natursportinfo@dshs-koeln.de unter Angabe der Kennung (ID-Nummer)


UNTERSUCHUNGSGEBIET (Geo-Objekt, Naturraum, Bundesland)

Die Untersuchung wurde in der gesamten Schweiz durchgeführt.

UNTERSUCHUNGSANSATZ (Typ der Analyse)

Umfrage unter Förstern, Forstingenieuren und Eigentümern von nicht-privaten Wäldern anhand verschickter Fragebögen mit insgesamt 24 Einzelfragen.
 

BEWERTUNGSMETHODEN, KRITERIEN

Inhaltlich setzte sich der versandte Fragebogen aus fünf Teilen zusammen:
  • Bedeutung von Holznutzung, Schutz, Naturschutz und Erholung im jeweiligen Waldgebiet
  • Arten und Ausmaß von sowie Veränderungen in den beobachteten Freizeitaktivitäten und Infrastruktur
  • Anzahl, Lage und Ausstattung fester und wilder Feuerstellen sowie Gründe für das Errichten derselben und Art und Anzahl ihrer Besucher
  • Konflikte und Schäden durch Freizeitnutzung
  • Höhe des personellen Arbeitsaufwands und der Kosten im Bereich Freizeitnutzung


KONTROLLZUSTAND, AUSGANGSLAGE

Zum Vergleich wurden die verschickten Fragebögen unterschiedlichen Agglomerationen (Ballungsräumen) zugeteilt:

  • Großagglomerationen mit mehr als 250.000 Einwohnern
  • Kleine Agglomerationen mit bis zu 250.000 Einwohnern

Außerdem wurden die Forstkreise, Reviere und Waldeigentümer folgenden Regionen zugeordnet:

  • Jura
  • Mittelland
  • Voralpen
  • Alpen
  • Tessin

EINWIRKUNGSDAUER

Keine Angaben

 

EINWIRKUNGSART

Allgemeine Erholungsnutzung der Wälder. Ein Schwerpunkt wurde dabei auf Picknicken und Grillen gesetzt.

 

EINWIRKUNGSGRAD

Keine Angaben

 

ART DER BEEITRÄCHTIGUNG/AUSWIRKUNG

Gut ein Drittel der befragten Fachleute gaben Störung der Wildtiere als Konflikt durch allgemeine Erholungsnutzung an.

Jeweils über 20 % der Befragten nannten Schäden an Boden und Bodenvegetation sowie an Bäumen als Störungen. Etwas unter 20 % gaben außerdem Schäden am Jungwuchs durch allgemeine Erholungsnutzung an.

 

ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?

Untersuchungen aus anderen Ländern haben gezeigt, dass viele Waldbesucher einen Wald ohne spezielle Erholungseinrichtungen bevorzugen um ihr Bedürfnis nach Abenteuer, Romantik und Individualismus zu befriedigen. Dies belegt, dass es allgemein wichtig ist, tatsächliche Vorlieben von Waldbesuchern bei Erholungsplanungen zu berücksichtigen.

 

BEMERKUNGEN

Einer der Schwerpunkte der Untersuchung war das Picknicken und Grillen im Wald, wobei insbesondere das Entstehen von wilden Feuerstellen behandelt wird.
Picknickplätze mit fest installierten Feuerstellen ziehen zahlreiche Waldbesucher an, ihre Anzahl reicht aber speziell an Feiertagen mit günstiger Wetterlage nicht aus. Außerdem werden sie von einigen Erholungssuchenden als unattraktiv angesehen. Somit entstehen immer wieder selbst angelegte, wilde Feuerstellen. Großflächige Schäden der umgebenden Waldbestände sowie erhöhte Waldbrandgefahr können Folgen solch wilder Feuerstellen sein.

Ein ungenügendes Angebot an festen Feuerstellen, reichlich vorhandenes Brennholz sowie der Wunsch nach Individualismus abseits der Waldwege wurden von den Fachleuten zumeist als Gründe für das Errichten wilder Feuerstellen genannt. Auch genügen Lage und Ausstattung fester Feuerstellen den Bedürfnissen solcher Besuchergruppen nicht, die eine naturnahe Umgebung und Infrastruktur bevorzugen. Der erhöhte Nutzungsdruck urbaner Wälder zeigte sich außerdem in der Tatsache, dass die Dichte an wilden Feuerstellen in großen Agglomerationen doppelt so hoch ist, wie im ländlichen Raum.